Nach-Überlegungen zur Weihnachts-Zeit

Mir scheint, dass dunkle Wolken über der Krippe am Fest der Geburt des „immer größeren Gottes“ aufgezogen sind. Moralin-saurer Regen fällt aus. Forderungen werden aufgestellt und uns wie feuchte Lappen um die Ohren gehauen. Alles ist richtig. Alles ist biblisch fundiert, was die Kirchenverantwortlichen da von sich geben. Aber sollte nicht eigentlich die Gottesfrage die bestimmende Größe und das Maß ihrer Predigt, ihrer Verlautbarungen sein?

Vom „rettenden Christ“ singen wir, reden wir, … aber, verstehen wir das? Hier sollte die Rede ansetzen. Fürchtet euch nicht! Hab keine Angst! Vielmehr: Freut euch!  Doch ich höre vom Verständnis für Menschen in nicht ganz so geordneten Beziehungen. Die Hl. Familie dient dazu als soziologische Referenzgemeinschaft. Fehlender Platz in der Herberge ruft förmlich nach Hilfe für Heimat- und Obdachlose. Angeblich arme Eltern. Und die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit steht im Kirchenschiff. Fluchtpunkt Ägypten – dazu brauche ich gar nichts weiter zu sagen. Palästina ist besetzt. Damals – wie heute übrigens auch. Auf! Stehen wir den dort Wohnenden bei! Und so weiter und so fort.

Religiös verbrämte, überhöhte und moralisierende Appelle all überall. Dabei gilt festzuhalten: Solidarität und Einsatz für Gerechtigkeit sind keine besonders christlichen Tugenden.

Gottes Menschwerdung aber übersteigt alles Rationale. Dieses Geschehen ist einfach übernatürlich, man sagt transzendent. Es lässt das Herz Gottes durchschimmern. Gott macht sich klein. ER will zu seiner Schöpfung durchdringen, damals wie heute, wie jeden neuen Tag, den er uns schenkt. Gott will zum Menschen vordringen, aus tiefer Liebe und reiner Gnade. Er vermacht uns das als Geschenk seine Sichtweise und gibt so Anteil an sich selbst. Das ist der Schlüssel zum freien Christ-Sein: Liebe. Gottes rosarote Brille, durch die wir alles besser sehen und verstehen können – wenn wir uns darauf einlassen. Davon müssen wird künden. Dann dürfen wir mit Blaise Pascal sagen: Das Herz kennt seine Gründe, die der Verstand nicht kennt. Und: wir werden ihn verstehen.

Pater Gerhard Seidler

Unsere Gottesdienste im Januar

Kirchliche Nachrichten der
Christ-katholische Kirche in Deutschland,

Filiatur St. Andreas im Orden von Port Royal, Brunnenhof, Kornstraße 61, 88370 Ebenweiler, Telefon: 07584 – 3233, NEU: Fax 07584-9216700

Sonntag,      01. Januar, 11°° Uhr:         Hl. Messe zum Neuen Jahr in der Abtei

Freitag,          06. Januar, 18°° Uhr:          Lichtvesper zu Epiphanie, Brunnenhof

Sonntag,       08. Januar, 10:30Uhr:        Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,          13. Januar, 18°° Uhr:          Vesper, Brunnenhof

Sonntag,       15. Januar, 10:30 Uhr:       Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,          20. Januar, 18°° Uhr:          Vesper, Brunnenhof

Sonntag,      22. Januar, 11°° Uhr:         Hl. Messe, Abtei St. Severin

Sonntag,       29. Januar:                           KEIN GOTTESDIENST

Email: brunnenhof-kraeuter-und-mehr@t-online.de

Pater Gerhards Termine im Januar

  1. Januar, 18°° Uhr: „Mit Kräutern gesund ins neue Jahr“, Vortrag im Berggasthof Höchsten. Mit anschließendem Kräutermenü. Anmeldung direkt unter: 07555-92100.
  1. Januar, 19°° Uhr: „Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen“. Pflanzliche Hilfsmittel bei Erkältungen. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler.
  1. Januar, 18°° Uhr: „Von Wurzeln und Rinden wollen wir Künden!“ Baldrian und Beinwell, Blutwurz und Engelwurz, Alant und Karde, Bärwurz und Nelkenwurz – viele Pflanzen haben heilkräftige Wurzeln und Rinden, die man ernten und nutzen kann. Tauchen Sie ein in das uralte Wissen, das sich um Tee, Tinkturen, Wein, Heilöl, Salbe und Mischungen zum Räuchern rankt. Auch Rezepte zum Genießen aus Wurzeln von Heilpflanzen und alten Gemüsesorten werden ausgegraben. Pater Gerhard lädt Sie ein die verborgenen Schätze kennenzulernen. Vortrag im Langasthof zur Sonne in Leupolz. Anmeldung direkt dort unter: 07506-9516940.
  1. Januar: 19°° Uhr: „Fasnet & Hexenkräuter“ und ein nicht ganz ernst gemeinter Ritt auf dem Hexenbesen. Pater Gerhard lädt Sie ein, mit dabei zu sein. Treten Sie ein ins Reich der „Zwielichtigen Kräuter“. Vortrag im Brunnenhof.
  1. Januar: 19°° Uhr: „Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen!“ Pflanzliche Hilfsmittel bei Erkältungskrankheiten. Im Volksmund kursiert die alte Weisheit: Gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Pater Gerhard wird in seinem Vortrag überpflanzliche Hilfsmittel, die helfen eine Erkältung zu überwinden darauf eingehen. Neben den notwendigen Grundlagen über die Wirkmacht von Heilkräutern werden gezielt Pflanzen aus „Gottes grüner Apotheke“ vorgestellt, die bei „Rotznase und Co.“ hilfreich sein können. Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung: 07576-1854.

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Januar-Kraut Odermennig

„De Agrimonia ist warm. In wem das Wissen und das Gefühl entleert sind, dem sollen die Kopfhaare abgeschnitten werden, weil die Haare ihm den Schauer und das Zittern verursachen. Und Odermennig werde in Wasser gekocht, und mit diesem warmen Wasser werde der Kopf gewaschen. Und dieses Kraut soll auch so warm mit einem Tuch über sein Herz gebunden werden. Sobald er ein Schwinden des Wahnsinns spürt, dann soll das Kraut auf seine Stirn und seine Schläfen gelegt werden … Wenn aber ein Mensch von Begierde und Unenthaltsamkeit aussätzig wird, dann koche er einen Kochtopf Odermennig mit einem Teil Ysop und Gundelrebe, mische Menstruationsblut darunter, soviel er bekommen kann, mit Gänse-, und Hühnerfett und mache daraus eine Salbe …“ (Physica, Heilkraft der Natur, Cap. 1-114). Deftige Kost ist’s, die Hildegard von Bingen da bietet.

Das „Heil aller Schäden“ und „Heil aller Welt“, der „König der Heilkräuter“, eben der Odermennig (Agrimonia eupatoria), ist eine uralte Heil- und auch Zauberpflanze, die zur Familie der Rosengewächse zählt. „Agrimonia“ – sozusagen der Familienname – ist eine latinisierte Bezeichnung für „Feldbewohner“. Eine Heilpflanze mit dem Namen „Eupatorion“ wurde in den Werken von Dioskurides, Plinius und Galen aufgeführt. Dioskurides schrieb ihm folgende Wirkungen zu: „Sein mit altem Schweinefett zerriebenes Laub, schwer verheilenden Geschwüren aufgelegt, führt zur Heilung; Samen und Kraut mit Wein hinuntergespült hilft Darm- und Leberkranken und von Schlangen Gebissenen.“ Dieser „Vorname“  „eupatoria“ geht vermutlich auf den König von Ponthus Mithridates Eupator zurück. Volkstümliche Bezeichnungen sind: „Leberklee“, „Klettenkraut“, „Brustwurz“ … Die im Volksmund verwendete Bezeichnung „Kirchturm“ verdankt der Gemeine Odermennig seinem langen Pflanzenstiel, und „Sängers Gold“ weist den etwas nach Aprikosen schmeckenden Tee als Heilmittel für die Stimmbänder aus. Gemeinsam mit Eisenkraut und Enzian wird aus dieser Pflanze ein Liebestrank, der aus einer unwilligen Frau eine willige macht. Der Mann, der mit einem goldenen Werkzeug, am besten am Karfreitag,  die Wurzel ausgräbt und dann bei sich trägt, „hat Glück bei den Frauen“, wie ein alter Schlager weiß. Auf Grund ihres Gerbstoffgehalts hat die Droge eine milde adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Innerlich wird die Pflanze eingesetzt zur Therapie von Durchfallerkrankungen, zur Behandlung von Entzündungen im Mund-, Rachenbereich sowie der Stimmbänder und als Tonikum bei Gallen- und Milzbeschwerden. Äußerlich kommen bei Entzündungen der Haut Umschläge zum Einsatz. Volkstümlich wird die Pflanze auch noch zur Therapie von Bettnässen, Nieren- und Blasenentzündungen sowie bei Diabetes eingesetzt, ohne dass die Wirksamkeit für diese Anwendungen bisher wissenschaftlich bewiesen werden konnte. Homöopathische Zubereitungen verwendet man bei Bronchitis. Weitere Quellen berichten von einer Wirksamkeit bei Leberinsuffizienz und Darmkatarrh. Hierfür wird ein Aufguss oder eine Alkoholtinktur aus den blühenden Sprossspitzen bereitet und innerlich angewendet. Die Pflanze, insbesondere die Wurzel, wurde zum Gelbfärben von Wolle verwendet. Je später im Herbst die Pflanze zum Färben geerntet wird, desto dunkler wird das Gelb.  Getrocknete Odermennig-Wurzeln verströmen einen köstlichen Duft. Mit ihnen holt man sich die Energie der Pflanzen samt der der Sonne ins Haus!

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

Unsere Gottesdienste im Dezember

Freitag,          02. Dezember, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof zum Fest des Apostels Andreas mit Krankensalbung

Sonntag,        kein Gottesdienst

Freitag,          09. Dezember, 18°° Uhr: Lichtfeier im Advent im Brunnenhof

Samstag,       10. Dezember, 17:30 Uhr: Impuls zum 8. Ebenweiler Adventskalender „Fürchte dich nicht!“

Sonntag,      11. Dezember, 11°° Uhr: Hl. Messe zum 3. Advent in der Abtei St. Severin

Freitag,          16. Dezember, 13:30 Uhr: Wir nehmen Abschied und feiern die Heimkehr von Ilse Kempe. Requiem in der Pfarrkirche Ostrach und anschließender Beisetzung auf dem Friedhof daselbst.

Sonntag,       18. Dezember, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum 4. Advent in Ragenreute

Freitag,          23. Dezember, 18°° Uhr: Lichtfeier im Advent im Brunnenhof

Samstag,       24. Dezember, 16°° Uhr: Christmette in der Hofkapelle Ragenreute

Montag,         26. Dezember, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Samstag,       31. Dezember, 17°° Uhr: Jahresabschluss-Gottesdienst im Brunnenhof

Sonntag,      01. Januar, 11°° Uhr: Hl. Messe zum Neuen Jahr in der Abtei

Wesentliches!

Von der Wirklichkeit unserer Lebensumwelt angestoßen will ich euch von Wesentlichem berichten, von etwas, was mir das Kostbarste ist. Dazu sollten wir uns vergegenwärtigen von wem wir eigentlich Reden wenn wir IHN meinen. Aramäer ist ER. Von Gestalt so, wie wir es an den syrischen Flüchtlingen sehen: dunkelhäutig und hager. Und ganz besonders gilt jedenfalls für mich: ER ist der Ausgestoßene, ER, der alles angestoßen hat. Aber er ist auch der, der uns BEGEISTERT, der uns trägt und uns hält auf Ewigkeit hin. ER ist‘s. Die Frage ist: Lassen wir uns tragen? Und: Wie zeigt sich das?

Die einst Mächtigen, die Macht- und Rechthaber in den etablierten Kirchen sind zahnlose Tiger geworden. Eigentlich wurden / werden  sie zum Dienst geweiht. Knechte, Diener, ja Sklaven, – das aber waren sie nie. Wer fürchtet, wer achtet sie noch? Die Zeiten sind vorbei. Wer nimmt noch auf, erwägt‘s in seinem Herzen, was da gesagt wird? Salbungsvoller Sermon – nicht nur alter einsamer Männer. Das was sie sagen ist moralinsaurer verbrämtes Geschwätz, was mit dem eigentlichen Glauben kaum mehr etwas zu tun hat, obwohl es so dargeboten wird. Das interessiert kaum noch jemand. Ihr Geschwätz, mit Zitaten belegt, geht an der heutigen Lebenswirklichkeit vorbei, verfehlt auch die noch  aktiven Christenmenschen, geht auch an deren Wirklichkeit – vorbei. Quo vadis ecclesiam? Wohin gehen wir? Wir brauchen einen neuen Reformer, einen Anstößigen, der heute die Kirchen fragen müsste, warum leistet ihr gegen die antichristlichen und unmoralischen Kräfte, die die Welt beherrschen, keinen Widerstand. Kirchen müssen aufstehen gegen die Vorherrschaft der Kapitalinteressen und eine „Wirtschaft, die tötet“. Müsste nicht Kirche das Leben aus Beziehung und Barmherzigkeit zum Mittelpunkt ihres Seins machen? – Wie finster sieht es da aus. Milliarden auf dem Konto und um Almosen betteln!

Wie sind wir als Kirche mit dem, was unser Urgrund ist, was unseren  Glauben ausmacht, in dem, was sich Öffentlichkeit nennt gegen-wärtig? Wie und wo sind wir „präsent“ (meint das nicht auch „Geschenk“?) Wir sind „vergangenheitswärtig“! Sind wir zukunftsfähig? Diejenigen, die noch kirchlich sozialisiert aufgewachsen sind, wissen noch etwas vom Person-, Gemeinwohl-, Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip, das die Soziallehre vor allem der katholischen Kirche auszeichnet, sie wissen vom caritativen Tun. Sie wissen noch von dem was unseren Glauben ausmacht, was Gottesdienst soll und ist. Wirklich? Wer geht noch sonntäglich „in die Kirche“? Wer weiß, dass wir Danksagung feiern und das dies das einzige „Opfer“ ist, welches wir unserem „Ein-und-Alles!“, eben unserem Gott, darbringen und sonst nichts? Wer kommt, der scheitert manchmal – oder doch eher oft – an Ritualen, die er nie hinterfragt hat, an Wörtern und Zeichen, die für ihn keinen Lebensbezug mehr haben. Heute gilt mehr denn je: „Wer sich nicht auszudrücken weiß – so dass man ihn versteht – bleibt auf der Strecke. Unternehmen, Dienstleister, Organisationen, die nicht gut auf den Punkt bringen können, was sie zu bieten haben, werden schlicht und ergreifend zu unattraktiven Ladenhütern. Sie interessieren nicht. Im wahrsten Sinn des Wortes. Das klingt nicht nur radikal – das ist ein Weckruf, der die Kirche zu radikalem Umdenken bewegen sollte.“ (Eva Jung)

Komm und schau! Schau dir die Sorgen an, die andere haben. Geh mit mir! Werde wie ich auch ein „Sorger“, einer, der Interesse weckt an dem, was mich begeistert. Einer der Interesse wecken will muss sich zuallererst für den interessieren, der ihm da entgegenkommt. Wenn ich mich interessiere stelle ich Fragen und lass mich selbst sogar in Frage stellen. Kann es sein, dass ich dann erst interessant werde, wenn ich die Weisheit nicht „mit Löffeln gefressen habe“? Eva Jung sagt: „wer sich in Frage stellen lässt, ist interessant. So einfach. So schwierig.“

Dazu müssen wieder neugierig werden. Angstfrei wird dann das bestimmende Klima sein, in dem wir uns begegnen. Unser Glauben hat es ja in sich. Er ist lebensbejahend. Er ist alltagstauglich. Er macht „Frohe Botschaft“ zum Lebensprinzip. Und das sollen wir vermitteln! Nicht mehr und nicht weniger! Dazu braucht es keinen Mut. Dazu braucht es Offenheit und Neugier!

Die zu uns kommen wollen gefragt werden: Wie geht’s dir? Was treibt dich um? Klappt das mit Deinem Alltag? Viel zu viele wissen keine Antwort mehr auf das, was unseren Glauben eigentlich ausmacht. Und das was sie Wissen ist alles andere als alltagstauglich! Es ist Fakt: die biblische Weisheit – geschweige denn die kirchlichen Maßgaben – sind nicht mehr Allgemeingut. Sie sind einfach nicht mehr gegenwärtig. Aber irgendwie birgt dies auch die Chance Neugier zu wecken, einfach noch mal neu anzufangen mit der uralten Botschaft von Gott und seinem Bund mit uns. Dazu aber sind überzeugte Botschafter gefragt, die das, was sie verkünden, verständlich machen und es vor allem auch leben. Im Zusammenspiel wird es dann sein, dass unser Glaube nützlich und alltagstauglich ist. Wenn wir so über unseren Glauben reden wird klar werden welche Brisanz und Relevanz Kirche für das Leben eines jeden von uns haben kann. Begeistertes Reden wird die Lust auf mehr – auf viel mehr wecken. Probieren wir es. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. ER sagt uns zu: Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht!

Pater Gerhard Seidler

(Quelle des Zitats: Eva Jung, Werbung für Gott, Anzeiger für die Seelsorge 10/2016)

 

Gedanken zum Advent von Br. Friedrich

Gott kommt.

Endlich kommt er.

Ich dachte schon, er hat uns vergessen.

Bin ja gespannt, was für ein Typ da kommt.

Man hat ja allerlei von ihm gehört.

Er soll ja ganz anders sein. Nicht so wie die gewöhnlichen Götter.

Aber er soll ja auch ganz eigen sein. Manche meinen sogar ein bisschen verrückt.

Einige vermuten er sei so eine Art Obermacho.

Andere sind sich wiederum sicher, dass er der größte Softie ist.

Und dann sind da noch die vielen, die Gott für ein bloßes Gerücht halten.

Denn gesehen hat ihn noch keiner.

Und jetzt soll er also kommen.

Er kommt zu uns und ich hege jetzt doch Bedenken, ob Gott erkennbar ist.

Ob ich ihn erkenne, wenn er kommt.

Denn eigentlich will ich schon dabei sein, wenn Gott kommt,

will Gott begrüßen, da er sich schon auf den Weg macht.

Und gespannt bin, wie er ist – unser Gott.

Also – was weiß ich denn von Gott? Wie lässt sich Gott beschreiben?

Vielleicht ist Gott ja groß und gewaltig oder doch eher klein und unscheinbar?

Oder sogar beides gleichzeitig?

Gott soll gerecht und mächtig sein, durchsetzungsfähig und unbestechlich.

Es heißt aber auch, Gott sei gütig und nachsichtig, weich und voller Milde.

Manche meinen Gott sei ein Vater, aber noch mehr eine Mutter.

Gott sei weder Mann noch Frau und doch beides zusammen und noch viel mehr. Gott sei Alles und Nichts sagen manche.

Was bedeutet es nun, wenn Gott kommt?

Wenn einer kommt, ein Mensch, geht er auf mich zu, stellt sich vor,

macht sich bekannt, teilt sein Anliegen mit.

Ob das mit dem Kommen Gottes auch so ist?

Dann muss ich Gott nicht hier und dort vermuten und mutmaßen,

Gott gibt sich mir zu erkennen und macht sich mir bekannt.

Nicht ich erkenne Gott.

Gott kommt zu mir.

Gott teilt sich mir so mit, dass es mir möglich ist Gott zu erkennen.

Mir werden sozusagen die Augen geöffnet.

Ich tauche ein in eine andere Art der Wahrnehmung.

Vielleicht reicht ja diese Sehnsucht nach Gott aus um sein Kommen zu ermöglichen.

Vielleicht provoziert Gott sein Kommen in mir.

Vielleicht liegt in mir, in meinem Wesenskern schon immer dies Andockstelle für Gottes Kommen.

Vielleicht besteht mein Anteil nur, dies für möglich zu halten.

Vielleicht ist das Unmögliche für möglich halten der bevorzugte Weg für das Kommen Gottes.

Vielleicht ist das Kommen Gottes, das Ankommen Gottes eine unmögliche Möglichkeit und darum einfach ein Wunder.

Pater Gerhards Dezember Termine

Donnerstag, 1. Dezember, 19°° Uhr: Advent – auf Weihnachten geht es zu.

Wissenswertes über diese Zeit. Im Brunnenhof

Montag,         5. Dezember, 18°° Uhr: Weihnachten entgegen gehen. Uraltes neu entdecken. Vortrag im Berggasthof Höchsten. Anmeldung dort: 07555-92100

Mittwoch,        7. Dezember, 19°° Uhr: Weihnachtswunderwelt. Machen Sie sich mit Pater Gerhard auf den Weg, den Weg hin zu einem der wichtigsten Ereignis der Geschichte: „Gott wird Mensch, damit der Mensch Gott werde.“ Tauchen Sie ein in den jährlich wiederkehrenden und doch jeweils neuen Kreislauf der Weihnachtszeit. Entdecken Sie das uralte Kalendarium der Bräuche und Festzeiten für sich neu oder anderes… Informationen und kurze Betrachtungen zu Kräutern und Pflanzen der Weihnachtszeit wollen zum Mitfeiern einstimmen. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Donnerstag, 8. Dezember, 18°° Uhr: Vom Haltbarmachen. Landgasthof Zur Sonne, Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07505-9516940

Samstag,       10. Dezember, 17:30 Uhr: Wir machen mit! Ebenweiler Adventskalender. „Fürchte dich nicht!“ im Brunnenhof mit Gedanken und sonstigen Leckereien.

Mittwoch,       14. Dezember, 19°° Uhr: Von Boten Gottes in unserer Welt. Ein „englischer“ Vortrag im Brunnenhof

Donnerstag, 15. Dezember, 19°° Uhr: Von Wurzeln und Rinden will ich künden.

Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt                        unter:       07576-1854

Dienstag,      20. Dezember, 19°° Uhr: Vom Licht der Weihnacht. Ein besinnlicher Abend mit Gedichten, Geschichten, Liedern … im Brunnenhof

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Mein Dezemberkraut: Kamille

An Sophie, als sie die Kamille besungen wissen wollte, Dresden 1808, Heinrich von Kleist.

Das Blümchen, das, dem Tal entblüht, / Dir Ruhe gibt und Stille,

Wenn Krampf dir durch die Nerve glüht, / Das nennst du die Kamille.

Du, die, wenn Krampf das Herz umstrickt, / O Freundin, aus der Fülle

Der Brust, mir so viel Stärkung schickt, / Du bist mir die Kamille.

Karl Heinrich Waggerl hat ein humorvolles Gedicht über die Kamille geschrieben, die wohl als Inbegriff der Heilpflanze gilt.

„Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen, / verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt / auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein / Glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist. Er schreit nach Pillen. / Verschont mich, sagt er, mit Kamillen, / um Gottes willen.“

Dieses Kraut – Matricaria recutita / chamomilla – ist eine der allerbeliebtesten Heilpflanzen in Europa. Zu Recht verwenden viele Großmütter die Kamille für alle Arten von Beschwerden, denn sie kann als wahrer Tausendsassa eingesetzt werden. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort aber bekämpft wird. Sie gehört zur Familie der Korbblütler. Im englischen Sprachraum wird sie „Chamomile“ genannt. Der Gattungsname Matricaria ist hergeleitet vom Wort „mater“, das meint „Mutter“, weil die Pflanze früher oft bei Erkrankungen im Wochenbett verwendet wurde. Mundartliche Bezeichnungen für die Kamille waren früher auch „Kamelle“ und auch Apfelkraut. Sie wächst auf sandig, lehmigem Boden, an Äckern, Wegen und auf Brachland. Die Pflanze ist fast in ganz Europa heimisch und gedeiht bis zu einer Höhe von 1600 m. Zur Gattung Kamille gehören einige Arten, von denen die Echte Kamille am wirksamsten ist. Man erkennt  sie an ihrem starken typischen Geruch. Sie duftet nach grünem Apfel. Äußerlich empfiehlt sich die Pflanze bei Wunden, Geschwüren und Entzündungen, insbesondere im Mund- und Rachenbereich. Sie ist auch ein gutes Mittel zur Behandlung von chronischem Schnupfen, recht bekannt ist ihre Wirkung als Dampfbad bei Nebenhöhlen-entzündungen. Innerlich angewendet empfiehlt sich die Kamille als krampflösendes und beruhigendes Mittel bei Koliken und Schmerzen im Magen- Darmbereich. Interessant ist, dass Kamille bei Infektionen Bakterien (wie Staphylokokken und Streptokokken) unschädlich machen kann. Diese Tatsache war schon in der alten Volksheilkunde bekannt und ist heute wissenschaftlich untermauert worden. Kamillenextrakte finden auch Anwendung in Kosmetika. Wen wundert es, dass diese hervorragende Heilpflanze schon im Altertum ihre Anwendung fand. Schon die arabische Medizin kannte Kamillenöl. Der Apotheker Tabernaemontanus (1520 – 1590) beschreibt die Wirkung des Kamillenöls wie folgt: „Das Chamillenöl erweichet Beulen und Knollen/stillet Schmerzen/und legt nieder alle Geschwulst/…/Es erzeigt wunderbarliche Hülff (Hilfe) in den Wunden der Nerven/…/Es stillet den Schmerzen des Magens und des Darms.“

Eine zweite Art sei hier nun noch erwähnt: Die alten Ägypter weihten die „Römische Kamille“ dem Sonnengott Ra. So nimmt es nicht Wunder, dass auch in der europäischen Volksheilkunde die Römische Kamille schon immer eine sehr wichtige Heilpflanze war. Tee wurde bei Trotzanfällen bei Kindern eingesetzt. Das Kraut – auch es duftet nach grünem Apfel –  soll andere Pflanzen heilen, daher hat man es früher neben kranke Pflanze gesetzt. Ursprünglich aus Nordafrika zu Hause ist sie nun in Westeuropa und rund ums Mittelmeer heimisch. Selten in der freien Natur zu finden, meist nur in Kulturen, Gärten oder um Siedlungen. Sie wächst bevorzugt auf Grasfluren und an Gebüschen.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.