Kirchentreffen samt Diakonweihen in, um und um Ebenweiler herum

Unser Bischof Dr. Roald Nicolai Flemestad wird am Samstag, den 28. Oktober 2017, um 14°° Uhr in der Kirche St. Johannes zu Oberhomberg,drei Kandidaten, durch Handauflegung und Gebet, zu Diakonen unserer Kirche weihen.

Es sind dies:

Davide Mossenta, aus Italien,

Prof. Dr. Volker Schulte, aus der Schweiz und

Ralf Blasberg aus Nordrhein-Westfalen.

Die kleine Gemeinde vor Ort freut sich, wenn Sie dieses Glaubensfest mit uns zusammen feiern. Für das Essen im „Heustadel“, den Ausflug ins Franziskanerinnenkloster samt Imbiss und das Essen im Gasthof „Adler“ bitten wir um Anmeldung bei uns!

Das Programm dieser Tage und des dritten Pastoralbesuchs unseres Bischofs:

Donnerstag, 26. und Freitag, 27. Oktober: Anreise der ersten Gäste. Bezug der Quartiere.

Freitag, 27.10.: 18°° Uhr, Abendgebet, Vesper im Brunnenhof.

                             18:30 UhrZusammenkunft und Abendessen im                                                         urschwäbischen und urgemütlichen „Heustadl“ zu Mauren, ganz                               in unserer Nähe.

Samstag, 28.10.:       9:15 Uhr,  Morgenlob, Laudes, in  der                                                                       Hofkapelle Ragenreute. Treffpunkt Brunnenhof 9°° Uhr. Wir                                 bilden Fahrgemeinschaften!

                             10°° Uhr, Profunde Führung durch den „Hummelsaal“ im                                         Franziskanerinnenkloster Sießen, bei Bad Saulgau. Die                                             weltweit berühmten Hummel-Figuren gehen auf Zeichnungen                                   der Franziskanerin Sr. M. Innocentia zurück. 1909 in Massing,                                   Niederbayern, wurde sie als Berta Hummel geboren. Neben den                                 bekannten, vielfältigen Kinderdarstellungen gibt es auch eine                                     unbekannte Seite der Künstlerin mit Aquarellen, Porträts, einem                               Kreuzweg und religiöser Kunst.

                             Danach:    Einkehr im Cafe des Klosters. Rückfahrt und Zeit                                     zur Rekreation.

                             13:30 Uhr, Treffpunkt Brunnenhof : Wir bilden                                                             Fahrgemeinschaften zur Kirche in Oberhomberg.

                             14°° Uhr,   Weiheliturgie in St. Johannes, Oberhomberg

                             ab 16°° Uhr finden wir uns im Gasthof Adler in Ebenweiler                                     ein, um das Fest nach dem Fest zu feiern. Wir freuen uns auf                                   gute Gespräche, Musik und natürlich ein gutes Essen!

 Sonntag, 29.10.:       10°° Uhr, Morgenlob, Laudes, in der Hofkapelle                                                 Ragenreute. Treffpunkt Brunnenhof 9:45 Uhr.

Abschied – und für den Rest ein umgehend zu planendes Programm!

 Wir freuen uns auf Euch alle! Diakon Friedrich & Pater Gerhard

Kraftvoll und wild – das WEIDENRÖSCHEN (Epilobium ssp.) – mein „Oktoberkraut“

Beim sonntäglichen Spaziergang, bei dem auch die Gärten der Nachbarschaft inspiziert wurden, sagte meine Mutter – Gott hab sie selig – regelmäßig beim Auftauchen dieses Krauts: „Die passen nicht auf ihren Garten auf.“ Weidenröschen galt / gilt als Zeichen für beginnende Verwilderung.

Ein Blick zurück. Anno 275 nach der Zeitenwende entsagte Antonius, ein Sohn wohlhabender Eltern, allen weltlichen Versuchungen. Er zog sich in die ägyptische Wüste zurück, wurde Einsiedler und Begründer des christlichen Mönchstums. Mit der Zeit erbaten Kranke bei ihm Genesung und geistige Sucher erwarteten sich Lebensweisheit. Zeitsprung. Insbesondere im 11. Jhdt. wurden vor allem in Frankreich Bruderschaften gegründet, die so leben wollten wie er. Sie widmeten sich vorwiegend der Krankenpflege. Gerade zu dieser Zeit wurden zahllose Menschen von einer mysteriösen Krankheit befallen, die ihnen heftig brennenden Schmerzen bereitete. Diese Qual wurde durch Mutterkorn ausgelöst, wie man später feststellte. Dabei befällt ein Pilz die Getreideähren und bildet eine schwarze, kornähnliche Struktur. Die enthaltenen Gifte werden dann über das Mehl in die Speisen verbreitet und erzeugen Darmkrämpfe, Halluzinationen und insbesondere brennende Durchblutungsstörungen, bis hin zum Verlust von Gliedmaßen und Atemlähmung. Die Antoniter nahmen sich in Spitälern dieser Erkrankten an. Und da taucht unser Weidenröschen auf.

Mit der Bezeichnung Antonii herba bezeugte man den Weidenröschenarten höchste Anerkennung. Das „Antoniuskraut“ erleichterte vielerlei brennende Entzündungen. Seine antimikrobiellen, schmerzstillenden, entzündungshemmenden, blutstillenden, zusammen-ziehenden mild krampflösenden, leicht krebshemmenden  und wundheilenden Eigenschaften verschafften und verschaffen Linderung. Solche als Krankheitsdämonen interpretierten Mikroben sollten durch das „Unholdenkraut“ ferngehalten werden. Die volkstümliche Bezeichnung „Feuerkraut“ kann sich zum einen auf diese Anwendung beziehen. Andererseits treten Weidenröschen als eine der ersten Pionierpflanzen nach Waldbränden auf und tragen deshalb diese Bezeichnung.

So wie Antonius als Wegbreiter des Mönchstums gilt, sind viele Weidenröschenarten Erstbesiedler auf Freiflächen und bereiten den Boden für künftige Pflanzengenerationen. Auch ihnen ist die Bedürfnislosigkeit auf den Leib geschrieben. Ganz im Dienst der Allgemeinheit fungieren sie als Bodenheiler, Futterpflanzen und Balsam für körperliche Beschwerden.

In der Nachkriegszeit leuchteten die Weidenröschen als sogenannte „Trümmerblumen“, farbigen Lichtblicken gleich, aus den grauen Schuttfeldern der verwüsteten Städte. Vielleicht vermochten diese flammend roten Blütenmeere den tristen Alltag aufzuhellen. Der Blütenessenz des Schmalblättrigen Weidenröschens“ wird eine ähnliche Wirkung zugesprochen. Sie soll helfen, Traumata zu verarbeiten.

 

Pater Simon Asic (1906-1992), Zisterzienser in Sticna hat eine ganz besondere Wirkung dieses Krauts wieder entdeckt. Er schreibt vor allem dem „Kleinblütigen Weidenröschen“ (Epilobium parviflorum) einen günstigen Effekt bei Prostataleiden zu. Sie dichtet den „Wasserhahn den Mannes“ wirkungsvoll und hilft so bei ständigem Nachtropfen. In der Volksheilkunde wird auch berichtet, dass es bei Blasen- und Nierenerkrankungen helfe. Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass ein Extrakt aus der Pflanze antibakteriell wirkt und das Wachstum von Escherichia coli hemmt. Doch das will kaum jemand wissen. Die Macht der Pharmakonzerne steht dem entgegen.

Ganz nebenbei gesagt: alle Arten des Weidenröschens verfügen über eine ähnliche Wirkung, so Gott will und sogar, wenn Sie nicht daran glauben.

 

Gott befohlen und herzlichst – Euer Pater Gerhard.

Unsere Gottesdienste im Oktober

Sonntag, 01. Oktober, 11°° Uhr: Hl. Messe zum Erntedank, Abtei St. Severin

Donnerstag – Freitag, 05./06. Oktober, Filiatur Wallfahrt nach Bogen und Straubing

Sonntag nach Pfingsten, 08. Oktober, 10:30 Uhr: Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          13. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag nach Pfingsten, 15. Oktober, 18°° Uhr:Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          27. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Samstag,       28. Oktober, Kirchenkonferenz in Ebenweiler mit Diakonen Weihe

9:15 Uhr: Morgengebet, Laudes, in der Hofkapelle Ragenreute

14°° Uhr: Weihegottesdienst in Oberhomberg

21.Sonntag nach Pfingsten, 29. Oktober, 9:15 Uhr: Morgengebet, Laudes, im Brunnenhof

 

Am letzten Wochenende im Oktober, genauer gesagt: am Samstag, den 28.,  wird unser Bischof Roald Nikolai drei Männer in Ebenweiler zu Diakonen weihen. Es handelt sich um den Pastoralen Mitarbeiter Dipl. Theol. Ralf Blasberg, um den Subdiakon Prof. Dr. Volker Schulte aus der Schweiz und um den Subdiakon Davide Mossenta aus Italien.

Ihr alle seid dazu herzlich eingeladen!

Das detaillierte Programm dieser Feier gibt es mit getrennter Post.

 

Email: brunnenhof-kraeuter-und-mehr@t-online.de

 

Pater Gerhards Termine im Oktober

Montag, 2. Oktober, 17°° und 18°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten  auf dem Höchsten. Anschließend  Kräuterbüfett. Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Mittwoch, 4. Oktober, 19°° Uhr: „Heilsame Pflanzen für unser Herz“. Vortrag im Brunnenhof.

Mittwoch, 11. Oktober, 19°° Uhr: „Grün und antibiotisch.“ Von den enormen Möglichkeiten der Grünkraft.  Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler.

Dienstag, 17. und Mittwoch, 18. Oktober, jeweils 18°° Uhr: „Rosmarin & Chili – unsere Herbst-Kräuter“. Führung und Vortrag im Hotel Landgasthof Kreuz, Mattenhaus. Anmeldung direkt unter: 07524-97570.

Donnerstag, 19. Oktober,  18°° Uhr: „Die Rosskastanie: ein Geschenk des Schöpfers“. Vortrag im Langasthof zur Sonne in Leupolz. Anmeldung direkt dort unter: 07506-9516940.

Mittwoch, 24. Oktober, 19°° Uhr: „Pesto und Pasto olé!“. Kräuterpraxis im Brunnenhof

Donnerstag, 26. Oktober,  19°° Uhr Uhr: „Naturkosmetik selbst herstellen.“ Vortrag samt praktischem Üben. Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung: 07576-1854. 

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Aufrecht vor Gott stehen

Die Frage, die am Anfang der Apostelgeschichte (1,11) an unschlüssige Jünger mit der Absicht gestellt wird, sie aus einer Verzücktheit in die Realität dieser Welt zurückzuholen, könnte auch an eine Frau gerichtet werden, deren Bild und Erscheinung in einer der Katakomben Roms entdeckt worden ist: „Was stehst du da und schaust zum Himmel empor?“

Da steht sie in einem langen Kleid, den Kopf mit einem Tuch bedeckt, das vorn über ihre linke Schulter hängt. Ihr junges, von Verzückung und heiterem Ernst geprägte Gesicht hat portraithafte Züge. Die großen Augen konzentriert und voller Erwartung nach oben. Ihre Arme sind ausgebreitet und leicht aufwärts gehoben, ihre leeren Hände sind mit der Innenfläche nach oben geöffnet. Die Frau repräsentiert die Orante-Haltung (lat. Orare = beten, bitten). Kaum eine Gestalt wurde in den Katakomben so oft dargestellt wie die Orans, die mit erhobenen Händen Betende. Bei den nichtchristlichen Römern findet man eine ähnliche Figur auf Sarkophag-Reliefs, auf Gefäßen und Münzen. Ihr Name ist Pietas, und das bedeutet: Frömmigkeit, genauer gesagt: pflichttreues Verhalten gegenüber Gott und Mensch.

Das Stehen vor Gott ist eine Haltung der Frömmigkeit, die biblisch verwurzelt ist. In der Apostelgeschichte ist auch das Knien mehrfach bezeugt, oft aber wird man sich die Betenden besser stehend vorstellen. Wer kniet, macht sich klein. Das kann eine Haltung der Demut, der Anbetung und der Einsicht in die eigene Begrenztheit sein. Es kann aber auch Unterwürfigkeit, Servilität und Unterdrückung, ja sogar Versklavung ausdrücken. Aufrechtes Stehen mag als Hochmut und Stolz gedeutet werden, kann aber auch die Haltung eines gesunden Selbstbewusstseins und einer Erfahrung der Befreiung sein, Ausdruck der Würde, des Wohlbefindens und der Bereitschaft, sich hinter etwas zu stellen oder für etwas einzustehen. Der Psalmendichter ermuntert: „Lobet den Namen des Herrn, lobt ihn ihr Knechte des Herrn, die ihr steht im Hause des Herrn … erhebet eure Hände und preist ihn!“ (Ps 134,1f; 135,1f). „Stehen“ bedeutet da „bereit sein“, auf jeden Wink des Herrn unverzüglich zu reagieren und seinen Willen zu erfüllen. Wer sich erhoben hat, „ist wach, aufmerksam, gespannt. Denn wer steht, kann auf und davon gehen; kann ungesäumt einen Auftrag ausführen; mit einer Arbeit beginnen, die ihm zugewiesen wird. Das ist die andere Seite der Ehrfurcht vor Gott. Im Knien war es die anbetende, in Sammlung verharrende; hier die wache, tätige“ (Romano Guardini).

„Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen“, betet der Vorsteher der Eucharistiegemeinde. Um das Evangelium würdig auszunehmen erheben sich Anwesenden. Oft ist es Inhalt der Frohen Botschaft, dass das geknickte Rohr nicht abgebrochen, sondern aufgerichtet wird (Jes 42,3). Zum Gelähmten sagt Jesus: „Steh auf … und geh!“ (Mk 2,11). Der gekrümmten Frau legt er die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtet sie sich auf und preist Gott (Lk 13,12f).

Das Fresko mit der aufrechtstehenden Frau befindet sich in einer Grabkammer und ist vermutlich das Portrait einer Verstorbenen, die darunter begraben liegt. Das Bild ist ein Bekenntnis der Hoffnung: Gott sagt, wenn ich sterbe, steh auf! Die aufrechte Haltung mit den verlangend erhobenen Händen weist über die Betende hinaus in eine neue Dimension und sucht zuversichtlich die Begegnung mit dem Gott des Lebens. Mich erinnert diese Frau an die erste Seligpreisung der Bergpredigt: Selig, die arm sind vor Gott, selig, die mit leeren Händen vor Gott stehen, denn ihnen gehört das Himmelreich (Mt 5,3). Mit anderen Worten: „Geht nicht mehr geduckt. Gott will den aufrechten Gang. Freut euch, die Feier des Lebens ist gekommen.“ (Hans Rudolf Hilty)