Die Gottesdienste im Februar

Freitag,        03. Februar, 18°° Uhr: Vesper, Kerzenweihe & Blasiussegen, Brunnenhof

Sonntag,      05. Februar, 10:30 Uhr; Hl. Messe, Blasiussegen, Ragenreute

Freitag,        10. Februar, 18°° Uhr: Vesper mit Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      12. Februar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Freitag,        17. Februar, 18°° Uhr: Vesper, Brunnenhof

Sonntag,      19. Februar, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Freitag,        24. Februar, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      26. Februar, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

Pater Gerhards Termine im Februar

  • 6. Februar, 18°° Uhr: „Fasnet & Hexenkräuter“ – und ein nicht ganz ernst gemeinter Ritt auf dem Hexenbesen. Pater Gerhard lädt Sie ein, mit dabei zu sein. Treten Sie ein ins Reich der „Zwielichtigen Kräuter“. Vortrag im Berggasthof Höchsten. Mit anschließendem Kräutermenü. Anmeldung direkt unter: 07555-92100.
  • 8. Februar, 19°° Uhr: „Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen“. Pflanzliche Hilfsmittel bei Verdauungsbeschwerden. Neben den notwendigen Grundlagen über die Wirkmacht von Heilkräutern werden gezielt Pflanzen aus „Gottes grüner Apotheke“ vorgestellt, die bei Störungen unseres Verdauungssystems hilfreich sein können. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler.
  • 16. Februar, 19°° Uhr: „Die Welt der Heilkräuter bei Hildegard von Bingen“. Die Aufzeichnungen der ‚ersten schreibenden Ärztin’, einer der großen und weisen Frauengestalten des Mittelalters, ihre ‚Physica’, stehen im Mittelpunkt der Betrachtungen von Pater Gerhard. Welche Eigenschaften, Nutzen und Wirkmacht spricht sie den Pflanzen zu und wie verhelfen uns diese uns dazu uns einem gesünderen Leben zuzuwenden? Auf diese Fragen soll diese „Exkursion“ Antworten geben. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung: 07576-1854.
  • 22. Februar, 19°° Uhr: „Kräuter der Kloster-Heil-Kunde“. In diesem Vortrag vermittelt Pater Gerhard, auf der Basis der klösterlichen Tradition, auch das Kräuterwissen unserer Zeit. Einem kurzen geschichtlichen Überblick folgt die ausführliche Darstellung einiger ausgewählten Pflanzen, wie wir sie im Hortulus des Walahfrid Strabo und den Aufzeichnungen des Klosterbruders Odo von Meung finden. Zeitgenössische Aussagen über die Wirkmacht dieser Kräuter runden diesen Vortrag ab. Vortrag im Brunnenhof.

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Freud und Leid,

Lachen und Weinen alles hat seine Zeit, wie wir es seit uralten Zeiten „wissen“.

Für uns „Trotz alledem“-Christen, für uns „Dennoch“-Christen ist das kein riskantes Spiel. Ein Widerspruch ist’s, den wir aushalten müssen. Widersprüchlich offenbart sich unser Gott und wir dürfen das austragen und aushalten. Liebevoll und wie Freudenrausch und doch auch furchterregend und unergründlich tief, so ist Gott. Alles. Schatten und Licht. Bombenhagel und Freudenfest. Grauen und Vertrauen. Alles ist da, ist gegenwärtig. Und wir sind mittendrin. Gefangen darin ist auch jede Rede über das Religiöse.

Du musst nicht lange in der Bibel zu blättern, um von Brudermördern, Ehebrechern und Verrückten zu erfahren. Himmelschreiendes – auch über unseren Gott – erfahren wir.

Aber dem Bösen, das aus allen Ecken lugt, setzen die biblischen Autoren einen nie versiegenden Strom von Hoffnungsbildern und Verheißungen entgegen. Vom „Licht für die Völker“, von der Herrlichkeit ist die Rede, vom Heil, das keinem Terror weichen wird. Und den Gipfel dieser Frohen Botschaft bildet im Neuen Testament die Aussage, dass ER, der Gesalbte, der Sohn Gottes ist, dass ER „Gottes letztes Wort“ an uns ist.

Neu buchstabiert wird durch ihn, den Gekreuzigten und Auferstandenen, die Liebe Gottes, sein Wesen.

Sehr kühn und gewagt ist dies. Hoffnung gegen allen Anschein.

Nur diese Botschaft halten wir in Händen – sonst nichts!

Uns bleibt am Ende dieses Erdenwegs nur die eine Tür: durch Kreuz, den Tod hindurch geht es zur Auferstehung.

Und uns dämmert, dass das Reich Gottes, das Jesus, der Gesalbte, verkündet hat, in der Tat nicht von dieser Welt ist.

Es hat keine Kanonen, keine Bomber, keine Grenzen, nicht einmal Paläste und Tempel, geschweige denn Steuerlisten.

„Fürchte dich nicht!“ „Freu dich!“, das sind die Ansagen. Das ist  die Wegweisung für sein Reich, für unser Leben.

Wir sind eingeladen, in den Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe zu wachsen. Dabei wir uns klar werden, aufleuchten wird dann auch die Einsicht, dass wir alle „nur Gast auf Erden sind“.

Bewährung ist unsere Zeit, nicht Erfüllung.

Und deshalb ist Freude, sind Rosen aber auch Weihrauch gerechtfertigt.

Allsamt verweisen sie auf das Licht, das von keiner Dunkelheit erfasst werden kann.

Sie sind Zeichen für das Leise und das Wertvolle, für die bleibende Hoffnung, dass wir selbst alle Kinder, Töchter und Söhne Gottes sind.

Pater Gerhard Seidler

Kraut des Monats – Lavendel

Was Rosmarin für den Geist, ist Lavendel für die Seele“. So lautet ein altes Sprichwort. Volkstümliche Namen wie „Balsamkraut“, „Hirnkraut“ oder „Nervenkräutl“  belegen dies eindrucksvoll.

Der „Echte Lavendel(Lavandula angustifolia, auch Lavandula officinalis oder  Lavandula vera genannt) gehört zu den Klassikern der Heilpflanzen. Von Bedeutung sind ebenfalls Speik-Lavendel und der sogenannte Lavandin, eine Mischung der beiden vorgenannten Sorten.  Zu seinen mediterranen Verwandten zählen unter anderem Salbei, Rosmarin und Thymian. Im Namen des Kräutleins wird Wesentliches ausgesagt. Das lateinische Verb „lavare“ meint „waschen“. Lavendel wie auch Salbei und Ysop zähle ich deshalb zu den Waschkräutern. Noch eine Eigenschaft gilt es vorab festzuhalten: Lavendel wird von keinem Schädling befallen. Wir alle kennen Lavendelsäckchen, die unsere Kleidung vor Motten schützen sollen, und in Alkohol gelöst vertreibt das Kraut Insekten die uns umschwirren, „wie Motten das Licht“, die uns stechen und zum Kratzen reizen. Rund dreißig Lavendel-Arten lassen sich unterscheiden. Dazu kommt noch eine Vielzahl an Sorten die des Gärtners Fleiß geschaffen hat. Heimat des Lavendels sind ursprünglich die Küstenregionen des Mittelmeer-raums. Dort kommt er an trockenen, warmen Hängen weit verbreitet vor.  Er wächst an trockenen und felsigen Hängen, vereinzelt bis an die Waldgrenze. Lavendel ist die charakteristische Pflanze der Hoch-Provence; die großen Lavendelfelder sind ein touristisches Ziel. Festzuhalten gilt: Je kälter die Gegend, desto geruchärmer der Lavendel. Benediktiner-Mönche waren es, die ihn in unseren Gefilden nördlich der Alpen eingeführt haben.

Allerdings sucht man ihn in den bekannten Schriften der großen Heilkundigen und Hochkulturen der Antike vergebens. Schriftlich erwähnt wird er erst im frühen Mittelalter durch Hildegard von Bingen, die ihn in ihrem „Physica“ als wärmend und trocknend beschreibt, aber ausdrücklich vor der inneren Anwendung warnt. Im „Macer floridus“, in dem der französische Benediktiner Odo von Meung bereits mehrere Arten von Lavendel beschreibt, gibt es allerdings auch Hinweise auf innere Anwendung. Im Mittelalter wurde dem Lavendel im Volksmund u.a. auch der Name „Muttergottespflanze“ gegeben. Er sollte Dämonen fern halten, aber auch „unkeusche Gelüste“ abwehren. Ob diese Mythen dazu beitrugen, dass er seit dem 16 Jahrhundert Einzug in die Bauerngärten hielt, ist allerdings nicht belegt. Doch allein die Färbung von Laub und Blüte und der betörende Duft sind ausreichend Argumente für die Anpflanzung im Garten. Doch nun zurück zum eingangs zitierten Sprichwort: „Was Rosmarin für den Geist, ist Lavendel für die Seele“.

Schon seit Jahrhunderten gilt Lavendel als „Balsam für die Seele“. Angst, Unruhezustände, Ein- und Durchschlafstörungen, nervöse Magen- und Darm-beschwerden und manches mehr kann mit den duftenden Blüten und Blättern kuriert werden. Wenn wir Lavendel nutzen, schaffen wir Momente „außerhalb der Zeit“, beruhigende und sanfte Augenblicke, die nicht nur unseren Körper und Geist, sondern eben auch unsere Seele reinigen.

Der kleine „Große“ aus der Provence beruhigt und zentriert ohne zu ermüden. Nachweislich hilft Lavendelöl in der Palliativmedizin und bei der Sterbebegleitung. Es wirkt beruhigend für den Sterbenden, wie auch für die Begleiter und die Angehörigen.

Lavendel wirkt darüber hinaus entzündungshemmend, antimikrobiell, antibakteriell, krampflösend und antiseptisch. Frische, mit ätherischem Lavendelöl behandelte Wunden eitern nicht und auch die Schmerzen verschwinden daraufhin rasch. In der Volksmedizin gelten die Blüten als harntreibendes Mittel und als hilfreich bei Fäulnis- und Gärungsprozessen im Darm.

Äußerlich angewendet wirken Einreibungen entkrampfend und muskelentspannend. Das Öl hilft bei rheumatischen Beschwerden, Kopfschmerzen und Migräne und vermag sorgenvolle Gedanken aufzulösen. Portugiesische Forscher konnten zeigen, dass Lavendelöl bereits in geringen Konzentrationen verschiedene Hefe- (Candida-Spezies) und Fadenpilze abtötet, die beim Menschen Haut- und Nagelpilzerkrankungen verursachen können

Köche stellen aus den duftenden Blüten Lavendelbutter, Lavendelsahne und weitere Süßspeisen her. Aromatisieren Sie doch einmal Vanilleeis mit zwei / drei Lavendelblüten oder Lavendelzucker, mit dem Sie auch Fleisch, Fisch und Gemüse karamellisieren können! Konfitüre, Pudding aber auch herzhaftes vom Grill, Wild oder Fisch sowie Salat profitieren von diesem Geschmack. Bei allem aber bedenken Sie: Weniger ist mehr!

Wer dies beachtet, eröffnet sich einen duftenden Schatz.

Herzlichst  Euer Pater Gerhard.