Verveine – (mein) Sommernachtstraum

Mein Favorit unter den Duftpflanzen:

Die Zitronenverbeneein Sommernachtstraum. Nichts an Aroma deucht mich reiner und feiner – Zitrone pur. Foto Zitronenverbene

Wenn ich mit meinen Händen durch die harten Blätter streiche und eine Nase voll einatme: es ist wie ein Aufbruch ins Weite! Freiheit lässt sich atmen! Dieser Duft befreit mein Hirn von Engführungen und Traurigkeit.

Aloysia triphylla /citrodora, auch als “Duftendes Eisenkraut” bekannt, stammt ursprünglich aus Südamerika. Uruguay, Argentinien, Chile und Peru sind seine Heimat. Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht, fand die Pflanze aus der Familie der Eisenkraut-gewächse im Süden Frankreichs eine neue Heimat. Verveine-Plantagen wurden angelegt. Zitronenaroma und Lavendelduft – das Geruchserlebnis der Provence. Noch bis in die 1920er-Jahre führte auch bei uns fast jede Baumschule diesen Strauch mit den hocharomatischen Blättern in ihrem Sortiment. Wintergärten wurden damit geschmückt.

Leider ist dieser Strauch nicht winterhart, verliert zudem noch sein Laub und wartet lange mit dem Neuaustrieb.

Heute ist er bei Feinschmeckern und Kräuter-Liebhabern wieder ein Begriff. Die Blätter können ähnlich wie Spinat gekocht werden. Schweinefleisch- und Pilzgerichte, manch alter Hammel (zwei oder vierbeinig) und Fisch gewinnen durch ihren Geschmack. Wesentlich häufiger aber werden die Blätter als Gewürz für süße oder herzhafte Salate verwendet. In Milch eingelegte Blätter verzaubern „Panna Cotta“ in eine hocharomatische Köstlichkeit.

Aus den frischen und getrockneten Blättern wird ein leckerer Tee bereitet. Legt man frisch gepflückte Zitronenverbenen-Blätter für eine halbe Stunde in heißes Wasser, erhält man einen angenehm erfrischenden Tee mit leicht beruhigender und stoffwechselanregender Wirkung. Als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee ist er in Frankreich sehr beliebt und bekannt als „Verveine“. Wenn Sie einen wirklich gut schmeckenden Kräutertee suchen – probieren Sie diesen zuerst!  „Verveine“ gibt auch einem wohlschmeckenden Kräuterlikör den Namen. Zitronenverbene wird nicht nur als Badezusatz verwendet, der eine erfrischende Wirkung entfaltet, sondern auch zur Parfümierung beziehungsweise Verfeinerung von Seifen. In Grasse wird destilliert und Marseilles ist der Hauptort des Seifensiedens. Kostbares ätherisches Öl wird in Grasse mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern gewonnen. Verveine-Wasser hat eine unbeschreibliche „Hallo-Wach!“-Funktion, kühlt beispielsweise als Eau de Toilette oder Rasierwasser geplagte Haut und vertreibt Insekten. Säckchen oder Bündel dieses Krauts bringen einen frischen Duft ins Haus oder in den Kleiderschrank.

Da Zitronenverbenen appetitanregend sowie verdauungsfördernd sind, helfen sie gegen Verdauungsbeschwerden beziehungsweise Verstopfungen. Zudem wirken sie leicht beruhigend bei Nervosität, Schlaflosigkeit und damit in Verbindung mit den anderen Eigenschaften auch bei Erkältungskrankheiten. Zudem verfügt Verveine über  keimhemmende Eigenschaften.

Das „Duftende Eisenkraut“, Zitronenverbene, mehr als nur ein Sommernachtstraum!

Gott befohlen und herzlichst

Ihr Pater Gerhard