Mein Kraut des Monats: Die Pfefferminze!

Griechenlands Sonne geht auf über Gerechte und Ungerechte. In der Zeit der antiken Götter – in sie will ich Sie entführen -, und in der heutigem des Fluchtgetümmels auf der Balkanrouter, dem einst drohenden „Grexit“ und dessen heillosem Durcheinander. Es gibt eben nichts Neues unter der Sonne. Von Ovid ist folgende Geschichte überliefert: Pluton (Hades), der „Herr der Unterwelt“, war, ähnlich wie Göttervater Zeus, obwohl mehr oder weniger glücklich mit einer Göttin (hier nun Persephone) verehelicht, erotischen Abenteuern nicht abgeneigt. Mit der Nymphe Minthe war er besonders glücklich.  Ertappt bei ihrem „Techtel“ und ihrem „Mechtel“, war die gehörnte Ehegöttin kurz davor diesem Nymphchen den Garaus zu machen. Schnips! Mit einem Fingerschnips Plutons wird aus der lieblichen Minthe die betörend duftende Pflanze Mentha. Persephone, war von ihrem Duft so bezaubert, dass sie ihrem Galan all seine Seitensprünge verziehen hat. So oder so ähnlich mag es sich zugetragen haben. Heute kennen wir nur noch Mentha – samt einer Vielzahl von Varianten – und ihren berauschenden Duft, die Minze. Die Nymphe Minthe hat sich sozusagen verduftet. So weit so gut. Ihre Inhaltsstoffe Menthol samt Kampfer sind es, die uns umgarnen. In der Pfefferminze, der Mentha piperita, sind sie besonders ausgeprägt.

Zeitsprung. Ein Waschplatz auf dem Lande an einem sonnigen Tag. Nach dem Waschen und dem Ratschen, dem Austausch der letzten Neuigkeiten, wird die Wäsche auf dem dort angelegten Feld von Minze zum Trocknen ausgebreitet. Die Kraft der Sonne löst das Menthol aus dem Grün und lässt es in die Bettlaken steigen. Wohl beduftet sind sie nun und so können sie das  lästige Ungeziefer – Wanzen, Läuse, Flöhe und Co. – fernhalten, die allgegenwärtig waren (sind?). Frühmorgens im benachbarten Städtchen, das sich mit festen Mauern gegen alles Fremde wehrt: Bevor das Tageswerk beginnt, öffnen sich allerorten die Fenster, ein Topf erscheint und ausgeleert wird die übelriechende Brühe in die Gosse. So entsorgte man im Mittelalter die Verdauungshinterlassenschaften. 2000 Einwohner in der Stadt sorgten für einen gehörigen „Duft“. Um diesen Gestank in den Häusern der Edlen des Volks und in den öffentlichen und kirchlichen Räumen zu mindern, wurde unter anderem auch Minze als Streukraut eingesetzt. Durch Schritt und Tritt entwichen dem frischen Grün wohlriechende flüchtige Stoffe. Auch lästige kleine Nager wurden so vertrieben.

Zurück in unsere Zeit. Wir kennen Pfefferminze als ein bewährtes Heilmittel bei Kopfschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Verstimmungen. Ihre Anwendung ist denkbar einfach: Pfefferminzblätter, frisch oder als Absud, helfen gegen das Reizdarm-Syndrom, das ätherische Pfefferminzöl gegen Kopfschmerz und eine Pfefferminz-Inhalation bei verstopften Atemwegen. Ein Pfefferminztee wärmt im Winter und im Sommer erfrischt die aromatische Pflanze mit einem köstlichen Pfefferminz-Smoothie. Selbst heute, in unserer doch etwas naturfremden Welt, erkennen die meisten von uns – wenn auch vielleicht nicht mehr die Pflanze selbst – so zumindest ihren typisch frisch-würzigen Minzeduft. Zu Heilzwecken werden die Blätter der Pflanze verwendet. Aus den Drüsenschuppen an der Blattoberfläche entweicht bereits durch einfaches Zerreiben mit den Fingern das vielseitig verwendbare ätherische Pfefferminzöl. Dieses hat unter anderem eine antimikrobielle, antivirale und geistig anregende Wirkung. Gleichzeitig wirkt die Pfefferminze auf die glatte Muskulatur des Magendarmtrakts krampflösend, während sie die Gallenblase beruhigt und insgesamt die Verdauung fördert beziehungsweise sie vielmehr reguliert. Wenn eine Mahlzeit schwer im Magen liegt, wenn Verdauungsprozesse ins Stocken geraten sind sowie bei Übelkeit und Blähungen können die neutralisierenden Effekte der Pfefferminze helfen, alles wieder ins Lot zu bringen. Auch bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und der Gallenwege fördert die Pfefferminze die Produktion von Gallensäften und sorgt für deren problemlosen Abfluss. Im Magen regt die Pfefferminze die Magensaftsekretion an, wodurch die Magenentleerung beschleunigt und der Appetit angeregt wird – eine Wirkung, die besonders bei Kindern oder auch bei Menschen in der Rekonvaleszenz sehr geschätzt ist. Bei Erkältungen verhilft das ätherische Pfefferminzöl durch seine sekretfördernden und antibakteriellen Eigenschaften im Nu zu freien Atemwegen. Auch bei Muskelschmerzen ist dieses Kräutlein hilfreich und es vertreibt, wie durch Studien erwiesen, zuverlässig Kopfschmerzen und Migräne. Das Pfefferminzöl hat sich  auch wissenschaftlich in seiner Wirksamkeit gegenüber herkömmlichen Medikamenten als mindestens ebenbürtig erwiesen und stellt für künftige Kopfschmerzpatienten eine leicht zugängliche, gut verträgliche und kostengünstige Alternative dar. Greifen Sie bei Kopfschmerzen daher zuerst zu Pfefferminzöl oder trinken Sie in Ruhe einen Pfefferminztee. Und wenn der Hammel, den es als Irish Stew zubereitet morgen geben soll, doch schon sehr alt war. Minze verleiht diesem Gericht die notwendige Frische und vertreibt den „bockeligen“ Geschmack.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

Betrachtungen zu einem besonderen Heiligen

BIOGRAPHISCHE NOTIZEN … Jean Duvergier de Hauranne,

auch Du Vergier, nach seinem Abtstitel (seit 1620) Saint-Cyran“ (* 1581 in Bayonne; † 11. Oktober 1643 in Paris), war ein französischer katholischer Priester und Theologe. Gedenktag im Orden von Port Royal: 11. Oktober. Er hatte entscheidenden Anteil an der Ausbreitung des Jansenismus in Frankreich. Duvergier studierte Philosophie an der Pariser Sorbonne und Theologie am Jesuiten-Kolleg in Löwen, wo er seine Studien 1604 mit Auszeichnung abschloss. In Löwen begegnete er dem vier Jahre jüngeren Cornelius Jansen. Mit ihm vertiefte er sich, zunächst in Paris und 1611–13 in Bayonne, intensiv in die Schriften der Kirchenväter, besonders des Augustinus, wobei sie sich immer mehr der calvinischen Prädestinations– und Gnadenlehre annäherten und damit in Gegensatz zur kirchlichen Bußpraxis, besonders zur kasuistischen Morallehre der Jesuiten gerieten. Duvergier hielt die Kirche seiner Zeit für zutiefst reformbedürftig und glaubte sich selbst zu dieser Reform beauftragt.  1617 wurde er vom Bischof von Poitiers in Dienst gestellt, der ihm 1620 Würde und Einkünfte eines Kommendatarabts von Saint-Cyran verlieh. Duvergier hielt sich jedoch vorwiegend in Paris auf, wo er mit Pierre de Bérulle und Robert Arnauld d’Andilly Freundschaft schloss. Durch die Familie Arnauld bekam er 1623 Kontakt zum Zisterzienserinnenkloster Port-Royal und war ab 1635 geistlicher Führer der Äbtissin Angélique Arnauld und weiterer Schwestern sowie der „Einsiedler von Port Royal“. Unter dem Eindruck der spirituellen und asketischen Persönlichkeit Duvergiers wurde Port-Royal zum Zentrum des Jansenismus, während sich gleichzeitig die päpstliche Verurteilung jansenistischer Lehrsätze (1643) anbahnte. Kardinal Richelieu, ursprünglich ein Freund Duvergiers, sah den Jansenismus jetzt als reichs- und kirchenpolitisch gefährlich an. Er ließ Duvergier am 15. Mai 1638 verhaften und in den Donjon von Vincennes bringen. Bis zu Richelieus Tod wurde er dort gefangen gehalten, konnte jedoch Kontakt mit Weggefährten halten und an der Vollendung von Cornelius Jansens Werk über die Gnadenlehre Augustins teilnehmen. Nach dem Tod Richelieus wurde Duvergier im Februar 1643 auf Bemühen seiner Anhänger freigelassen, starb jedoch noch im selben Jahr an den Folgen der fast fünfjährigen Haft. Er wurde in der Kirche St-Jacques-du-Haut-Pas in Paris beigesetzt.

Pater Gerhards Aktivitäten im Oktober

Mittwoch,       5. Oktober, 19°° Uhr:

Von Wurzeln und Rinden wollen wir künden. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Samstag,       8. Oktober, 14°° Uhr:

Herbstwanderung durch die Ebenweiler Flur. Treffpunkt Brunnenhof

Donnerstag, 13. Oktober, 19:30 Uhr:

Rosmarin, Lorbeer, Salbei und Thymian: Die beiden bei uns nicht winterharten Mittelmeerkräuter – der „Tau des Meeres“ und der „Noble von Laurus“ – spielen die ersten Geigen beim Kräuterreigen in Ostrach. Zwei winterharte Vertreter der Klosterheilkunde – Salbei und Thymian runden diesen Vortrag ab. Bildungswerk Ostrach.

14.-16. Oktober: Klosterfest und Herbstmarkt im Kloster und der Kaiserpfalz Memleben, in der Saale-Unstrut-Region im Herzen Deutschlands.

Mittwoch,       19. Oktober, 18°° Uhr:

Führung durch den Kräutergarten im „Kreuz“ zu Mattenhaus, mit anschließendem Kräutermenü zum Kraut des Monats: ROSMARIN. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07524-97570

Mittwoch,       26. Oktober, 19°° Uhr:

Vom Räuchern und Verduften – Begegnungen mit der feinstofflichen Welt. Ein Vortrag im Brunnenhof.

Donnerstag, 27. Oktober, 19°° Uhr:

Salbei trifft Majoran & Co. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Unsere Gottesdienste im Oktober

Kirchliche Nachrichten der
Christ-katholische Kirche in Deutschland,

Filiatur St. Andreas im Orden von Port Royal
Brunnenhof, Kornstraße 61, 88370 Ebenweiler, Tel./Fax: 07584 – 3233

Montag,         03. Oktober, 10:30 Uhr: Hl Messe in der Hofkapelle Ragenreute.

Freitag,          07. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof mit Krankensalbung

Sonntag,       09. Oktober, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum Erntedank in der Hofkapelle Ragenreute

Dienstag,      11. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof mit Gästen aus Norwegen

Freitag,          14. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       16. Oktober, 18°° Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          21. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      23. Oktober, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          28. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       30. Oktober, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Email: brunnenhof-kraeuter-und-mehr@t-online.de