Gottesdienste im Februar

Freitag,          12. Februar, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof mit Aschesegen

Sonntag,       14. Februar, 10:30 Uhr: Heilige Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          19. Februar, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,        21. Februar, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin.

Freitag,          26. Februar, 18°° Uhr: Vesper mit Krankensalbung im Brunnenhof

Sonntag,       28. Februar, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Calendula

Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Pflanzenteile werden in der Naturheilkunde verwendet. So oder ähnlich beginnen die meisten Pflanzenbeschreibungen. Ich finde, viel zu lapidar, zu gewöhnlich für dieses lebenshungrige einjährige Kraut, das auch „Butterblume“, „Sonnenwendblume“, „Ringelrose“, „Goldblume“ oder „Totenblume“ genannt wird.

Schon die alten Ägypter nutzen dieses Blümlein als Jungbrunnen, das immerwährende Jugend verleihen soll. Die „Ringel, Ringel Rose“ (so der Titel eines altes Spiellieds aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert) war einst den Sonnenbräuten geweiht, die der nordischen Göttin Freya und später auch der „Maria Himmelskönigin“ unterstellt waren. Calendula ist ein Sinnbild der Erlösung nach dem Tod und Zeichen des ewigen Lebens. Ihr Name „Totenblume“ ist in ihrem Geruch begründet, der manche an Verwesung erinnert.

Calendula, die Ringelblume, war immer schon mit der Liebelei verknüpft.  Sie soll sich auch zur Liebesweissagung im Traum verwenden lassen: Sie wird gemeinsam mit Sommerkräutern getrocknet, gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Junge Frauen trugen die Salbe auf, bevor sie zu Bett gingen und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen. Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter heraufbeschwören.

Die sonnengleiche Blume vollzieht den Lauf der Sonne nach: mit dem Anbruch des Tages öffnet sie ihre Blüten und verschließt sie, sobald die Sonne untergeht. Bei Bauern stand die Ringelblume in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach dies einen schönen sonnigen Tag. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.

Die Ringelblume ist nicht nur als Heilpflanze bekannt, sondern steht auch in vielen Gärten als besonders üppig blühende Zierde. Ab Juni taucht sie viele Bauerngärten in leuchtendes Orange.

Hildegard von Bingen weiß: „Die Ringelblume ist kalt und feucht und hat viel Grünkraft in sich. Und sie ist gut gegen Gift. Denn wer Gift isst, oder wem es verabreicht wurde, der koche Ringelblume in Wasser. Das Ausgedrückte auf den Bauch gelegt und das Gift entweicht… Und wer den Grind am Kopf hat, der nehme Blüten und Blätter und er drücke den Saft davon aus, und dann bereite er mit diesem Saft und etwas Wasser und Semmelmehl einen Teig, und dann lasse er damit seinen ganzen Kopf mit Tuch und Mütze verbunden, bis er sich erwärmt und bis der Teig zerrissen wird, und dann nehme er ihn weg. Und so tue er es während neun Tagen. Und sooft er den Teig von seinem Kopf wegnimmt, sooft habe er eine Lauge aus Ringelblumensaft bereit, und er wasche seinen Kopf ebenso oft damit, und er wird geheilt werden.“ (Physica, Heilkraft der Natur, Cap. 1-122)

Ringelblumen werden in der Form von Teeaufgüssen, wässrigen Auszügen, Tinkturen, Extrakten und Salben verabreicht. In der Volksmedizin wird die Ringelblume als schweiß-, harntreibendes Mittel, das krampflösende, wurmtreibende Wirkung zeigt und gegen Leberleiden eingesetzt.

Pharmazeutisch werden die getrockneten ganzen, bzw. die zerkleinerten Blütenkörbchen, oder die getrockneten Zungenblüten verwendet. Die pharmazeutische Droge wirkt entzündungshemmend und fördert die Bildung von Granulationsgewebe und damit die Wundheilung. Bei Magen- und Darmgeschwüren wird sie innerlich angewendet. Äußerliche Anwendung findet sie bei Hautentzündungen, schlecht heilenden Wunden, bei Quetschungen, Furunkeln und Ausschlägen.

In der Lebensmittelindustrie wird die Ringelblume als Farbstoff eingesetzt, unter anderem bei Käse und Butter. In Teemischungen dient sie als Schmuckdroge. In der Vergangenheit diente sie zum Verfälschen von Safran.

Im Garten vertreibt Calendula durch Wurzelausscheidungen im Untergrund wirkende Schadorganismen.

Ein in allen Belangen heilsames Schöpfungsgut begegnet uns in der kinderfreundlichen  „Ringel, Ringel Rose“.

Gott befohlen und herzlichst –

Ihr Pater Gerhard.