Unsere Gottesdienste im September

Freitag,          01. September, 19°° Uhr, Vesper im Brunnenhof

13.Sonntag nach Pfingsten, 03. September, 10:30 Uhr: Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          08. September, 19°° Uhr, Vesper im Brunnenhof

14.Sonntag nach Pfingsten, 10. September, 10:30 Uhr, Hl. Messe Abtei St. Severin

Donnerstag,            14. September, 19°° Uhr, Vesper mit Vesper im Brunnenhof

Samstag,      16. September: KIRCHENWALLFAHRT NACH VIERZEHNHEILIGEN

15.Sonntag nach Pfingsten, 17. September, 18°° Uhr: Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Keine Gottesdienste in dieser Woche

16.Sonntag nach Pfingsten, 24. September, kein Gottesdienst (Klostermarkt Walkenried)

Freitag,          29. September, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Am letzten Wochenende im Oktober wird Bischof Roald drei Männer in Ebenweiler zu Diakonen weihen. Es handelt sich um den Pastoralen Mitarbeiter Dipl. Theol. Ralf Blasberg, um den Subdiakon Prof. Dr. Volker Schulte aus der Schweiz und um den Subdiakon Davide aus Italien. Informationen und Anmeldung in St. Andreas.

 

Das Kraut des Monats September: Frauenmantel

Frauenmantel, als „Kraut für die Weiber“ den Germanen heilig. Wegen seiner Kraft gegen Frauenleiden weihten die vorchristlichen Hebammen und Kräuterweiber den späteren „Unser Frowen Mantel“ der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Frigga. Mit dem Frauenmantel hatte die Göttin den Frauen ein Mutterkraut geschenkt, das – insbesondere bei abnehmendem Mond gebraucht – die Macht besaß, Blutungen zu stillen oder Geburtswunden zu schließen. Die Germanen verehrten Frigga einst als Spenderin des Ehesegens und brachten ihr Milch- und Räucheropfer dar, damit sie über die Gebärenden wachte.  Alchemilla scheidet auf scheinbar wundersame Weise Wasser durch feine Poren am Blattrand aus. Diese „Gutatationstropfen“ an den feingezackten Blatträndern wird auch „Tau“ genannt. Im Frauenmantel leben verborgene Geister, wussten die alten Kräuterweisen zu berichten. Baum- und Blumenelfen waschen sich im Tau, der sich am Morgen auf den Blättern findet. Der Tau ist begehrtes Alchemistenwasser. Er wird zu allerlei Zauberei gebraucht. Schon der „Druide Miraculix“ aus dem kleinen Dorf  der Gallier (das übrigens nie einen Namen erhalten hat und von Römern und Gästen nur als das „Dorf der Verrückten“ bekannt ist) als namentlich bekannter Mittler zwischen den Göttern und den Kelten, begehrte dieses „Pflanzenwasser“. Es diente zur rituellen Reinigung bei kultischen Handlungen und seiner goldenen Sichel, mit der er die Zutaten für seinen Zaubertrank erntete. Viele  Volksnamen beziehen sich auf diesen Tropfen auf den Blättern, die die Pflanze so reizvoll machen. In christlichen Zeiten wurde der Frauenmantel dann als Pflanze der Jungfrau Maria zum Symbol für alle Schutzsuchenden. Die Alchemisten des Mittelalters sammelten den auf den Blättern der Pflanze sich bildenden Tau. Der botanische Name des Frauenmantels „Alchemilla“leitet sich vom arabischen alkemelych (Alchemie) ab. Alchemisten versuchten, „Gold“ aus diesen „Tautropfen“ zu gewinnen und nutzten ihn für alle möglichen und unmöglichen alchemistischen Prozesse. Sie verwendeten den „Sonnenthau“ zur Bereitung des „Steins der Weisen“, jener geheimnisumwobenen Substanz, die alle unedlen Metalle in Gold und jede Krankheit in Gesundheit verwandeln sollte. „Uns Sinau“ schließlich leitet sich vom mittelhochdeutschen ab (sintowe = Immertau), weil der Wassertropfen auch noch stehen bleibt, wenn der Tau verdunstet ist. Tabernaemontanus rät: „Dieses Kraut in Regenwasser, oder aber Löschwasser, darin die Schmied das glühende Eisen ablöschen, gesotten und mit demselbigen Wasser die heimlichen Örter der Weiber gewaschen, dringet es dieselbigen zusammen als wenn sie Jungfrauen werend.“ Die Tropfen wurden auch gesammelt, um damit das Gesicht zu waschen, für eine schöne Haut und gegen Sommersprossen. Der Name „Gewittergras“ kommt von der Annahme, dass Frauenmantelkränze, an Fenstern, Türen oder auf dem Dachfirst angebracht, vor Blitzschlag schützen sollten. Sich ankündigenden Regen erkennt man, wenn der Frauenmantel „schwitzt“ – er ist eine Wetter-pflanze. Seit dem Mittelalter wird Frauenmantel zur Heilung von Haut- und Frauenleiden eingesetzt. Obwohl deutsche Gesundheitsbehörden den Frauenmantel heute nur noch bei leichtem Durchfall empfehlen, wird dieses Kraut in der Frauen-Naturheilkunde sehr geschätzt: Rund um die Geburt, bei Brustdrüsenentzündung, Menstruationsstörungen und Wechseljahrs-beschwerden wirkt es ausgleichend und regulierend und die Muttermilch treibt es. Später gab der Frauenmantel, der seinen Namen von der Form seiner Blätter, die früher mit dem Umhang Marias, eben Marias Mantel, verglichen wurden, bekam und traditionell bei allen möglichen „Frauenleiden“ angewendet wurde, eine ideale „Marienblume“ ab . Das Kräutlein pflanzt sich, ganz im Sinne der unbefleckten Empfängnis, nur eingeschlechtlich fort. Und weil die Alchemilla das Wasser aus dem Boden aufnimmt, es reinigt und schließlich wieder an den Himmel abgibt, wollten die Christen im „Himmelstau“ sogar den Läuterungsprozess der Seele erblicken.Zusammenfassend sei angemerkt, dass das, was vom Frauenröckchen bedeckt wird, unter der Obhut dieser Pflanze steht. Und da es im Norden der englischen Insel einen Volksstamm gibt, bei dem auch die Mannsbilder Röcke tragen – die Schotten sind gemeint -, hilft er natürlich auch dann, wenn der Besitzer des Kilts an Prostatabeschwerden leidet und sein Wasserhahn tropft. Als Rosengewächs passt es wunderbar zu Rosen; die Pflanze samt sich bereitwillig (oder lästig – je nachdem, wie man das sieht) aus, will man das vermeiden, schneidet man die verblühten Stängel ab. Dann treibt sie auch attraktiv wieder aus.

Das Kräutlein treibt ein rundes Blatt / Wie keines ringsherum es hat.

Mit zierlich eingekerbtem Rand / Ist für den Tau es angespannt,

Recht als ein Schälchen hingestellt, / in welches Perl` auf Perle fällt.

So hebt es auf des Himmels tau, / der niedersinkt auf Flur und Au`,

Manch Elflein gegen Morgen kommt,  / das dürstet, dem zu trinken frommt,

Schöpft aus dem Schüsselchen und spricht: / Ein bessres Labsal gibt es nicht.

(Johannes Trojan)

Gott befohlen und herzlichst – Euer Pater Gerhard.

Pater Gerhards Termine im September

Montag, 4. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten. Anschließend  Kräuterbüfett. Anmeldung direkt unter: 07555-92100

Mittwoch, 6. September, 19°° Uhr: „Der Frauendreißiger. Die Hochzeit der Kräuter“. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler.

Montag, 11.September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten. Anschließend  Kräuterbüfett. Anmeldung direkt unter: 07555-92100

Mittwoch, 13. September, 18°° Uhr: „Minze – unser September-Kraut“.Führung und Vortrag im Hotel Landgasthof Kreuz, Mattenhaus. Anmeldung direkt unter: 07524-97570. Donnerstag,

14. September, 18°° Uhr: „Antiviral und Grün!“ Von den enormen Möglichkeiten der Grünkraft. Vortrag im Langasthof zur Sonne in Leupolz. Anmeldung direkt dort unter: 07506-9516940.

Montag, 18. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten. Anschließend  Kräuterbüfett. Anmeldung direkt unter: 07555-92100. Dienstag,

19. September, 19°° Uhr: „Natürliche Hausmittel aus Großmutters Zeiten“. Eine Zeitreise im Brunnenhof

20.-24. September, sind wir auf dem Klostermarkt in Walkenried / Harz.

Montag, 25. September, 18°° und 19°° Uhr: Letzte Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten. Anschließend  Kräuterbüfett. Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Donnerstag, 28. September, 19°° Uhr: „Die Rosskastanie: ein Geschenk des Schöpfers“. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung: 07576-1854.

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Gottes grünes Kleid

Bildreich beschrieben haben die Menschen in biblischer Zeit ihre Gottes- erfahrungen und – erwartungen: Er brütet über der Urflut, wandelt auf dem Wasser, steigt himmlische Leitern auf und ab, er kämpft – auch mit unlauteren Mitteln, erscheint im Dornbusch der nicht verbrennt, bricht Brot und erscheint in Zungen aus Feuer. Diese schönen Gewänder der Gottessprache, sind von Motten zerfressen. Die mythische Lebendigkeit ist im Ansturm von Wissenschaft und Technik verloren gegangen. Nur ganz Sparriges, Dürres blieb übrig – oder aber seltsam Übertriebenes. Auf einem Ästchen der Metaphysik überlebte das Gottesbild, in logische Engen getrieben – bis auch dieses letzte Ästchen brach für die Menschen der Moderne. Und doch: die Sehnsucht nach Gott, nach dem, was Gott verbürgt, ist ungestillt: Das Gehaltensein in der Not des Lebens, das Sehnen nach Gemeinschaft, Frieden, Gerechtigkeit – mehr noch, nach Barmherzigkeit – diese Sehnsucht ist da und wird da bleiben. Sie ist nicht abzuschaffen, nicht mit Missachtung, Demontage, Kreuzigung. Gott hat uns nicht zum Herrschen bestellt. Gott hat die Menschen zu Dienern des Lebens geschaffen, als Beauftragte Gottes mit dem Mandat, das lebendige Ganze der Erde im Sinn des Schöpfers zu bewahren (Genesis 2). Eine Gott-freie Welt zu erklären, ist die Hybris einer wissenschaftsgläubigen Weltsicht. Sicher ist: Wir haben lernen müssen nicht der Nabel der Welt zu sein. Wir sind ein „Schäumchen im Weltenmeer“ und doch ist menschliche Macht ständig gewachsen. Und damit ist die Krise da. Doch Krise ist Gefahr und Chance zugleich. Wir lernen zu begreifen, dass die Erde – nein, das ganze Universum – ein lebendiger Organismus ist, und keine bloße Ansammlung von Objekten. Irdisch gesehen: Bäume sorgen für gesunde Luft, die wir atmen, die Meere stellen das Klima her, in dem wir leben können, und die Bienen erhalten durch ihre Bestäubungsarbeit unsere Obstplantagen und Blumen. Ganz einfach gesagt: Die Erde und ihre Pflanzen ernähren uns. All dies kann unseren Sinn für Schönheit und für die Schöpferkraft wecken. Die Erde ist ein großer zusammenhängender Organismus und ist in der Lage, alle auf sie einwirkenden Prozesse zu regulieren. Unser Eingriff betrifft immer das Ganze, betrifft unsere Lebensgrundlage. Alles ist mit allem verbunden. „Und was der Erde geschieht, das geschieht auch bald den Menschen.“ Nur wir wollen das nicht wahrhaben. Vieles spricht für diese ganzheitliche Sicht. Je tiefer wir dieses Wunderwerk entdecken, umso mehr tritt der Schöpfer aller Ding wieder in Erscheinung. Nicht als der alte Mann mit Bart aus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, sondern als Gott, der das Leben, ja sich selbst in all dies hineingewebt hat, den grünen Lebensfaden der Schöpferkraft, die Grünkraft, Lebensenergie pur, von der auch Hildegard von Bingen eindrücklich berichtet hat. Ich finde zu Gott nicht nur durch Nachdenken und Argumentieren, Beten und Tun. Im Blumenpflücken, Singen, Tanzen und Lieben, im Streiten und Vergeben im Protestieren all überall kann ich Gott begegnen. In der Gottesfrage geht es ganz einfach um mein Suchen nach seiner und meiner und deiner lebensschaffenden befreienden Gegenwart. So entdecke ich „Gottes grünes Kleid“ und entdecke, dass seine Schöpfung, dass „Mutter Erde“ etwas Heiliges ist. „Herausgerufen“, etwas ganz Besonderes ist sie, so wie es der Ehrentitel für uns Christen meint. Im Buch Hiob (12,7ff) werden wir ermutigt, unsere Schöpfungsahnung im Austausch mit den Tieren zu suchen: „Frage die Tiere, sie lehren es dich, die Vögel des Himmels verkünden es dir, der Erde Gekreuch, es lehret dich, die Fische des Meeres erzählen es dir. Wer wüsste nicht bei alledem, dass dies die Hand Jahwes getan, darin all des Lebendigen Seel, der Geisthauch jedes Menschenleibs?“ (Fridolin Stier). Das bedeutet nicht mehr aber auch nicht weniger, dass wir den Lebensimpuls Gottes in allem was uns umgibt wahrnehmen können, wenn wir nur offen dafür sind. Wo in der Zerbrechlichkeit des Lebens Liebe aufblitzt und Barmherzigkeit, Gottes Segen erfahrbar, ja spürbar werden – wir können suchen, hinschauen, hinhören und wir können Gott in seinem grünen Kleid finden.

Pater Gerhard