unsere Gottesdienste im April

Freitag,          01. April, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag.       03. April, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Sonntag,        10. April, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          15. April, 19°° Uhr: Hl. Messe mit integrierter Vesper im Brunnenhof

Freitag,          22. April, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      24. April, 10:30 Uhr: Wir laden Sie ein, an der Heiligen Messe und der Uraufführung der Urban-Messe in der Pfarrkirche St. Urban zu Ebenweiler teilzunehmen

Freitag,          29. April, 19°° Uhr: Vesper zum Beginn der Ebenweiler Kräutertage im Brunnenhof mit Krankensalbung

Samstag,       30. April, 11°° Uhr: Geistiger Impuls zum Beginn der Kräutertage

Mein Aprilkraut: Estragon

das „Drachenkraut“ aus Artemis Garten

  Ursprünglich stammt der Estragon wohl aus dem fernen Osten. Im alten China wurde er schon zwischen 1000 und 2000 vor Chr. als Gewürz erwähnt. In Südeuropa kommt er auch schon seit langer Zeit wild vor. Die Römer benutzen ihn anscheinend nicht, wohl aber die Araber. Diese nannten ihn „tarhun„, was auf seiner späteren Reise nach Europa zu „dragon„(das meint „Drache“) wurde. Gegen alle bösen Mächte und Dämonen, gegen Drachen und üble Schlangen war er hilfreich. Ein Bündel frischen Krauts am Leib getragen sollte gegen diese Widernisse und auch gegen Schlangenbiss helfen. In Italien wird der Estragon erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. In Mitteleuropa tauchte der Estragon erst im 16. Jahrhundert auf. Tabernaemontanus (+ 1590) erwähnt ihn unter dem Namen „Drakonkraut„. Aus dem „drakon“ wurde in Frankreich „Estragon„.

Dieser Name hat sich dann auch in Deutschland eingebürgert. Hier eine Auswahl der volkstümlichen Namen:  „Dragon“, „Drakonkraut“, „Eierkraut“, „Escadron“, „Kaisersalat“, „Schlangenkraut“.

Estragon (Artemisia dracunculus) ist als Küchengewürz wohlbekannt, und wird vor allem in der französischen und italienischen Küche gern verwendet.  Sein Einsatz als Gewürz ist jedoch nicht nur wegen seines Geschmacks sinnvoll, sondern auch, weil er die Verdauungsorgane stärkt und dadurch bei der Verdauung von schweren Speisen hilft. Das ist nur wenigen bekannt. Daher wird er als Heilpflanze eher selten eingesetzt. Er wirkt harntreibend, schmerzstillend, bei Husten, Fieber, stärkt Galle und Nieren, ist hilfreich bei Rheuma, Vitamin-C-Mangel, Frühjahrsmüdigkeit, Nervosität und Schlaflosigkeit. Gicht und Wechseljahr-beschwerden lassen  sich mit dieser Pflanze gut behandelnd. Die Schulmedizin verwendet den Estragon kaum.  Der Inhaltsstoff Estragol macht wohl Angst. Die Volksheilkunde, vornehmlich die französische, verwendet den Estragon jedoch gerne. Und davon können wir hierzulande lernen: Wie bereits erwähnt ist der Haupteinsatzbereich des Drachenkrauts die Stärkung der Verdauungsorgane. Mit seinen Bitterstoff regt Estragon die Bildung der Magensäfte an. Daher wird er gerne als Gewürz von schweren Speisen verwendet. Die ätherischen Öle des Estragons helfen gegen Blähungen. Wenn nach längerer Krankheit der Appetit verlorengegangen ist, hilft Estragon. Auch gegen Schluckauf hilft das Kraut, wenn man die frischen Blätter kaut. Selbst gegen Wurmbefall soll Estragon helfen können, wenn man reichlich ihn denn reichlich verzehrt. Gegessen wie als Tee getrunken kann  Estragon auch die Tätigkeit der Nieren fördern und den Stoffwechsel anregen. Dadurch hilft er auch gegen rheumatische Erkrankungen und Gicht. Wasseransammlungen im Körper werden ausgeschwemmt. Durch die Phyto-Sterole, die im Estragon enthalten sind, wirkt das Würzkraut der Artemis regelnd auf den Menstruationszyklus und kann verspätete Monatsblutungen auslösen. Estragon sollte darum nicht in der Schwangerschaft angewendet werden. Da Estragon beruhigend wirkt, kann er auch gegen nervöse Unruhe und Schlafbeschwerden helfen. Gegen Zahnschmerzen und rheumatische Gelenkschmerzen bereitet man Breiumschläge aus den frischen Blättern.

Seine wichtigste Rolle spielt Estragon in der Küche, vor allem der französischen und der des Mittelmeerraumes. Da Estragon ein sehr starkes Aroma hat, sollte man ihn nur sparsam einsetzen, sonst würde er zu dominant und könnte alles andere übertönen. Weniger ist oftmals mehr! Außerdem hilft uns dieses würzige Pflänzchen, Salz zu sparen. (Das gilt übrigens für alle aromatischen Lippenblütler und deren feine Triebspitzen!) In der französischen Küche gehört das Kraut zu den sogenannten „fines herbes„: das sind Petersilie, Kerbel, Schnittlauch und Estragon. Estragon-Essig ist legendär, auch in Mayonnaisen und Kräuterbutter wird der „Kaisersalat“ gerne eingearbeitet. Man würzt Salatsaucen, kräftige Saucen und Gemüse- und Fleischgerichte mit ihm. Traditionell wird er auch gemeinsam mit Borretsch zum Würzen von eingelegten Gurken und Kürbissen verwendet.

Gott befohlen und herzlichst –

Ihr Pater Gerhard.