Fragwürdig – Das Christentum ohne Kreuz?

Vor einigen Wochen pilgerten evangelische und katholische Bischöfe ins Heilige Land. Der Redakteur Jan Fleischhauer schreibt auf „Spiegel on-line“ dazu: „Bilder zeigen den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und den Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, vor dem Felsendom in Jerusalem.“ Beide Kirchenvertreter tragen Kleidung, die sie als Männer des Glaubens ausweist. Aber wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass das Kreuz fehlt, das sie sonst um den Hals tragen. Das ist kein Zufall, wie man erfährt, wenn man die Geschichte zu dem Foto liest. „In der Mitte gibt es einen dritten Herren, den ich zu erwähnen vergaß: Scheich Omar Awadallah Kiswani. Die muslimischen Autoritäten hatten die Bischöfe gebeten, das Symbol ihres Glaubens abzulegen, als sie die heilige Stätte betraten; eine Aufforderung, der die beiden umstandslos nachkamen … Wie soll man es anderes nennen als eine Verleugnung des Glaubens, wenn zwei wichtige Repräsentanten des Christentums bei einer Pilgerreise aus Rücksicht auf die Reizbarkeit muslimischer Glaubensvertreter ihr Kreuz ablegen? Es sind in der Geschichte des Christentums eine Menge Leute gestorben, weil sie genau das abgelehnt haben. Man kann das unvernünftig oder verbohrt finden, in den Kirchen werden sie heute als Heilige und Blutzeugen verehrt. So ist das nun einmal mit dem Glauben: den Gläubigen imponiert Standfestigkeit, nicht die Kapitulation vor fremden Mächten … Die Demutsgeste der Bischöfe fällt in eine Zeit, in der es für Christen in vielen Ländern der Erde wohl noch nie so gefährlich war, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Was sich im Nahen und Mittleren Osten unter den Augen der muslimischen Geistlichkeit abspielt, ist eine Tragödie, anders kann man es nicht sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Verzicht auf das Kreuz viele Christen, die trotz Verfolgung und Diskriminierung standhalten, mit Trauer und Ratlosigkeit erfüllt.“

Unsere Gottesdienste im November

Dienstag,      01. November, 10°° Uhr Allerheiligen Feier, Friedhof Vöhringen

Donnerstag, 03. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Pastoralkonferenz unserer Kirche in Dachau vom 4.-6. November in Dachau

Freitag,         11. November, 18°° Uhr: Martini-Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       13. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,         18. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      20. November, 11°° Uhr: Hl. Messe zum Adventmarkt in der Abtei

Freitag,         25. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       27. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum 1. Advent in Ragenreute

Infos zum Fest Maria Tempelgang

Der Gedenktag „Unserer Lieben Frauen in Jerusalem“ erinnert an die Erzählung im apokryphen Jakobus-Evangelium, wonach Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern, Joachim und Anna, in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, wo sie unter den Tempeljungfrauen erzogen werden sollte. Der Tag war ursprünglich der Gedenktag der am 21. November 543 in Jerusalem unter Kaiser Justinian erfolgten Weihe der Kirche Sancta Maria Nova, die in der Nähe des jüdischen Tempels erbaut wurde. Unter Patriarch Germanus I. wurde Anfang des 8. Jahrhunderts der Tag in Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul – bereits als Mariengedenktag begangen. Durch die Kreuzfahrer kam der Tag ab dem 11. Jahrhundert ins Abendland, im 12. Jahrhundert wurde er in England, im 14. Jahrhundert in Frankreich bekannt, 1371 unter Papst Gregor XI. erstmals in der päpstlichen Kapelle in Avignon begangen. 1472 wurde er von Papst Sixtus IV. für die gesamte katholische Kirche als Mariä Opferung festgeschrieben. In der evangelischen Kirche erhielt der Tag als Buß- und Bettag eine neue Bedeutung.

Bauernregeln: Die Witterung an diesem Tag verkündet den Charakter des kommenden Winters: er wird trocken oder nass, je nach diesem Tag.

Mariä Opferung klar und hell / naht ein strenger Winter schnell.

Mariä Opferung klar und hell, / gibt’s im Winter Wolfsgebell.

Ist Mariä Opfer‘ das Wetter schön bestellt, / so dass die Biene Ausflug hält, / dann ist das nächste Jahr fürwahr / ein böses, teures Hungerjahr.

 

Pater Gerhards Aktivitäten im November

Mittwoch,       2. November, 18°° Uhr: Hildegards Kräuterwelt. Vortrag im Berggasthof Höchsten. Anmeldung dort: 07555-92100.

Donnerstag, 3. November, 19°° Uhr: Kräuterrezepte für den Hausgebrauch. Vortrag im Brunnenhof.

Mittwoch,       9. November, 19°° Uhr: Die Kraft des Räuchens. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Donnerstag, 10. November, 19°° Uhr: Von Wurzeln und Rinden wollen wir künden. Vortrag im Brunnenhof.

Dienstag,      15. Oktober, 19°°Uhr: Schmieren und Salben hilft allenthalben. Balsame selbst fertigen im Brunnenhof.

Donnerstag, 17. November, 18°° Uhr: Atem Gottes und Botschaft an den Himmel. Vom Räuchern. Landgasthof Zur Sonne, Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07505-9516940

Dienstag, 22. – Mittwoch 23. November: Zeit für mein Leben. „Dem Ende entgegen gehen!“ Impulse, Stille und Bewegung. Kurzexerzitien. Sie bezahlen € 60,00 einschließlich einem einfachen Mittagessen. Dazu kommen Übernachtung, Frühstück und Abendessen im Gasthof Adler. Anmeldung bis 10. November.

Donnerstag, 24. November, 19°° Uhr: Die Kraft des Räucherns. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Das Kraut für den November: Cistrose

Cistus, Cystus auch Cistrose oder Zistrose genannt. Schon wieder mal die „alten Ägypter“ und die Griechen! Seit Jahrtausenden wird dort die „Cistrose“ als Heilpflanze, zum Räuchern, als edle Duftessenz und als Schönheitsmittel verwendet. Es sind stark verzweigte, buschige Sträucher oder Zwergsträucher mit aromatischem Harz, dem Labdanum. 24 Arten sind bekannt. In unserer Betrachtung konzentrieren wir uns auf die „Kretische“ oder „Graubehaarte Zistrose“ (Cistus creticus, Cistus incanus).  Auf dem Olymp, so erzählt man sich, kam es über die Zistrose zum Streit. Die Götter konnten sich nicht über ihre Heilwirkung einigen. Beinahe der erste „Grexit“ in der Geschichte! Die weibliche Fraktion im Götterhimmel beanspruchte das Pflänzchen wegen ihrer schönen Blüten und des wunderbaren Duftes. Ares, Kriegsgott im Götterreigen, wollte das Harz der Pflanze als Heilmittel bei Verletzungen aller Art in seinen Tornister packen. Da meldete sich Cistus, die „Griechische Bergrose“ zu Wort und versprach beides zu leisten! Übrigens: Das Holz des Strauchs schützt seit jener Zeit auch vor dem „Bösen Blick“.

Die Menschen im Umfeld der Cistrose brauen sich seit vielen Jahrhunderten aus den Blättern dieser Pflanze einen wohlschmeckenden Tee und trinken diesen zur Stärkung der Abwehrkräfte. Zur Gewinnung des Harzes wurden früher Ziegen durch die Zistrose-Pflanzen getrieben. An den Haaren des Fells blieb das Harz kleben. Das Fell wurde dann gestutzt und die Haare ausgekocht. Im abgekühlten Wasser fand sich dann das Harz. Wenn das Fell nicht geschnitten werden sollte, wurde das Harz stattdessen herausgekämmt. Sogar gegen Borreliose sollen die Wirkstoffe der Rose helfen. Während sich Tee aus dieser Pflanze bis ins Mittelalter hinein großer Beliebtheit erfreute, geriet er danach zunehmend in Vergessenheit. 1999 wurde dieser kleine Strauch aus der Macchia der griechischen Halbinsel Chalkidiki von der wissenschaftlichen Institution Herba Historica als „Pflanze des Jahres” gekürt. Heutzutage bezeichnet man die Zistrose mit Fug und Recht als „Super-Kraut“. Wie schön, dass man nicht erst zum Alkoholiker werden muss, um die positiven Wirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem, für die sonst Rotwein bekannt ist, zu erreichen! Bis vor kurzem galten nämlich noch grüner Tee und Rotwein als die polyphenolreichsten Mittel überhaupt. Jetzt wurde herausgefunden, das Cistus dreimal mehr Polyphenole enthält! Doch was sind Polyphenole? Früher wurden diese vitaminähnlichen Stoffe auch Vitamin P genannt. Berühmt geworden sind sie durch ihre starke antioxidative Wirkung; diese ist wesentlich ausgeprägter als bei allen anderen heute bekannten Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, und Carotin. Das macht die Zistrose auch verantwortlich für eine Vielzahl positiver Wirkungen, sowohl innerlich wie äußerlich. Hier eine kleine Auflistung der Anwendungsformen: Die Abkochung wird als Tee, Sud und Gurgelmittel für den inneren Gebrauch, sowie  für  Bäder und  Waschungen und zur Herstellung von  Hautpflegeprodukten verwendet. Äußerlich hilft Cistus bei: Candida, Infektionen, Mykosen, Viruserkrankungen, Akne, Neurodermitis, Mandelentzündungen, Schleimhautreizungen, zur Karies- und Parodontose-prophylaxe sowie bei Gingivitis einer gravierenden Zahnfleischentzündung. Innerlich hilft die Zistrose zum Epithelschutz im Darmbereich, bei Darmkrebs, Krebs, zur Darmsanierung, bei Grippe-Virusbefall und als Anti-Aging-„Gedöns“. Allgemein schützt der „kleine Grieche“ den Zellstoffwechsel. Er stabilisiert unser Herz und den Kreislauf, er erhöht die Knochendichte, bringt die Darmflora ins Gleichgewicht, stärkt unsere Abwehrkräfte, schwemmt Schwermetalle aus und bewahrt unsere Haut vor vorzeitiger Alterung. Der tägliche Genuss von nur einer Tasse Tee soll angeblich eine erhebliche Verbesserung der Abwehrkräfte und der Darmflora sowie eine deutliche zellschützende Wirkung mit sich bringen. Eine bessere Abwehr gegen freie Radikale soll helfen eine Zellschädigung zu verhindern und somit der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten vorbeugen. Auch zur Entgiftung des Körpers von Schwermetallen empfehlen manche Ärzte den Zistrosentee. Was ist CYSTUS052? Bekannt wurde der Pflanzenextras Cystus052 durch Experimente mit Grippeviren an der Uni Münster, bei denen sich herausgestellt hat, das Cistus Incanus Grippezellen daran hindert, in Körperzellen einzudringen. Weiterhin wird angenommen, dass einige der Pflanzenstoffe in der Lage sind auch Viren, Bakterien und Pilze zu bekämpfen. Meine Empfehlung: mit Salbei und Cistrose können wir der Influenza wirkungsvoll vorbeugen. Und hier noch das Beste: Es sind keine Nebenwirkung bekannt! Cystus kann als wohlschmeckender Tee (getrocknet ca.10 Gramm pro Liter, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Sud (gleiche Menge ca. 10 Minuten kochen) getrunken werden. Die schönen rosa Blüten können genauso wie die ledrigen Blätter verwendet werden. Das Pflänzchen verträgt ca. -15°C Frost. Überwinterung sollte daher am besten an einem hellen kühlen Ort im Haus oder Wintergarten erfolgen. Cistus ist robust und leicht zu ziehen. Mit etwas Winterschutz ist das griechische Pflänzchen sogar in Deutschland winterhart.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.