Mein Kraut des Monats: Die Schafgarbe

Nahezu überall wartet das sonnenhungrige Allerwelts-Pflänzchen darauf uns seine Kräfte zu schenken. Schmucke Körbchen sind die Blüten der Schafgarben (Achillea millefolium). So nimmt es nicht wunder, dass sie zur  Familie der Korbblütler gehören. Achillea, so ihr botanischer Name, verweist  uns auf den griechischen Helden Achilles. Obwohl er von einem Zentauren von der wundheilenden und blutstillenden Wirkung dieses Kräutleins wusste, half es ihm letztendlich nicht. (Ilias, 11. Gesang, Vers 822ff.) „Millefolium“, das heißt „Tausendblatt“ spielt auf die vielen, fein zerteilten Blattspreiten an. Nicht nur griechische Helden, nein, auch Germanen, Indianer und Chinesen nutzen diese Pflanze und die alten Römer wussten von seiner Kraft. Sie nannten die Schafgarbe „Soldatenkraut“, weil es die bösen Wunden der Herumschlachterei schließen sollte. Andere Namen zielen in die gleiche Richtung: „Heil der Welt“, Blutstillkraut“, „Gotteshand“…

Was Schafen und Ziegen gut tut wird auch uns helfen – und zwar in vielfältiger Weise: Schafgarbe regt den Stoffwechsel an, ist krampf- und schmerzstillend, entspannt als Badezusatz und reinigt die Haut. Die blühenden Schafgarben werden als  Bitter-Tonikum bei Verdauungsstörungen und Koliken verwendet. Frische Triebe und Blätter werden als Beigabe zu Salaten verwendet, und die ätherischen Öle wirken schleimlösend. Zubereitungen aus Schafgarbenkraut wirken gallenflussanregend, antibakteriell, zusammenziehend  und krampflösend. Innerlich wird Schafgarbenkraut vorwiegend bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden verwendet, das meint bei Völlegefühl, krampfartigen Erscheinungen im Magen-Darm-Trakt und Blähungen). Weitere Anwendungsgebiete sind schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau. Hierzu werden aus dem Schafgarbenkraut Sitzbäder bereitet. Gesichert gilt die leberschützende Eigenschaft von Achillea millefolium und deren Extrakte.

Galen charakterisierte im 1. Jahrhundert nach der Zeitenwende „millefolium“ kurz als trocknend und wundheilend. Pseudo-Apuleius nannte im 4. Jahrhundert folgende Anwendungen: Die Wurzel gegen Zahnschmerz. Das Kraut in Fett zertrieben als Auflage zur Heilung von Schnitt- und Stichwunden („vulnera de ferro facta„). Das Kraut mit Butter zerrieben als Auflage gegen Schwellungen („tumores“). Das Kraut mit Essig getrunken gegen Probleme beim Wasserlassen („urinae difficultates“).

Hildegard von Bingen übernahm in ihrer Physica (Heilkraft der Natur, Cap. 1-113)  die Angaben früherer Autoren zur Wundheilung und notiert: „De Garwa, ist etwas warm und trocken und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. In Wasser gekochte Schafgarbe nimmt Wunden die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Wer aber im Körperinneren eine Wunde erhielt, … der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver in warmem Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er dieses Pulver in warmem Wein, bis er geheilt wird. Und ein Mensch, den das Dreitagesfieber plagt, der koche Schafgarbe und zweimal so viel Engelsüß in mildem und gutem Wein, und er seihe es durch ein Tuch, und beim Herannahen des Fiebers trinke er diesen Wein. Und ein Mensch, der vom Vergießen der Tränen in den Augen verdunkelt ist, der zerstoße mäßig Schafgarbe und er lege sie abends auf die Augen, indem er achtgibt, dass sie die Augen innen nicht berührt und so lasse er es bis ungefähr Mitternacht und dann nehme er sie weg. Dann umstreiche er die Wimpern mit bestem und reinstem Wein, und so werden die Augen geheilt.“ Im 17. und 18. Jh. wurde die Schafgarbe von den Hallenser Klinikern Georg Ernst Stahl und Friedrich Hoffmann als Allheilmittel betrachtet, das sie insbesondere bei „nervöser Atonie“, bei Koliken mit Blähungen und bei Bleichsucht  einsetzten.

Das „Heil der Welt“ stärkt seine Nachbarpflanzen, es verhindert Schädlingsbefall und verstärkt deren Duft und Geschmack. In früheren Zeiten ist Schafgarbe zum gelb färben von Wolle verwendet worden. Dazu verwendete man getrocknete Blätter, Stängel und Blüten. Die Wolle musste vor dem Gelbfärben mit Alaun gebeizt werden.

Unser Heil, das Heil der Welt vom Wegesrand –

Gott befohlen und herzlichst –

Ihr Pater Gerhard.

Pater Gerhards Angebot im September

Montag,         5. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100. Themenschwerpunkt: Kapuzinerkresse.

Dienstag,      6. September, 18°° Uhr: Kräuterführung in der Gärtnerei Negrassus in Überlingen, Rauensteinstraße 140

Mittwoch,       7. September, 19°° Uhr: Kapuzinerkresse und andere Exoten. Ein Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Donnerstag, 8. September, 19°° Uhr: Kräuterernte und-Verarbeitung zum Ende des Frauendreißigers. Vortrag im Brunnenhof

Montag,         12. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Donnerstag, 15. September, 19°° Uhr: Von saftigen Früchten.  Eine beerige Sach! Vortrag im Brunnenhof

Montag,         19. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Dienstag,      20. September, 18°° Uhr: Kräuterführung in der Gärtnerei Negrassus in Überlingen, Rauensteinstraße 140

Mittwoch,       21. September, 18°° Uhr: 18°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten im „Kreuz“ zu Mattenhaus, mit anschließendem Kräutermenü zum Kraut des Monats: Minze. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07524-97570

Donnerstag, 22. September, 18°° Uhr: Herbstzauber im Kräutergarten. Ein Vortrag im, Landgasthof „Zur Sonne“ in Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07506-9516940

Montag,         26. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Donnerstag, 29. September, 19°° Uhr: Kapuzinerkresse und manches Exotisches mehr. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Freitag,          30. September, 19°° Uhr: Aus unendlichen Quellen schöpfen. Spiritualität und Mystik im Alltag. Vortrag im Brunnenhof

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Biblisches

Überlegungen zu Exodus 32,7-14 und Lukas 15,1-32

 Immer wieder neu – uralt und doch neu – erfahren wir, dass Gnade und Umkehr die bestimmenden Werte und Verhaltensmuster unseres Lebens sind, dass sie unser Leben bestimmen. Wir hören heute und wissen schon längst, dass Gott treu ist, dass er sich freut an uns, an jedem, der die Umkehr wagt. Wir hören und wissen schon längst, dass ER alle Facetten, Stimmungen und Launen unseres Lebens kennt. Er kennt mich, denn ich bin sein Eigen!

Ich erfahre, dass er der Urgrund allen Lebens ist. Er ist der Ursprung. Er ist die Fülle. Er hat Geduld mit uns – mit dir und mit mir. Er ist die Liebe „schlechthin“ – eigentlich müsste es besser „gut-hin“ heißen.

In der Zusammenschau meint dies: Gott ist treu und er weiß um unsere Defizite, unsere Untreue in allen möglichen und unmöglichen Lebensvollzügen. Er achtet die höchste Gabe, die er uns als seine Mitschöpfer in der Welt geschenkt hat: unsere Freiheit. Er achtet und beachtet meine Entscheidung, auch dann, wenn sie gegen ihn gerichtet ist. Er ist der „Trotz-Allem-Treue-Gott“.

Und – er wartet auf mich – auf dich – auf uns alle!

Selbst als zorniger Gott, der alles Widerstrebende – also dich und mich – vernichten will, zeigt er sich barmherzig und großzügig. Er lässt den Kelch an uns vorüber gehen und mutet ihn seinem Sohn, dem Eingeborenen zu, der in die Welt gekommen ist, um uns die Schuldigen und Schwachen zu retten, damit sie reif werden für das Reich Gottes. Denn er ist der treue Gott, der Heimat uns verheißt! Er ist auch ein Gott, der lernt, der erkennt, dass sein Volk – mit Freiheit begnadet – nicht einfach seinen Geboten und Weisungen folgt. Und wir, die wir sein Volk sind, müssen immer wieder neu erkennen wie er NICHT ist. Uns wird auch klar werden, wenn wir uns darauf einlassen, dass die Geschichte Gottes mit uns Heilsgeschichte ist, eine dynamische Beziehung, die der Wandlung und dem Neuwerden unterworfen ist, und nicht eine bloße Erzählung, ein Märchen, eine Sage aus der Urzeit. Mich zu retten, mir Schuldigem und Sünder – ich mag dieses Wort nicht besonders – also mir wieder neu Heimat zu verheißen, dazu ist Jesus Mensch geworden in der Mitte der Zeit. Drei Gleichnisse rufen uns das in Erinnerung: das vom wiedergefundenen Schaf – es ist nicht abwegig jedwede Kirche zu meinen, das vom wiedergefundenen Geldstück und das vom heimgekehrten Sohn und vom barmherzigen Vater. Nur ein unendlich gütiger, gnädiger und guter Gott mag sich in unserer Zeit darüber freuen. Versuchen wir ihm nachzueifern. Wir werden sehen es geht… Tertullian (*nach 150 / + nach 220), ein wortgewaltiger frühchristlicher Schriftsteller und Denker, der am Ende seiner Tage mit der amtlich verfassten Kirche haderte und sie verließ, schrieb: „Wer ist dieser Vater, der den verlorenen Sohn aufnimmt? Offenbar Gott selbst. Niemand ist Vater wie er. Niemand fühlt so zart wie er. Du bist sein Sohn, sein Kind, selbst dann, wenn du vielleicht alles vergeudet hast, was er dir gab; selbst wenn du mit nichts zurückkommst. Er wird sich über deine Rückkehr freuen und dir ein Freudenmahl bereiten. …“ (Tertullian, Über die Buße 8).

Lasst uns also als freie Kinder Gottes dessen Güte, Gnade und Barmherzigkeit wiederspiegeln in unserer Zeit, in unserem Leben, jetzt, hier und heute.

Pater Gerhard

Unser Dank

Das internationale Treffen der Christ-Katholischen Kirche hier in Ebenweiler ist Vergangenheit. Ein Treffen fröhlicher Christenmenschen ist Geschichte. Glaube wurde gelebt. „Reich Gottes“ wurde erfahrbar.

Wir sind unendlich dankbar, dankbar für die Begegnungen, für die vielfältigen Bestärkungen, für Hilfen und Zuspruch. Römisch katholische Glaubensgeschwister aus dem Bayrischen Wald, aus Westfalen, Österreich, der Schweiz und unserer Region haben sich zu Hause gefühlt und mit uns Gottesdienst gefeiert. Es war ein Beispiel, wie ökumenische Begegnung frei von Vorurteilen und in gegenseitigem Respekt gelingen kann. Diese Vision ist uns Ansporn, in unserem Einsatz nicht nachzulassen. Begeistert hat uns alle der Gesang der Mönchsschola aus der Benediktinerabtei St. Mauritius in Niederaltaich unter der Leitung von Pater Romanos. Wir danken vor allem unserem Bischof Roald, der durch seinen Besuch und die gespendeten Weihen Ebenweiler wertgeschätzt hat. Der Theologenschar aus Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien und aus Deutschland gilt unser Dank. Froh waren wir auch, dass wir zusammen mit unseren Ordensbrüdern diese Tage erleben durften. Stütze und Halt waren neben dem „Freundeskreis Bildwiesen“, der das Bildwiesenfest parallel dazu im Brunnenhof feierte auch all diejenigen, die sich mit uns regelmäßig zum Beten treffen. Wir danken Bürgermeister Stefan Obermeier für die Nutzung des Gemeindesaals im Sonnenhof, dem Bläserquintett des Musikvereins Ebenweiler für das Ständchen bei der Priesterweihe, Altbürgermeister Hermann Heigle, unserem künftigen Gemeindeoberhaupt Tobias Brändle und dem Gemeinderat Herrn Lupberger für ihren Besuch, denen, die uns durch Spenden unterstützt haben, Heidi Baumgärtel für die Gestaltung der Primizkerzen, Brigitte Zirn für Quartier, Fahrdienste und Berichterstattung, Franz und Frederike Schömer für das Fleisch am Samstagabend, Familie Schiedner, die das Grillen, die Essensausgabe und den Abwasch übernahm und leckeren Kartoffelsalat anbot, Ella Walser für den Blumenschmuck, den Wirtsleuten vom Gasthof Adler  für das Salatbüffet, all denen, die für uns Kuchen gebacken haben, Familie Walser für die Hilfe bei den Aufräumarbeiten und allen die uns mit ihren Gebeten und guten Gedanken begleitet haben.

Gott befohlen und herzlichst

Euer Diakon Bruder Friedrich und Euer Pater Gerhard

Unsere Gottesdienste im September

Freitag,          02. September, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       04. September, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          09. September, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       11. September, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          16. September, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Samstag,       17. September: KIRCHENWALLFAHRT NACH VIERZEHNHEILIGEN.

Sonntag,       18. September, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Vom 23.-26. September sind wir auf dem Klostermarkt in Walkenried

Freitag,          30. September, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Der Höhepunkt im September:

 

WALLFAHRT unserer Kirche nach „14-Heiligen“ am Samstag, den 17.9.

Unter dem Leitmotiv: „Bringe deine Worte auf den Weg“  pilgern wir von Eggenbach über Staffelstein und Wolfsdorf nach Vierzehnheiligen.

Abmarsch um 7.45 Uhr,

Ankunft um 12°° Uhr. Wallfahrtsgottesdienst um 14:30 Uhr. Dann geselliges

Beisammensein und Heimreise.

Für die Teilnehmer aus Oberschwaben gilt: Abfahrt um 4°° Uhr im Brunnenhof.