Mein Mai-Kraut: Die Weberkarde

Wild und bewehrt kommt sie uns entgegen, die „Wilde Karde“ (Dipsacus fullonum / Dipsacus sylvestris). Der Name „Dipsacus“ kommt aus dem griechischen „dipsa“ und meint „Durst“. Nach einem Regenguss sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter Wasser. Labsal für Vögel oder durstige Wanderer. Zweijährig ist diese krautige Pflanze. Mannshoch mit stachligen Stängel und über und über mit spitzen, wehrhaften Spitzen übersät – so prägt sie sich uns ein. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet. Die kreuzgegenständigen Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt. Die „Weber-Karde“ enthält, für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen, das Glykosid Scabiosid, Terpene, Kaffeesäureverbindungen, organische Säuren, Glucoside und Saponine.

In der Antike und im Mittelalter wurden Zubereitungen aus der Wurzel der Karde äußerlich bei Schrunden und Warzen verwendet. Das Wasser, das die Karde zum Wohl der Wanderer in ihren Blattkelchen sammelt, galt als Schönheits-Elixier erster Wahl! Die Frau von Welt nutzte es äußerlich als Wundertonikum für eine glatte Haut.  In der Volksheilkunde wird die Wurzel gegen Gelbsucht und Leberbeschwerden, Magenkrankheiten, kleine Wunden, Gerstenkörner, Fisteln, Hautflechten und Nagelgeschwüre empfohlen. Nicht nur die Wurzel, nein, auch die wehrhaften Blätter wurden bei einer Vielzahl von Beschwerden verwendet. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurden Kardenblätter zusammen mit Essig auf den Bauch gelegt, um Durchfälle zu behandeln. Außerdem wurde es bei Gelbsucht („Es heylet und vertreibet auch alle gelbe / braune Flecken unter den Augen“) und bei Mundfäule verwendet.Getrocknete Pflanzen liefern einen wasserlöslichen Farbstoff, der als Ersatz für Indigo galt. Die stacheligen Blütenköpfe wurden in der „guten alten Zeit“ von Webern zum Aufrauen von Wollstoffen benutzt. Heutzutage kennen wir die getrockneten Blütenköpfe vor allem als floristische Zutat von Allerheiligen-Gestecken. Und doch: auch heute werden Blätter und Wurzeln sowohl bei inneren als auch äußeren Beschwerden verwendet. Hauptsächliche Anwendungsbereiche sind Erkrankungen und Beschwerden der Verdauungsorgane und die Wundheilung. In der Signaturlehre wurde das derbe Blatt wird zum Symbol für unreine Haut mit allen nur denkbaren Krankheitsbildern. So wird die zur Paste verarbeitete stachlige Grünmasse zum Segen bei diverse Hautkrankheiten wie Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis und Co. Viele der Krankheiten und Beschwerden, für die die Karde in der Volksmedizin von Bedeutung war, sind wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht worden, so dass konkrete schulmedizinische Beweise für deren Wirksamkeit ausbleiben. Nachvollziehbar ist es jedoch, dass die wilde Karde aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entzündungshemmende, harntreibende, schweißtreibende und antioxidative Eigenschaften aufweist. Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung. Dazu sollte sich dann eine „Überhitzungstherapie“ gesellen: Zweimal wöchentlich muss der geschundene Körper ein künstliches Fieber über sich ergehen lassen. Sechs Monate dauert diese Prozedur.  Der Einsatzzweck der Karde gegen Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen.

Die Kardenwurzel soll auch generell eine Stärkung des Immunsystems bewirken. Ein gesunder Lebenswandel, ein Leben aus der inneren Mitte heraus ist ganz allgemein förderlich für alles, was uns aus „Gottes grüner Apotheke“ zukommt, zuwächst.

Gott befohlen und herzlichst – Euer Pater Gerhard.

Pater Gerhards Termine im Mai

Thema des Monats: Grünkraft tanken. Vital mit jungem Frühlingsgrün.

Mi., 9.5., Gasthof Adler, Ebenweiler: 19°° Uhr

Mi., 16.5., Landgasthof – Hotel Kreuz, Bad Waldsee-Mattenhaus: 18°° Uhr

Do., 17.5., Weinstube Kernler, Krauchenwies: 19°° Uhr

Do., 24.5., Gasthof zur Sonne, Wangen-Leupolz: 18°° Uhr

Mo., 28.5., 1. Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten, 18°° Uhr.

Für alle Termine gilt: Bitte anmelden!!!!!!

Zwischenruf im Mai

Hart ist der Stein. Härter als Stein ist das Herz, das versteinert ist. Als die Herzen aller Menschen versteinert waren, wurde die Erde so schwer, dass sie aus der Umlaufbahn der Sonne absank. Steinerweichend. Aber die Menschen wurden noch steinerner als jeder Stein. Ein versteinerter Mensch – einer, der vom Leid nicht mehr zu zeichnen ist – bleibt unaufweckbar. Es kam eine Zeit, in der die Steine die Menschen wieder das Fühlen lehrten. Die Steine begannen zu zittern vor den Menschen mit den steinernen Herzen. Das Leid unter den Menschen und das Leid durch Menschen nahm so überhand, dass die Steine vor Mitleiden erweichten. Es ist auch denkbar, dass die Steine vor Freude hüpften.Vielleicht macht es etwas aus, aufgewachsen zu sein unter der penetranten Parole: „Gelobt sei, was hart macht!“ Ein ungeheurer Protest wuchs heran zugunsten des Sanften. Es ist eine Mission, das Sanfte vom Anschein des Verächtlichen zu befreien. Zeitalter haben Atmosphärisches an sich. Warum soll auf Zeitalter der Härten nicht das Zeitalter des Sanften folgen? – Aber die Härten werden geschürt. Die „Sanften“ werden verdrängt. Es gibt Geburtswehen neuer Zeitalter. Ein solches der Ungewalt wäre fällig. Der neue Äon, den Jesus ankündigte und einleitete, war oder ist oder wird sein wohl keiner der Härte, eher einer des Sanften, aber von Grund auf. „Selig sind die Zarten,…“ – So ist das wohl noch nicht übersetzt. Schämen wir uns solcher Üb-ersetzung? Ist uns das Zarte gar peinlich? Sind wir zu grob, um des Zarten fähig zu werden? Kann denn der Sanfte anders als zart sein? Zart ist unmännlich, und männlich ist der Marschschritt. Aber der Zarte spürt, was zertreten wird. Die Zarte spürt das wohl noch mehr. Die Zarten spüren die Zerstörung voraus. Die Zarten sind die Quelle des Widerstandes gegen die Zerstörer.

Selig sind die Zarten. Sie halten die Erde unzerstört. Sensibilität. Gespür. Feingefühl. Wärmestrom um einen Menschen. Mitschwingfähigkeit. Wahrnehmungsvermögen nicht fixierender Art. Wärmeabbau. Atmosphäreloser, scharfrandiger Umriss – wie von einer Zielscheibe. Entsensibilisierung. Die Kühle, mit der Menschen erledigt werden. Die Kalkulation von Schrecken, die zuvor das Gefühl annulliert. Der blanke Hass, der die sensiblen Reste überfriert. Revolution zugunsten elementaren Mitfühlens. Revolution gegen ein Attrappendenken, das den Menschen und sein Gesicht übersieht. Resensibilisierung. Ihr hört, dass gesagt wird: Gelobt sei, was hart macht. Gebt euch brutal. Setzt euch rücksichtslos durch. Ich aber sage euch: Gelobt sei, was zart macht. Die Sanften siegen. Haltet einander unverletzt. Wir haben Scharfmacher. Sanftmacher sind nötig. Sie sind die stärkeren Revolutionäre. Scharfmacher werden schartig. Sanftmacher behalten ihre gedrungene Wucht. Scharfmacher hinterlassen zerschnittene Tischtücher. Sanftmacher lieben den runden Tisch. Witz zielt spitz. Humor entlastet sanft. Der Scharfe schlägt nur eine grobe Saite. Der Sanfte bildet in sich ein feinsaitiges Ensemble. Der Sanfte ist nicht stumpf und noch weniger abgestumpft. Sein Wort dringt tiefer ein. Aber es ätzt, es kränkt, es verletzt nicht.

Unsere Gottesdienste im Mai

  • Freitag, 04. Mai, 19°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst im Brunnenhof
  • Sonntag der Osterzeit, 06. Mai, 10°° Uhr: Hl. Messe zum KRÄUTERFEST im Brunnenhof mit Segnung der Zeltkapelle St. Andreas und Wahl unseres Kirchenvorstands. (FÜR DEN „WELTLICHEN TEIL“ BITTEN WIR UM KUCHENSPENDEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!)
  • Sonntag der Osterzeit, 13. Mai, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin
  • Freitag, 18. Mai, 19:30 Uhr: Maiandacht in der Hofkapelle Ragenreute
  • Pfingstsonntag, 20. Mai, 10:30 Uhr: Messe, Hofkapelle Ragenreute
  • Freitag, 25. Mai, 19°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst im Brunnenhof mit anschließendem Vesper
  • Fronleichnam, Donnerstag, 31. Mai, 18°° Uhr: Eucharistische Anbetung und Liturgie der vorgeweihten Gaben im Brunnenhof.

Ein Baum ist ein Baum. Und weitaus mehr:

Er ist Schutz, Nahrung, Freund und Lehrer, birgt Heil für Seele, Geist und Körper. Doch was Kelten und Germanen zu schätzen wussten, was tief in unserem Kulturkreis verankert ist, scheint heute in Vergessenheit geraten:

Die Kraft der Bäume, ihre Seele, ihre Medizin.

Einst hatten Bäume eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Sie waren Sitz der Götter, Gerichtsorte, die Verkörperung von Kraft und Fruchtbarkeit. Sie galten als heilig, als weise Lehrmeister. Jeder von ihnen hatte seine Geschichte, seine Magie und Wirkung. Sicher – Linde und Weißdorn sind auch aktuell noch gebräuchlich, doch auch viele andere Bäume bieten Heilung oder Linderung in fast jedem Bereich…

In der Mythologie zeigt sich, dass Mensch und Baum von jeher eng miteinander verbandelt waren: Zahlreiche Völker führen unsere Existenz auf Bäume zurück. In den nordischen Mythen sind es Ask und Embla, Esche und Ulme, aus denen die Götter Mann und Frau erschufen. In der walisischen Legende „Cad Goddeu“ („Der Kampf der Bäume“) wurden Menschen zugunsten des Sieges in Bäume und Sträucher verwandelt. Ovid beschrieb ähnliches in seinen „Metamorphosen“. Vergil berichtet in der „Äneis“ von Eichenwälder, die einst die Hügel Roms bedeckten, aus deren Stämmen wilde Männer hervorgegangen waren – die Pane und Satyrn der Griechen, die Faune und Silvane der Römer scheinen verwandt. Bei den Sumerern tritt im zweiten vorchristlichen Jahrhundert eine Waldgestalt namens Enkidu auf, häufig in den mittelalterlichen Rittergeschichten kopiert: Der Wilde aus dem Wald findet sich in Tristan und auch in Artus wieder. Kobolde, Elfen und etliche Waldgeister prägten unsere Geschichte und nicht ohne Hintergrund wurden heilige Bäume seitens des Klerus gefällt, um die „Bekehrung“ der Heiden zum Christentum voranzutreiben. Und das, obwohl sich insbesondere im Alten Testament vielerlei Baumgleichnisse finden, der Baumkult im 17. und 18. Jahrhundert einhergehend mit der Marienverehrung als heidnisch-christliches Zwittersymbol wieder auflebte, der Heilige Hain jedoch zugleich verteufelt wurde.

Der Baum ist dem Menschen näher, als es uns heute bewusst ist: Er steht aufrecht, wächst, vergeht, hat seinen Frühling, Herbst, seinen Winter und seine Blütezeit. In der Wurzel liegen die Ursprünge aller Dinge und des Seins – Ausgangspunkt jedes Wachstums, Basis, die am Boden hält, Garant für ein Überleben. Der Mensch verliert den Boden unter den Füßen, ist entwurzelt und desorientiert; man spricht vom Stammbaum der Familie, befindet sich auf der Suche nach seinen Wurzeln. Wir streben nach dem Licht, wachsen in den Himmel, recken uns diesem entgegen. Und manch einer ist baumstark, aus gutem Holz geschnitzt, ein Mann wie ein Baum oder trägt eine Krone…

„Du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern. Die Bäume und Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen kann.“ (Bernhard von Clairvaux)

Vieles von dem, was wir heute über Bäume wissen, stammt aus germanischer und keltischer Zeit, dem Volksglauben und wurde mit Bräuchen, Sagen und auch Liedern weitergetragen. Die Menschen waren Teil des Waldes, begriffen das Wesen der Pflanzen und sahen in ihnen nicht einzig eine hübsche Aufbewahrung für heilsame Substanzen. Sie wussten: Jede Baumart hat ihre eigenen charakteristischen Bilder und Botschaften. Und ihre Medizin!

„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.“ (Khalil Gibran)

Hildegard von Bingen unterscheidet in ihrer Vorrede zum „Buch von den Bäumen“ / „Liber De arborius“ Wald- und Obstbäume. Es ist das 3.Buch in der „Physica“ und handelt von einheimischen und exotischen Bäumen und Sträuchern. Vom Muskatnussbaum bis zum Kampfer und vom Apfelbaum bis zum Waldmoos ist der Inhalt in 68 Kapiteln aufgespannt.  Das gemeinsame Merkmal ist: alle tragen sie Früchte. Zum Verzehr von rohem Obst rät Hildegard allerdings eher selten. Fast schon eine Ausnahme bildet der Apfel, den „der gesunde Mensch ohne besondere Zubereitung“ essen darf.

PATER GERHARDS TERMINE im APRIL

Thema des Monats:

„Vom Winterschlaf in die Frühjahrsmüdigkeit? Pflanzliche Muntermacher“

Brunnenhof: 7.4.: „Exkursion ins Grüne“, 14°° Uhr

Mi., 11.4.        Gasthof Adler, 19°° Uhr

Pilgerbegleitung nach Medjugorje vom 13.-17.April

Do., 19.4.      Weinstube Kernler, 19°° Uhr

Stiftung Liebenau, Kräutertag am 21. 4.

Bachritterburg Kanzach, Kräutertag am 22.4.

Do., 26.4.      Landgasthof Sonne, 18°° Uhr

Brunnenhof, 28.4.: „Kräuter INTENSIV“, 11-15°° Uhr

Bitte um ANMELDUNG

Ein österlicher Zwischenruf!

Menschen, die Jesus lieben erzählen weiter  von Unbegreiflichem, Unfassbaren. Freudig erschaudernd reden sie mit sich überschlagender Stimme von Christus, dem Gesalbten, dem Auferweckten, dem nun gänzlich Anderen, dem Nahen und dem Fernen.

Trauer wandelt sich in zaghafte Gewissheit. Suchen, Schauen vor allem Hören und Begreifen, all unsere Sinne führen zur Gewissheit des Glaubens: ER lebt. ER ist da. Unser sinnenverhaftetes Dasein benötigt engelhafte Dolmetscher, die uns dieses Geschehen „verdeutschen“.

Eine andere, ganz neue Dimension hat sich hier durch einen kleinen Spalt in unser Universum Eintritt verschafft. Ich muss sie nicht verstehen. Doch sie ist wahr. Dieses gänzlich Neue, ER, verschafft sich Nähe, wie ein Strudel, in den alles hineingezogen wird, wie eine Liebe, die alles vermag.

All das zeigt mir und zeigt dir, dass neues Leben möglich ist und wird. Und dieses Neue Leben gibt uns Rückhalt, Rückendeckung und Richtung. Es vermittelt Geborgenheit in unserer schnelllebigen Zeit – ohne Wenn und Aber. Christus ist auferstanden! – Er ist wahrhaft auferstanden!

Halleluja! Preiset IHN, preist den „ich bin da“!

Unsere Gottesdienste im April

Ostersonntag,     01. April,  11°° Uhr: Osterliturgie in der Abtei St. Severin

Ostermontag,    02. April, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum Osterfest, Hofkapelle Ragenreute

Freitag,         06. April, 19°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst mit Vesper im Brunnenhof

2.Sonntag der Osterzeit, 08. April, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,         13. April, 19°° Uhr, ökumenischer Vesper-Gottesdienst im Brunnenhof

(13.-17.April: Pater Gerhards Wallfahrtsbegleitung nach Medjugorje)

Freitag,         20. April, 19°° Uhr, ökumenischer Vesper-Gottesdienst im Brunnenhof

Samstag,      21. April, 19°° Uhr, Liturgie vom 4. Sonntag der Osterzeit, Ragenreute

Freitag,         27. April, 19°° Uhr, ökumenischer Vesper-Gottesdienst und Krankensalbung im Brunnenhof

5.Sonntag der Osterzeit, 29. April, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Abtei St. Severin, Kaufbeuren: Hl. Messe jeden Sonntag um 11°° Uhr.

 Kuratie St. Michael, Dachau: Gottesdienste unter www.christ-katholisch.de

Halleluja, endlich Ostern, Halleluja, Ihr Lieben alle!

Bisher galt: es ist noch keiner zurückgekommen.

Und jetzt kommt einer zurück! Sagen sie.

Weder zu greifen – geschweige denn zu begreifen.

Aber – wenn das wirklich stimmt?

Das wirft alles über den Haufen. Der Schlusspunkt wird zum Wendepunkt.

Nicht auszudenken, was das heißt. Gedankenfesseln zerbrechen.

Im Herzen nagt Zweifel und blüht Hoffnung.

Denn, wenn das wirklich stimmt, fällt der Stein vom Herzen und nichts bleibt wie es war. Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

Etwas Neues

zum Beginn der Fastenzeit 2018 –  dem Beginn der neuen Gemeindestruktur in unserer Kirche!

Mit einem Lied aus meiner Pfadfinderzeit will ich Sie zum Mittun einladen:„Freunde, wir fangen an: kommt lasst uns bauen, die Stadt auf der Höh‘, seht doch die neue Stadt beginnt zu leuchten, wenn wir uns versteht. Und viele kommen von überall her. Sie werden Freunde, weil alle in der Liebe sich immer neu begegnen in dieser Stadt. Es ist ihr Wesen und kommt aus ihrer Mitte, so dass wir alle spüren: Hier ist der Herr!“                                                   (Melodie: Mancuso; Text: Zapalla)

Bischof Roald hat uns, die Gemeinden St. Barbara (Saarbrücken), St. Patrick (Karlstadt), St. Andreas (Ebenweiler) und die Abtei St. Severin (Kaufbeuren) mit dem Fest „Darstellung des Herrn“(„Lichtmess“) zum Aufbau einer Gemeindestruktur in Deutschland aufgerufen.

Weit verstreut lebt „unsere kleine Herde St. Andreas“: Die Schweiz, Baden-Württemberg, das südliche Bayern, Österreich und Ungarn bilden unser Gemeindegebiet. Und wir sollen gemeinsam die Strukturen der neuen Pfarrei mit Leben erfüllen. Nicht mehr und nicht weniger.“ (Für wen die Wege nach Ebenweiler zu weit sind, stehen selbstverständlich auch alle bisherigen Gottesdienstorte und Priester zur Verfügung.)

Unsere erste Aufgabe wird sein, einen Kirchenvorstand – für unsere Pfarrei St. Andreas sollen das vier bis fünf Gemeindemitglieder sein – zu wählen und eine/n Synodale/n zu bestimmen. Der Kirchenvorstand kümmert sich um die Belange vor Ort (dem Aufbau eines funktionieren Gemeindelebens sowie dessen Erhalt) und der Synodalabgeordnete vertritt die Gemeinde in der Gesamtversammlung (Synode) der deutschen Kirche.

Ihr seid zum Mittun eingeladen!

Herzlichst und Gott befohlen

Euer Pfarrer P. Gerhard

Gottesdienste im März

Freitag,         02. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst und Krankensalbung, Brunnenhof

3.Fastensonntag, 04. März, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Freitag,         9. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst, Brunnenhof

4.Fastensonntag, Laetare, 11. März, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

In dieser Woche kein ökumenischer Vespergottesdienst

 Unser Bischof Roald besucht die neue Gemeinde St. Barbara in Saarbrücken vom 16.-18. März. Wir werden dabei sein und Pfarrer Oliver van Meeren und den Gläubigen dort die süddeutschen Willkommensgrüße übermitteln.

5.Fastensonntag,  18. März, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin, Ostermarkt

Freitag,         23. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst, Brunnenhof

Palmsonntag, 25. März, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute.Beginn der Heiligen Woche.

Gründonnerstag, 29. März, 19°° Uhr: Feier des Pessach im Brunnenhof

Karfreitag,    30. März, 15°° Uhr: Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi, Hofkapelle Ragenreute

Karsamstag, 31. März, 21°° Uhr, Feier der Osternacht in der Abtei St. Severin

Ostersonntag, 01. April,  Die Feier des Osterfests in der Abtei St. Severin

Ostermontag,  02. April, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum Osterfest, Hofkapelle Ragenreute

 Eine Bitte: wer an der Feier des Pessach am Donnerstag, 29. März, 19°° Uhr, teilnehmen will, melde sich doch bitte bis zum Palmsonntag bei uns an!

„Der wahre Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Verzichten“

„Der wahre Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Verzichten“ (nach Karl Rahner)

„damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet: denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte“ Mt 5,45

Ganz spontan finde ich mich bei den Guten und Gerechten wieder und halte es für ausgesprochen ungerecht, wenn den Bösen das gleiche widerfahren soll. Ohne Ansehen der Person. Nur der Mensch in seiner Bedürftigkeit als einzige Motivation. Keine Verdienste zählen, keine Schuld hindert. Der Vater schenkt Sonne und Regen, eröffnet Wachstum und Verwandlung. Die Söhne erfahren das Böse auch im eigenen Herzen, danken für Sonne und Regen und wachsen der Verwandlung entgegen.   Diese Weite, diese Offenheit, diese Rücksicht und Vorsicht, ja diese Barmherzigkeit – mit mir und meinen Geschwistern- ermöglicht erst Leben und lässt mich um dieses Leben, um Toleranz bitten.

Toleranz hat eine Freundlichkeit um sich.

Toleranz ist nie fertig mit dem anderen.

Toleranz ist die Suche nach der Wahrheit von Liebe durchdrungen.

Die Toleranz Gottes aber ist die Annahme des Unannehmbaren.

Die Toleranz Gottes hebt die Härte jeder Grenze, die ich setze, auf.

Gottes Toleranz beschämt.

Sie deckt meine geheimen Intoleranzen auf.

Es bedrückt, unter Christen den Blick lauernder Intoleranz zu sehen.

Als sei da eine Lust,

dem Gegenüber einen Mangel

an rechtem Glauben nachzuweisen.

So bitten wir:

Ich toleriere dich. Du bist mir erträglich.

Ich ertrage dich. Ich trage dich mit.

Was du sagst ist mir unerträglich.

Das kann ich nicht mittragen.

Aber, dass du es sagen kannst,

das trage ich mit.

Ich toleriere dich. Ich dulde dich nicht nur.

Ich interessiere mich für dich.

Ich freue mich, dass du da bist.

Deine Vorliebe ist nicht meine Vorliebe.

Du siehst, hörst, schmeckst

und denkst anders.

Du bist du.

Als DU toleriere ich dich.

Durch die Zone hindurch,

in der es mir schwer wird dich zu bejahen,

sage ich ja zu dir.

Dazu helfe uns der allmächtige Gott.

Amen.

Diakon Fritz Hartmann

Pater Gerhards Termine im März

Thema des Monats: „Heilmächtiges aus den Wäldern

Brunnenhof: 7.3.: „Vom rechten Fasten“, 19°° Uhr

OSTERMARKT in der Abtei St. Severin, 17./18.3.

Mi., 21.3.        Gasthof Adler, 19°° Uhr

Do., 22.3.      Weinstube Kernler, 19°° Uhr

Brunnenhof, 29.3. „Die Feier des Pessach“, 19°° Uhr

Mein Kraut des Monats: Galgant

Der ursprünglich aus Südostasien stammende Echte Galgant (Alpinia officinarum) – auch als „Kleiner Galgant“ oder „Fieberwurzel“ bekannt – zählt wie der Ingwer (Zingiber officinale) zu den Ingwergewächsen. Auch rein optisch ähnelt der Galgant dem Ingwer sehr stark. In beiden Fällen ist es die Wurzel (das Rhizom), die sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde Anwendung findet. Doch während der gelbe Ingwer heutzutage auf der ganzen Welt vielfach als Heil- und Gewürzpflanze eingesetzt wird, ist der rötliche Galgant in unseren Breiten unberechtigterweise etwas ins Hintertreffen geraten. Im chinesischen Arzneibuch „Sammlung von Rezepten berühmter Ärzte“ aus dem 5. Jahrhundert wurde die Wirkung der Wurzel des Echten Galgants (Gāo liáng jiāng) erstmals beschrieben. Wegen ihres scharfen Geschmacks und wegen ihrer starken Wärmewirkung wurde sie zur Behandlung von „kühlen“ Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Die aktuell gültigen chinesischen Arzneibücher empfehlen die Droge zur Behandlung folgender Erkrankungen: Kühle-Schmerz im Bauch, Magen-Kälte und Erbrechen, Aufstoßen und Sodbrennen. Vermutlich waren es die Araber, die den Galgant im 8. Jahrhundert hoch zu Ross bis zu uns gebracht haben. Dabei sind nicht nur die Menschen in den Genuss der feurigen Pflanze gekommen, sondern auch die Pferde. Die edlen Tiere wurden mit Galgant gefüttert, um ihnen eine besondere Kraft und Ausdauer zu verleihen. Im Cordoba des  10. Jh. verfasste der Medizinhistoriker Ibn Dschuldschul  eine „Ergänzung zur Materia medica des Dioskurides“. Darin nannte er den Galgant „Hūlanğān“: „Hūlanğān. Eine indische Droge, warm und feucht. Sie steigert die Potenz, ist dem kalten Magen bekömmlich, von angenehmem Geruch, kräftigt den Magen, die kalte Leber und die inneren Organe.“ Die hellsichtige Äbtissin Hildegard, deren riesige Folianten, vollgeschrieben sind mit heilsamen Empfehlungen, bezeichnet den Galgant als „Gewürz des Lebens“. Im 13 Kapitel ihrer Physika heißt es: „De Galan ist ganze warm … und heilkräftig. Einer, der ein hitziges Fieber in sich hat, pulverisiere Galan und trinke dies mit Quellwasser, und es wird das hitzige Fieber löschen. Und wer im Rücken oder in der Seite wegen üblen Säften Schmerzen hat, der siede Galan in Wein und trinke ihn oft warm, und der Schmerz wird aufhören. Und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galan, und es wird im besser gehen.“  Nun, der Galgant kann tatsächlich zum Retter in der Not werden, vor allem, wenn es um das wichtigste Organ, das Herz, geht. Auch die gefürchtete Angina pectoris hat wenige Überlebenschancen, wenn der Galgant naht. Dennoch versteht es sich natürlich von selbst, dass man bei größeren Herzproblemen den Arzt aufsuchen sollte. Ob dieser einem allerdings Auskunft geben kann über die Kraft des Galgant, dürfte bezweifelt werden. Der Galgant wird seit Tausenden Jahren als Gewürz und Medizin verwendet – und das nicht ohne Grund! Ob der Magen schmerzt, die Verdauung zu Problemen führt, eine Erkältung naht, der Appetit zu wünschen übrig lässt oder das Reisefieber für Unwohlsein sorgt: Auf den Galgant ist Verlass. Neben der Anregung der Verdauung wirken die Inhaltsstoffe krampflösend sowie bakterien- und entzündungs-hemmend. Dadurch bietet sich eine Verwendung bei Appetitlosigkeit, Verdauungs-beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich an. Galgant wirkt euphorisierend und aphrodisierend, stimmungs-aufhellend, anregend, motivierend und wirkt so gegen Niedergeschlagenheit, Schlappheit, Frühjahrsmüdigkeit und verwandte Beschwerden, auch gegen Appetitlosigkeit. Allerdings hat Galgant auch eine psychoaktive Wirkung, die zu veränderter visueller Wahrnehmung und bei übermäßigem Verzehr sogar zu leichten Halluzinationen führen kann. Durch Galgant werden die Blutzirkulation und das zentrale Nervensystem angeregt. Dies hat auch eine positive Auswirkung auf die Konzentrationsfähigkeit und das Denkvermögen. Auch die sexuelle Leidenschaft soll dadurch beflügelt werden, und es heißt, dass ein im Mund behaltenes Stück Galgantwurzel eine besonders starke Erektion ermögliche. Da ist es kein Wunder, dass sich neuerdings auch die westliche Forschung für die heilsame Wurzel interessiert: Wissenschaftlichen Studien zufolge wirkt der Galgant gegen Entzündungen und rückt sogar dem Krebs zu Leibe. Das bis zu einen Meter lange Rhizom wird als Speisegewürz verwendet. Es riecht würzig und schmeckt bitter aromatisch sowie schwach brennend, erinnert etwas an Ingwer. Galgant ist Bestandteil von Gewürzmischungen (zum Beispiel Curry oder Leberwurstgewürz) und wird auch bei der Herstellung von Kräuterlikören geschätzt. Im 19. Jh. war die Wurzel des Echten Galgants Bestandteil der Tinctura aromatica – der Aromatischen Tinktur. „Nimm: Zimmtcassie zwei Unzen [16 Gramm], kleine Kardamomen, Gewürznelken, Galgantwurzel, Ingwerwurzel von jedem eine halbe Unze [4 Gramm]. Pulvere sie gröblich, und gieße darauf rektifizierten Weingeist zwei Pfund. Mazeriere acht Tage in einem verschlossenen häufig zu schüttelnden Gefäße, dann presse aus und filtriere. Sie sei von rothbrauner Farbe.“, schreibt Karl Friedrich Mohr in seinem „Commentar zur Preussischen Pharmakopoe“.

So ist Galgant rund um gesund ein Gewürz des Lebens und der Liebe.

Unsere Gottesdienste im Februar

 

Freitag, Darstellung des Herrn, Lichtmess, 02. Februar, 18°° Uhr:

ökumenische Lichtvesper, Kerzenweihe & Blasiussegen, Brunnenhof

2.Sonntag vor der Fastenzeit, 04. Februar, 10:30 Uhr;

Hl. Messe mit Blasiussegen, Ragenreute

Freitag,         09. Februar, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst

mit Vesper im Brunnenhof

Sonntag vor der Fastenzeit, 11. Februar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,         16. Februar, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst

und  Aschensegen, Brunnenhof

1.Fastensonntag,  18. Februar, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Freitag,         23. Februar, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst

mit Vesper, Brunnenhof

2.Fastensonntag, 25. Februar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Zum Vormerken: Feier des Pessach am Donnerstag, 29. März, 19°° Uhr.

Wir bitten um Ihre Anmeldung!

Ich war krank und ihr habt mich besucht … (Mt 25,36)

Einladung an Menschen, die durch Alter, Krankheit oder Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Wer aufgrund einer individuellen Einschränkung nicht an unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen teilnehmen kann, muss nicht außen vor bleiben. Für diese Situationen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit eines Krankenbesuches oder auch der Krankenkommunion. Gleichgültig ob sie selbst eingeschränkt sind, oder Menschen kennen, die sich über einen Besuch freuen würden, sprechen Sie uns an! Wir sind für Sie da!

Wir feiern den ganzen Reichtum des Glaubens, der uns in den sieben Sakramenten geschenkt wird und grenzen niemand aus! Barmherzigkeit ist für uns kein Fremdwort!

Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns!

 

Ein Zwischenruf:

Närrisch geht es zu in den nächsten Tagen, Ihr christlichen Narren alle und auch die, die ihr es eher bodenständig mögt.

Die Welt – eine einzige Narretei – es war immer so und wird immer so sein. Halten wir uns den Spiegel vor und schauen uns darin an. Ein fruchtbares Mistbeet tut sich auf. Ein „Hüh und Hott“! Und alles unter einer „Decke“. „Fruchtbar“ liegt nahe dran an „furchtbar“, vor allem dann, wenn wir daran denken wie das ALLES ursprünglich wohl mal „gedacht“ war. Nicht wahr – es fängt schon närrisch an. DER, der alles, also auch uns, aus LIEBE gemacht – er war närrisch genug, als er uns seinen Schöpfungsauftrag weitergereicht hat. Nicht Herrscher, nein, Diener, Diener an Seiner Schöpfung sollen wir sein. Ein Dienst, der in der Liebe seinen Ursprung hat. Gott ist die Liebe, so wagen wir zu sagen, wohlwissend, dass dies ein nie endendes Spektrum auftun wird. Wir sind infiziert mit Liebe. Dort wo dieser Sphärenklang liebende Wahrheit wird, tun sich ungeahnte Wege auf, Liebe ganz konkret zu leben: nicht Phantasiekonstrukte sondern die Wahrheit des Herzens. Augustinus (354 – 430), Kirchenvater, Philosoph, Heiliger und seinerzeit Bischof von Hippo führt uns auf diese Fährte: „Liebe, und dann tu, was du willst…“                         (Pater Gerhard)

Pater Gerhards Termine im Februar:

Thema im FEBRUAR: „Hildegard lässt grüßen: Pflanzenschätze unserer Ahnen“

Do., 15.2.       Landgasthof Sonne, Wangen-Leupolz, 18°° Uhr

Mi., 21.2.        Gasthof Adler, Ebenweiler, 19°° Uhr

Do., 22.2.       Weinstube Kernler, Krauchenwies, 19°° Uhr

Brunnenhof,  28.2. „Praktisch: Knospenheilkraft“, 19°° Uhr

Mein Februarkraut: Die Brennnessel!

Was brennt ums Haus und’s Haus brennt nit?“ Ein wahrer Menschenfreund ist’s: die Brennnessel, Urtica dioica, wie der Botaniker zu sagen pflegt.

Wer kennt sie nicht, die Brennnessel? In Scharen umstellt sie Haus und Hof. Jedes Kind, das noch einen natürlichen Drang nach draußen hat, kennt sie und ihre Wirkungen, wenn die zarte menschliche Haut ihnen zu nahe kommt. Walahfried Strabo, im 9. Jahrhundert Abt im Kloster Reichenau, schreibt in seinem Gedicht über sein Kräutergärtlein, dem „Hortulus“ im Kapitel über die Schwierigkeit des Gartenbaus: „Dann haben Nesseln den Raum überwuchert … Und auf den Flächen des Feldchens ist übles Unkraut gewachsen, Pfeilen vergleichbar, verderblich bestrichen mit ätzenden Gifte. Wie dem sich wehren? So dicht war durch unten verkettete Wurzeln alles verwoben …“  Mit ihrem Mantel aus lauter feinen, spröden Brennhaaren treibt sie einem manchmal das Wasser in die Augen. Abhilfe schafft in diesem Fall der Blattsaft des Ampfers, der meist in unmittelbarer Nachbarschaft der Brennnessel gedeiht. Manch einer findet jedoch das Kribbeln als gar nicht so unangenehm. Diejenigen die das sagen und behaupten beteuern, dass ihre Hände dadurch feinfühliger werden. Aber warum schützt sich die Brennnessel vor unsachgemäßer Berührung? Der Schweizer Kräuterpfarrer Johannes Künzle bemerkte dazu: „Hätte die Brennnessel keine Stacheln, wäre sie wohl schon längst ausgerottet worden, so vielseitig sind ihre Tugenden.“ Die Kelten personifizierten die Brennnessel mit einem bewaffneten Krieger. Der half mit im Kampf gegen den äußeren und inneren Winter. Mittelalterliche Doktoren verordneten die Brennnessel als wirksames Mittel, um das Zuviel an „schwarzer Galle“ auszutreiben. Brennnessel treibt Harn und Schweiß, fördert den Stuhlgang und hilft, Schleim in den Lungen zu lösen. So sorgt sie wieder für „guten Humor“. Hildegard von Bingen (1089-1179) berichtet über sie: „Die Brennnessel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt.

Brennnesselsuppe oder Nesselgemüse, mit einem Geschmack der an Meeresfrüchte erinnert, enthält besonders wertvolle Nährstoffe: Eisen, Kalzium, Vitamin A und C und besonders viel pflanzliches Eiweiß. Bis zur Sommersonnwende wird sie als Wildgemüse verwendet. Danach geht ihre Vitalkraft in Pollen und Samen über. Die Samen sind eine Köstlichkeit zu Müsli, Joghurt und Salaten. Die Wurzeln der Brennnessel sind hilfreich bei Prostatabeschwerden. Auch im Herbst und Winter ist die getrocknete Brennnessel eine kostbare Zutat für Suppen, als Tee oder ganz banal als Haarspülung.

Junge Blätter und Triebe besitzen noch keine Brennhaare, so dass sie als nährstoffreiches Gemüse oder Salat verzehrt werden können. Auch als Brennnesselsuppe allein sehr schmackhaft! Am 1. Januar aß man Brennnessel-kuchen, um sich ein gutes Jahr zu sichern, am Johannistag Brennnesselpfannkuchen, um gegen Nixen- und Elfenzauber gefeit zu sein. Brennnesselgrün gehörte traditions-gemäß in die Gründonnerstagsspeisen

Im Märchen von Hans Christian Andersen „Die wilden Schwäne“ muss die stumme Königin sieben Hemden aus (Brenn)Nesseln anfertigen (in alten Zeiten noch üblich), um ihre Brüder zu erlösen, im Grimmschen Märchen „Jungfrau Maleen“ spielt ebenfalls die Brennnessel eine wichtige Rolle.  Und Victor Hugo erzählt in seinem Roman „Les Miserables – Die Elenden“ von einem Mann, der in einem armen Dorf auftaucht und die Leute lehrt, die Brennnesseln, die dort überall wächst und bis dahin als „Unkraut“ angesehen wurden, zu nutzen. Als Faserpflanze, als Nahrungsmittel oder auch als Dünger lindere die Brennnessel die Not der armen Leute. Die Brennnessel ist ein Symbol schmerzlichen Liebesbrennens oder der hoffnungslosen Liebe. Früher „peitschte“ man sich mit Brennnesseln, benutzte sie zum „Liebesgeißeln“. (Sich mit Brennnesseln zu schlagen erzeugt an der betreffenden Stelle ein stundenlanges Wärmegefühl, fördert die Durchblutung und eignet sich deshalb hervorragend bei schmerzenden Gelenken, Rheuma- oder Ischias-Beschwerden. Es kostet nichts – höchstens Überwindung! ) Mattioli berichtet: „Nesselblätter in Wein gesotten und getrunken, machen zur Liebe feurig, locken zur Unkeuschheit„. Und Brunfels schreibt: „Wenn sie wollen eheliches Werck treiben, essen sie den samen mit zwiebeln und eys dotteren und Pfeffer“. Weil die Brennnessel durchblutungssteigernd wirkt, gelten Gerichte mit ihr als aphrodisierend. Auch 1-2 Teelöffel Brennnesselsamen ins Müsli gegeben soll das menschliche Lustbedürfnis steigern. Ein daraus zubereiteter Tee vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit… Gegen Furunkel hilft Harry Potters Zaubertrank, den er aus der „Nessel“ braut.

Die Ursache für die brennenden Schmerzen und juckenden Quaddeln ist die Ameisensäure. Noch heute wird die „Urtikation“ bei Rheuma und Arthritis angewandt. Die Brennnessel wirkt blutreinigend, stimuliert die Verdauungsdrüsen (in Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Leber, Galle) und hat zudem eine milchbildende, blutzucker-senkende, entgiftende und stoffwechselanregende Wirkung. Kraut, Blätter und Samen enthalten viel Vitamin C, Vitamin A, Mineralsalze (vor allem Kalium und Kalzium), Chlorophyll, Karotinoide und organische Säuren.

Für rund 50 Schmetterlingsarten im Raupenstadium sind Brennnesseln die Futter-pflanze. Sie sind sogar auf die Brennnessel angewiesen.  Brennnessel vermag Schwermetalle und Giftstoffe aus dem Garten-, dem Pflanzen-, dem Tier- und dem Menschenkörper auszuleiten.

Unsere Gottesdienste im Januar

Bereits mit dem 1.Adventsonntag hat das Neue Kirchenjahr begonnen, der „weltliche“ Kalender ist nun auch so weit: HERZLICH WILLKOMMEN JAHR 2018! Worte von Bernhard von Clairvaux sollen Euch dabei begleiten: „ER ist schon da! Der Dich getragen, geprägt, geführt und befreit hat. ER ist schon dort! Geh mit ihm. Erfahr ihn, wie Du es nie geglaubt. ER ist schon dort. Der Dich in Ungeahntes, Neues führt. ER ist schon dort. Geh – Du bist nicht verlassen.“  Gott befohlen, herzlichst und mit dem Wunsch für ein Leben in und mit dem Geist der Frohen Botschaft.

Euer Diakon Friedrich & Euer Pater Gerhard

Dieses „herzlich Willkommen“ gilt zum einen auch für sieben neue Mitglieder in unserer Gemeinde: Rosi und Konrad Listl aus Kaufbeuren und Peter Schiedner samt seinen Kindern Anna, Sebastian, Christian, Julian und Pia aus Ebenweiler – sie zählen nun zu uns und wir zählen auf sie! – und zum andern Gläubigen aus dem Saarland und dem Raum Kaiserslautern, die zusammen mit ihre Pfarrer Oliver van Meeren nun Teil unserer Kirche sind. Das heißt für uns: wir werden in 2018 als Kirche vor Ort Gemeinde bauen! Darüber erfahrt Ihr im Februar mehr … Abschließend gilt ein Dankeschön allen, die uns ihre Grüße und Wünsche …  zum Weihnachtsfest und für das Neue Jahr geschenkt haben.

Freitag,         05. Januar, 18°° Uhr: Lichtvesper zu Epiphanie, Brunnenhof

Epiphanie, Hl. Drei Könige, 06. Januar, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

1.Sonntag nach Epiphanie, 07. Januar, 09°° Uhr: Jahresgedächtnis für Max Michelberger in der Pfarrkirche St. Urban in Ebenweiler

Mittwoch,      10. Januar, 19°° Uhr: feierliche Vesper in der Wallfahrtskirche Hl. Blut in Einsbach

Freitag,         12. Januar, 18°° Uhr: Vesper, Brunnenhof

2.Sonntag nach Epiphanie, 14. Januar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,         19. Januar, 18°° Uhr: Vesper nach der Vesper, Brunnenhof

3.Sonntag nach Epiphanie, 21. Januar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,         26. Januar, 18°° Uhr: Vesper und Krankensalbung, Brunnenhof

Letzter Sonntag nach Epiphanie, 28. Januar, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Erinnerung an Weihnachten – meine Weihnachtspredigt

Die Weihnachtszeit war und ist für mich eine wahrhaft bewegende Festzeit – wohl auch für die meisten von Euch. Bemerkenswert und irgendwie seltsam: schon bei der Geburt dessen, an dem unser ganzes Dasein hängt führt er uns „hinaus ins Weite und macht unsere Finsternis hell“.

Weihnachten bewegt nicht nur das Gemüt, sondern auch die Füße. Beim Hören und lesen der Frohen Botschaft von Weihnachten fällt auf, was das für ein Gelaufe war – damals, als Jesus zur Welt kam? Hunderte, nein Tausende von Menschen waren unterwegs – Kaiser Augustus hatte eine Volkszählung angeordnet, und alle mussten in die Stadt, aus der sie stammten. Die hochschwangere Maria und ihr Mann Josef gehen von Nazareth nach Bethlehem – ein Weg von mehr als 150 km! In Bethlehem ziehen sie von Herberge zu Herberge und landen schließlich in einem Stall. Dort bewegt sich Gott auf die Menschen zu; er wird selber Mensch. Jesus kommt zur Welt. Hirten machen sich auf den Weg, um das Kind zu besuchen, ebenso die Magier aus dem Osten.

Das erste Weihnachten – Gott bewegt sich zu den Menschen, die Menschen bewegen sich zu Gott und auch aufeinander zu. Wirklich ein wahrhaft bewegendes Fest. Und im Vorklang lauschten wir den Worten des Jesaja: Bilder von Friede, Freude und Freiheit machen tolles Kino im Kopf, entwerfen Zukunftspläne. Den heutigen „Herrschern“ in Israel und Verantwortlichen Palästinas gehören diese Texte wahrhaft eingebläut, vielleicht auch um die Ohren gehauen, auf dass auch ihnen endlich das Licht aufgeht.

Gott bewegt sich auf die Menschen zu und wir suchen Gemeinschaft.  Daran hat sich bis heute nichts geändert. Eigentlich niemand will Weihnachten alleine feiern. Wir besuchen uns, schenken uns was, reden und essen miteinander. Manche machen sich auf den Weg in die Kirche, auch die, die ansonsten nichts damit zu tun haben wollen.

Und Gott bewegt sich zu den Menschen hin: Er redet uns an, er sucht die Gemeinschaft mit uns in der Feier der Danksagung, er begleitet jeden von uns ganz persönlich mit seinem liebenden Interesse. Heute: Das Kind bewegt die Menschen.

Habt Ihr schon mal darauf geachtet, wie ein kleines Kind die Atmosphäre zwischen Erwachsenen verändert, selbst wenn diese sich gar nicht kennen? Im Bus oder im Zug ist ein kleines Kind oft der Anlass, dass andere Mitfahrer mit Vater oder Mutter ins Gespräch kommen. Laute Töne hört man selten in der Umgebung eines kleinen Kindes, und grantige Gesichter hellen sich auf, manche lächeln sogar. So wird es auch damals gewesen sein, die sich an der Krippe getroffen haben, sind in einer freundliche liebevollen Atmosphäre, auch wenn es ganz unterschiedliche Leute waren: Die bettelarmen Hirten, die belesenen und betuchten Sterndeuter, die ortsfremde heilige Familie und vielleicht noch der eine oder die andere aus Bethlehem.

Das Kind hat bewirkt, dass Friede war am Treffpunkt Krippe. Das war einmal.

Doch auch Heute, Weihnachten 2017, sehnen sich viele Menschen nach Frieden. Sie sehnen sich danach, dass Imperatoren bar jeder Menschlichkeit erkennen, dass es nicht darum geht „Amerika first“ hinauszuposaunen, sondern das „Menschlichkeit zuerst“, dass die Andersdenkenden nicht per se schon Terroristen sind und eingesperrt und vernichtet gehören, wie Herr Erdogan meint … Wir sehnen uns danach, dass ein freundlicher Umgangston die Gemeinsamkeit der Weltbevölkerung erkennen lässt: wir sind auf Gedeih und Verderb aufeinander verwiesen, sitzen alle im gleichen Boot.  Und es lebt sich leichter, wenn wir all unsere Sorgen auf IHN werfen. Ihn, der die Wogen zu glätten vermag, wenn wir ihn nur wirksam werden lassen.

Weihnachten ist das Fest des Friedens! Ich glaube daran. Heute wie damals bewegt sich Gott auf die Menschen zu – immer. Er will, dass sie zu ihm kommen. Gott will die Menschen bewegen, dass sie zueinander finden, sich begegnen. Gott will die Menschen verändern, damit ihre Begegnungen in einer Atmosphäre des Friedens stattfinden. Wenn wir uns auf diese Weise von Weihnachten bewegen lassen, ist der Anfang zum Frieden gemacht. Und wenn wir uns nicht nur an den Feiertagen, sondern auch im Alltag auf Gott und die Mitmenschen hinbewegen, dann hören wir vielleicht schon bald die Engel von Bethlehem wieder singen:

„Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf der Erde ist Friede bei allen Menschen guten Willens.“