Salbei – das Kraut des Monats Juni

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Leuchtend blüht Salbei ganz vorn am Eingang des Gartens,

Süß von Geruch, voll wirkender Kräfte und heilsam zu trinken,

Manche Gebresten der Menschen zu heilen, erwies sie sich nützlich,

Ewig in grünender Jugend zu stehen hat sie sich verdienet …
(Walafrid Strabo, Hortulus)

Salbeiblätter – Eßbare Heilkraft, Stärkung unseres Immunsystems, frisch vom Strauch!

In Arabien gibt es ein altes Sprichwort: „Wie kann ein Mensch erkranken und sterben, in dessen Garten Salbei wächst?“ Die lapidare Antwort darauf lautet, überliefert von Konstantin von Salerno: „Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen“. Aber der Salbei wird uns helfen, auf daß wir „gesund sterben“. Das seit der Antike genutzte sonnenliebende Kraut wächst in jedem Garten, auf jeder Fensterbank, ist auch im Winter zu ernten. und pflegeleicht. Im sonnigen Süden Europas gedeihen sogar ganze Haine aus knorrigen „Salbeibäumen“, die um die Blütezeit herum einen berauschenden Duft verströmen.

Was hat es denn nun mit diesem „Wunderkraut“ auf sich?

Lange Zeit galt der Salbei, wie schon der Ursprung des Namens (lat. „salvare“, das heißt „heilen“ und lat. „salvere“, das bedeutet „gesund“) berichtet, als die Heilpflanze schlechthin. Nichtsdestotrotz ist bis heute der Ursprung, das Herkunftsgebiet des „echten“- oder „Garten-Salbeis“ unbekannt. Wahrscheinlich schon zur römischen Zeit gelangten die Pflanzen über die Alpen nach Mitteleuropa, wo sie in Kultur genommen und seit dem 6. Jahrhundert von Mönchen angebaut wurden. Seit der Zeit Karl des Großen durfte Salbei in keinem Kloster-garten fehlen.
Seine Bedeutung als Medizinalpflanze kann heute auf spezifische Bestandteile zurückgeführt werden. Vor allem das in den frischen Sprossen enthaltene ätherische Öl, aber auch Harze, Bitterstoffe und ein pflanzliches Östrogen bedingen die vielfältigen Wirkungen. Verbürgt sind die schweiß- und milchsekretionshemmenden wie auch die adstringierenden, entzündungshemmenden und desinfizierenden Eigenschaften der Blattdroge.

Die drei letztgenannten Eigenheiten stehen gemeinhin im Mittelpunkt der Nutzung in der Hausapotheke. So eignet sich Salbeitee hervorragend zur Behandlung von Zahnfleischbluten wie zum Gurgeln bei Halsentzündung, bei Schluckbeschwerden und zur allgemeinen Mundhygiene (frische Blätter als Ergänzung/Ersatz(?) für Zahnbürste & Co.)
Wöchentlich drei Salbeiblätter essen – damit erhöhen wir unsere Widerstandsfähigkeit gegen all die kleinen „Tierchen“, die Viren und Bakterien, die uns in der kalten Jahreszeit das Leben schwer machen.
Lauschen wir zum Abschluß den Ausführungen Hildegards von Bingen (Physica, Buch I, Cap. 63) „ … roh und gekocht ist er gut für jeden zu essen, den schädliche Säfte plagen … Nimm Salbei, pulverisiere ihn und esse ihn mit Brot, und er vermindert den Überfluß an schlechten Säften … Und wer Gestank und Schnupfen erleidet, der stecke Salbei in die Nase, und es nützt ihm … Und wer aus dem Mund stinkt, der trinke Salbeiwein … Wer aber Widerwillen gegen das Essen hat, der nehme Salbei und weniger Kerbel und zerstoße dies in Essig. So mache er eine Würze und er tauche die Speise, die er essen will, hinein und er hat Appetit zu essen – so Gott will.“
Die genannte Anwendung für die Nase ersetzt jedes Schnupfenspray. Der Wein schafft einen reinen Atem und das Gewürz hilft gegen „Schwindsucht“ – was wollen wir mehr?
Gott befohlen und herzlichst,
Ihr Pater Gerhard

 

 

ACHTUNG

Die Führungen im Kräutergarten der Gärtnerei Dietmar Negrassus in der Rauensteinstraße 140 in Überlingen beginnen erst um 18°° Uhr!!!!

Lorbeer, Laurus nobilis – der „Edle von Laurus“: Uralt und mächtig

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ist’s was uns da entgegenwächst. Wo „Laurus“ zu finden ist? – Niemand weiß es. Seine Quellen liegen im Dunkeln der Schöpfungsgeschichte.

Mit diesem aromatischen Baum bringen Fachleute die kultische Verehrung von Muttergottheiten im Griechenland der vorhellenistischen Zeit in Verbindung. Ursprünglich war wohl der heilige Lorbeer-Hain für Männer tabu. Später finden sich Hinweise, dass mit seinen Blättern Reinigungsriten für vergossenes Blut abgehalten wurden. Der Ort, an dem dies geschah, ist Delphi, der berühmteste griechische Orakelplatz. Mit dem Wechsel von Mutter- hin zu „männlichen“ Gottheiten wurde Apollon, der Sohn des Zeus, für das Orakeln und mithin auch für den Lorbeer zuständig. Die Seherin von Delphi kaute Lorbeerblätter und berauschte sich am Rauch der Blätter. Lorbeer ist so gesehen die Quelle dieser Weissagungen: Verborgenes wird im ekstatischen Rausch sichtbar.

Bis heute sind diese Blätter ein Zeichen der Dichtkunst und Musik, und Apoll ist der Gott der Musen. Lorbeer ist uraltes Sinnbild für Sieg und Triumph. Siegreiche Olympioniken und römische Feldherren wurden mit dem Lorbeerkranz belohnt.

Im Christentum lebt diese Symbolik weiter: Immergrün wird er zu den Marienkräutern gezählt und steht für Unvergänglichkeit und das ewige Leben. „Erkenne dich selbst!“ – diese zu Delphi in Stein gemeißelte Maxime, wird durch diese Pflanze wirkmächtig. „Vergiss nicht, dass du sterblich bist!“: Im Totenkult der vergangenen Jahrhunderte spielte der Lorbeer – zusammen mit Rosmarin und Zitrone – eine bedeutsame Rolle.

Genug der Mythen und der Historie. Wenden wir uns dem gebräuchlichen Umgang zu.

Unsere hochgeschätzte Kräuterfreundin Hildegard von Bingen empfiehlt Lorbeerblätter und die Rinde dieses Baumes um „deinen Magen von allem Unrat zu reinigen“. Weiter erfahren wir bei ihr: „Mach aus Blättern und Rinde eine Salbe. Und wenn du Kopfschmerzen hast, oder Schmerzen in der Seite oder im Rücken, dann salbe dich damit und es wird dir besser gehen – so Gott will. Und wenn du Kopfweh hast zerstoße die Körner der Frucht und gebe etwas Wein dazu und salbe den Scheitel und die Schläfen. …“ Schon die „alten Römer“ nutzten ihn als Arznei bei Leberleiden. Er soll Übelkeit beseitigen, das Gedächtnis und unser Nervenkostüm stärken. Er hat sich in Salben bei Rheuma, Blutergüssen und Hautproblemen bewährt. Heute wissen wir, dass Lorbeer entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, antiseptisch, appetitanregend und verdauungsanregend wirkt. Damit kommen wir von der Apotheke in die Küche. Wir haben ja verinnerlicht, was schon die alten Griechen lehrten: „Wenn wir das richtige Essen können wir Krankheiten vorbeugen. Essen wir das Falsche, leisten wir ihnen sogar Vorschub.“

Als Gewürz sind Lorbeerblätter fester Bestandteil in der großen und kleinen Küchenwelt.

Das kraftvolle und belebende Aroma übertönt weniger einnehmende Geschmacksnuancen in ausgiebig gekochten Brühen und unterdrückt „fischige“ Noten, bereichert also alle Brühen und Suppen. Die Blätter gehören zusammen mit Thymian, Sellerieblättern und dem Grün von Lauch zum berühmten „Bouquet garni“. Vor allem an herzhaften Zubereitungen ist Lorbeer rund um den Globus beteiligt. Kraut, Lamm, Hering, alles vom Wild – alles gewinnt durch sein Aroma. Alles Säuerliche wird nicht nur geschmacklich bereichert sondern profitiert auch von seinen keimtötenden Eigenschaften. Lorbeer ist ein natürliches Konservierungsmittel. Bratkartoffel – auch die figurfreundliche Variante, die im Backrohr zubereitet wird – mit Lorbeerblatt und Rosmarin: ein Hochgenuss! Bei uns wenig bekannt ist die Aromatisierung von Milchspeisen, vor allem Milchreis. Es ist wirklich wert, dies einmal auszuprobieren. Auch warme, gesüßte Milch schmeckt mit Lorbeer einfach besser.

Ich meine es lohnt sich für jeden, diesen Edlen aus Laurus wieder oder neu für sich zu entdecken.

 

Gott befohlen und herzlichst,
Ihr Pater Gerhard

„begeistert!“

Im Wissen, dass wir „begeistert“ sind feiern wir das Fest der „Begeisterung“, feiern wir das Fest des Geistes und der Wahrheit, feiern wir Pfingsten.IMG_0948 Gottes Geist ist es, der Ostern in uns, in der Kirche, in der Welt, in seiner ganzen Schöpfung perfekt macht.Er ist es, der das Oster-Ereignis andauern lässt, der es wirksam macht für uns und der es weiterführt in alle Zukunft, die Gott uns schenkt. Der Heilige Geist, der Beistand, kennt keine Schranken, er ist und wirkt grenzenlos.

Nichts und niemand ist vor ihm sicher. Er weht wo er will. Der Geist ist es, der seine Gnadengaben verteilt und sonst niemand. Er schenkt seine Gaben, damit sie mir selbst und anderen zum Heil, zum „Nutzen“ gereichen.

Bekenntnis, Einheit in der Vielfalt und der Einsatz zum Wohl der ganzen Schöpfung gehören zusammen, sie sind eins, sie sind sozusagen der „Ausweis“ des Heiligen Geistes, wie Paulus bekennt. Und der Geist ist es, der uns drängt den anderen vom unserer Begeisterung zu erzählen, ohne dabei aufdringlich zu werden. Mehr noch:

Der Geist ermöglicht es uns, diese Begeisterung zu leben. Friede, Freude und Versöhnung haben hier ihren Ursprung. Der Beistand senkt uns die Liebe ins Herz,macht uns liebenswürdig und fähig zur Liebe.

Dies lässt uns auch erfahren, dass Gott auf der Seite der „Gebeutelten“ steht und sie erhebt. Nicht Ansehen oder Leistung zählen, sondern es ist das freie, unerzwingbare und geschenkte Entgegenkommen. Je größer nun meine eigene Liebe wird – das ist die Folge von dem bislang Gesagten – , umso weniger muss ich mich selbst behaupten. Der Geist wird es schaffen, davon bin ich überzeugt, dass das Christentum, die Form also wie wir uns Gott annähern, dass unsere Gemeinschaft liebenswert und lebenswert wird. Das wird geschehen, wenn wir echt und authentisch leben und den verkündigen, der das einzig wahre Glück verheißt.

Geistgewirkt hat Bischof Roald bei seinem Besuch hier bei uns gesagt:

„Die Zukunft kann nicht in der Verlängerung der Vergangenheit liegen!“  Er sieht eine Chance in der Rückkehr zu christlichen Grundwerten; zu verwirklichen in kleinen, in ihrem Streben nach Frieden und Geborgenheit verbundenen, familienähnlich überschaubaren Keimzellen, die, getragen von der Achtung des Nächsten, Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Toleranz, ihr Christsein mit Leben erfüllen. Das klingt utopisch; ein Rückblick in die Geschichte zeigt indes: immer wieder stand am Anfang notwendiger, später mehr oder auch weniger segensreicher  Neuanfänge eine zunächst utopische Idee stand das Wehen und Wirken des Geistes und der Wahrheit. (unterdrückter Teil eines Zeitungsberichts von Brigitte Zirn)

 Dieser Geist kommt nicht, das dürfen wir nicht vergessen, weil wir beten, sondern ganz einfach, weil Gott uns eben liebt. Dieser Geist beseelt uns nicht weil wir gut sind, sondern, weil Gott einfach lieben will.

So lasst uns nun begeistert das Fest der Begeisterung feiern! Frohe Pfingsten!

Herzlichst Euer Pater Gerhard