Kraut im November: Echinacea

Kommen Sie mit! Wir unternehmen eine Reise in Winnetous Reich der Apatschen, das der „letzten Mohikaner“, dem „Fluss ohne Wiederkehr“ in den wilden Regionen Saskatschewans, dem Gebiet der Dakotas und dem der Huronen in den Prärien und  Wäldern rund um die Großen Seen. Herzlich willkommen in Nordamerika, der Heimat der Indianer und dem Reich der „Sonnenhüte“, der Echinacea!

Purpurne“  (Echinacea purpurea), „Schmalblättrige“ (Echinacea angustifolia) und „Blasse“ (Echinacea pallida) wollen wir näher betrachten.  Gleichgültig welche Art vor dem Zelt gewachsen war, alle wurden/werden sie in gleicher Weise verwendet. Sonnenhüte begleiteten die Wendepunkte des Lebens, Geburt und Tod. Sie sind inhaltsreiche Boten des Frühjahrs und stärken den Körper im Herbst für die kalte, winterliche Zeit. Winnetous Vorfahren schon kauten die Wurzel bei Hals- und Zahnschmerzen. Husten, Halsschmerzen und Mandelentzündung: Echinacea hilft. Die Pflanze half und hilft bei Wunden, Verbrennungen, Insektenstichen, Schlangen-bissen, Mumps, Masern und Gonorrhoe. Die Dakota-Indianer tranken eine Wurzelabkochung bei „vergiftetem Blut“, bei Tollwut. Die weißen Siedler Nordamerikas haben den Gebrauch des Sonnenhutes von den Ureinwohnern übernommen. Als Zierpflanzen gelangten sie nach Europa. Selten wurden sie medizinisch verwendet. Sonnenhüte (Echinacea) im Deutschen auch „Igelköpfe“ genannt, gehören zur Familie der Korbblütler. „Der botanische Name ist vom altgriechischen Wort echínos für Seeigel abgeleitet und bezieht sich auf die gattungstypischen, die Röhrenblüten überragenden, auffälligen, stachelspitzigen Spreublätter“, so lesen wir es in den wissenschaftlichen Beschreibungen. Stark und stachlig kommen sie uns entgegen. Stark ist ihre Heilkraft. Sie sind ein Bild für Menschen, die sich „einigeln“, die sich abschottet, nicht erreichbar sind oder es nicht sein wollen.  Heute wird Echinacea zur Unterstützung bei Atemwegs- oder Harnwegs-Infekten sowie äußerlich bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Purpur-Sonnenhutkraut-Presssaft wird bei der Kurzzeit-Anwendung zur Vorbeugung  von Erkältungskrankheiten und zur Stimulierung des Immunsystems genutzt. Dieser Trank wirkt dann am besten, wenn „das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist“, das meint, wenn er vorbeugend eingenommen wird. Zusammen mit Kardenwurzel verfügen wir mit dieser Heilpflanze über ein Mittel, um den „ewigen“ Borrelien-Kreislauf in unserem Körper zu sprengen. Wenn unsere Immunabwehr durch Umweltgifte, Umweltstress, einem Zuviel an Sonnenlicht und Chemo-Therapien  stark beansprucht wird hilft Sonnenhut! „Der Extrakt aus diesem Kraut kann bei der Therapie von Rauschmittelmissbrauch gute Dienste leisten. Zuviel Alkohol, Nikotin oder Cannabis schwächen die körpereigenen Abwehrkräfte. Echinacea, hochdosiert, kann in solchen Fällen vorbeugend als auch heilend und ausgleichend wirken, zudem wirkt es stimmungs-aufhellend“, schreibt Christian Rätsch. Sonnenhut gehört zu jenen Pflanzen, denen man eine besondere Wirksamkeit nach Umweltkatastrophen nachsagt. Echinacea beschleunigt die Ausscheidung giftiger Stoffe aus unserem Körper. Wichtige Inhaltsstoffe sind  das Echinacosid, Glykosid, ätherisches Öl, Inulin und Harz. Extrakte aus der Arzneidroge sind in den letzten 50 Jahren zu einem bedeutsamen Arzneimittel in der Selbstmedikation geworden. Es gibt zu dem Präparate auf dem Markt für den Einsatz gegen Fieberbläschen, Furunkel, Akne, septische Prozesse und Kopfschmerzen. Aber, das gilt es zu bedenken,  eine Daueranwendung von Echinacea-Präparaten schwächt  das körpereigene Immunsystem.

Gott befohlen und herzlichst – Euer Pater Gerhard.

 

Unser Dank für das Weihewochenende

Voll Freude und Dankbarkeit sind wir über das, was uns am letzten Oktoberwochenende geschenkt worden ist:

das Treffen unserer Kirche mit unserem Bischof Dr. Roald Nicolai Flemestad, seiner Frau Kirsten aus Oslo; die Weihen der drei Diakone Davide Mossenta, Ralf Blasberg und Prof. Dr. Volker Schulte aus Italien, Nordrhein-Westfalen und der Schweiz;

die herzerfrischende ökumenische Gastfreundschaft, die wir dank Pfarrer Jürgen Schmidt in der KircheSt. Johannes zu Oberhomberg erlebt haben;

den geistig geistlichen Austausch mit allen, die aus Fern und Nah mit uns gefeiert haben.

Es ist gut und war schön mit Euch allen und vor allem mit IHM in unserer Mitte! Danke den helfenden Händen, Geistern und Gönnern, die dieses Treffen mitgetragen und ermöglicht haben: den Musikanten (Stefan und Maximilien) und Stefans Lebensgefährtin Nici Gentner; den Wirtsleuten, die uns verköstigt haben (Moni und Reini Halder im „Heustadl“, Bernd und Nicole Fischer im „Gasthof Adler“); den darüber hinaus notwendigen Quartiergebern (Familie Treiber in Altshausen, Helmut Stiemert in Königseggwald und Brigitte Zirn, hier vor Ort); der Kerzen-Künstlerin Heidi Baumgärtel; der Berichterstatterin Brigitte Zirn, den Fotographen (Klaus Kerekes, Peter Schiedner und Thomas Griebschsowie allen Freunden und neuen Bekanntschaften: unserm Generalvikar Klaus Mass aus Einsbach bei Dachau; Priester Dr. Daniel Gerte mit Jaqueline Berghof aus Warstein; dem Landesseelsorger des BRK Klaus Klein aus Bogen; Priester Prof. Dr. Frederik Irenäus Herzberg aus Düsseldorf; Abt Michael, den Mitbrüdern Georg, Maximilien, Klaus aus Kaufbeuren und Rosenheim und Markus Steffen vom „Moselstrand“; Pfarrer Dr. Thomas Doell mit seiner Frau Sabine aus Karlstadt; Pfarrer i.R. Helmut Mayer-Ehinger aus Altshausen mit seiner Hausfrau Roswitha Golkowsky; den Diakonen Franz Schömer (Gilching) und Dietholf Schröder (Karlstadt); der Lebenspartnerin von Volker: Susi Hübentha; Hanna: der Frau von Ralf Blasberg; „unserem Ministranten“ Timon, seinen Eltern Cecile mit Uli samt den Geschwistern Liana, Leon und Linus; dem Mesner der Pfarrei Oberhomberg; dem Kirchenvorstand aus NRW: Reiner Gerte mit Frau, Michael Berghof und Frau; Konrad Listl aus Kaufbeuren; Volkers Tochter Franzisca samt ihrem Ehemann Dr. Christian Ulrich aus Fribourg; seine Tante Annemarie Baumann (CH) samt seiner Nichte Leonie Griebsch; seine Schwester Corinna Schulte und ihrem Ehemann Thomas Griebsch aus Bochum; seinen Freunden und Weggefährten: Dr. med. Anton Drähne aus Bonn, Dr. Stefan und Daniela Furrer aus Thun, Carolina Baumann-Tapprich, Zentralschweiz, Dr. Marc Aeschbacher und Valeria Legena (CH), Sarah und Patrik da Cruz mit ihren Kindern Isabella, Noah und Lara aus Neu-Ulm; dem Altbürgermeister aus Ebenweiler: Hermann Heigle samt Frau; den treuen Betern, die das Gemeindeleben hier vor Ort lebendig halten: Elisabeth und Otto Baier aus Ostrach, Hilde Schneider aus Bad Saulgau, Monika Weidner, Brigitte Zirn, Heidi Baumgärtel, Pia und Christian Schiedner, Pia mit Dieter Helbig aus Friedrichshafen; und einer Abordnung des Kirchenchors, bei dem auch Volker mitsingt.

Herzlichst und Gott befohlen Eure zwei aus Oberschwaben – Fritz und Gerhard

Ein Zwischenruf! – von Christian de Chergé (1937-1996)

Dom Christian de Chergé OCSO war ein französischer Zisterzienser und Prior des Klosters Notre-Dame de l’Atlas in Tibhirine, Algerien. Er wurde 1996 zusammen mit sechs Mitbrüdern ermordet.

Der Weg zueinander darf Unterschiede nicht verwischen. Es ist nicht der Weg bloßer Toleranz und oder gar des Kompromisses. Es ist der Weg „in die eigene Tiefe“: Es geht darum, „den eigenen Brunner tiefer zu graben“, bis man die Quelle findet, aus der sich leben lässt, eine Quelle, die über alle Unterschiede hinweg eine tiefe Verbindung schafft.

Aus seinem Testament: Nun werde ich, wenn es Gott gefällt, meinen Blick in den Blick Gottes, des Vaters, versenken, um so mit ihm seine Kinder … zu betrachten, so, wie er sie sieht, ganz erleuchtet von der Herrlichkeit Christi, als Frucht seines Leidens, erfüllt von der Gabe des Geistes, dessen geheime Freude es immer sein wird, Gemeinschaft zu schaffen und die Ähnlichkeit wieder herzustellen, indem er mit den Unterschieden spielt. Diese verlorene Leben, das ganz meines ist und ganz ihnen gehört …, ich danke Gott, der es offenbar mit allem gewollt hat für diese Freude, allen Widerständen zum Trotz. Keine religiöse Tradition darf sich selbst für DIE Quelle halten.  Jeder Mensch gleicht einem Wünschelrutengänger; keiner kann ihm die Suche nach der lebendigen Quelle abnehmen. Er muss in die Tiefe gehen, nach innen, auf den Grund des Brunnens. Er muss dorthin gehen, wo es ihn dürstet, wo das Verlangen lebendig ist und der Mangel schmerzt. Oft ist die Quelle verschüttet: Wie viel Überflüssiges, wie viele Hindernisse, unnötige Sorgen, vorgefasste Meinungen, allzu berechnendes Abwägen erschweren es oder verhindern, dass sie sprudelt! Die Hl. Schrift warnt uns davor; wir müssen aufpassen, dass wir die lebendige Quelle nicht eintauschen gegen eine rissige Zisterne  und uns anstelle von frischem, sprudelndem Wasser nicht mit abgestandenem begnügen. Es geht um den Weg in die Freiheit der Kinder Gottes. Diese Freiheit ist Frucht einer anderen Gerechtigkeit als jener des „Gesetzes“. Wenn Abraham zu den Gerechtfertigten zählt, so nicht wegen seiner Gesetzestreue, sondern weil er der göttlichen Verheißung geglaubt hat. (vgl. Röm 4).  Diese Befreiung ist mit einer neuen Geburt zu vergleichen (vgl. Joh 3). Wie viele Menschen brauchen den ganz neuen Anfang, müssen hinter sich lassen, was in ihrem Leben geschehen ist, über die Verwundungen, die ihnen zugefügt wurden, und über so manche Verirrung hinauskommen. … Und so überraschend es zunächst klingen mag: unter Umständen ist es auch nötig, sich von anerzogenen Wertvorstellungen zu lösen, die zur Abschottung führen, und frei zu werden von religiösen Vorstellungen, durch die der weite Horizont des Glaubens und die Frohe Botschaft zumindest teilweise verstellt oder verdunkelt werden. Diese Befreiung kann sich zum Beispiel im Durchbruch zu einer erfüllten, sinn-voll gelebten Sexualität zeigen, im Mut, gegen den Strom zu schwimmen, in der Kontrolle über sich selbst, im Wissen, was man sagt, im Bemühen, zu reden, wenn es angebracht ist, in der Fähigkeit, ja oder nein zu sagen, ohne drum herum zu reden. Denken wir öfter an diesen Erneuerungsprozess, an unser „Werden“. In den Psalmen finden wir die passenden Worte, sie bringen die ganze Bandbreite der Gefühle zum Ausdruck, in ihnen sind „alle Schreie eingefangen“, in ihnen „finden wir das Antlitz aller Menschen“. Und wenn wir Eucharistie feiern und „die Gestalten der Menschheit“ vor Gott tragen, dann feiern wir diese Umwandlung, dieses Neu-Werden in der Liebe – für uns und die Vielen.

Selbst hier, in diesem geistigen Testament des Trappisten Christian de Chergé, sind die vier Schlüsselworte, mehr noch Begriffe, die Nachfolge, die Christsein ausmachen: Hallo, Danke, Bitte und Entschuldigung.

zusammengestellt von P. Gerhard

Unsere Gottesdienste im November

22.Sonntag nach Pfingsten, 05. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Freitag,  10. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

23.Sonntag nach Pfingsten, 12. November, 11 Uhr: Hl. Messe Abtei St. Severin

Freitag,  17. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

24.Sonntag nach Pfingsten, 19. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe Hofkapelle Ragenreute

Donnerstag, 23. November, 18°° Uhr: Vesper mit Vesper im Brunnenhof

Sonntag vom wiederkommenden Herrn, 26. November,  11°° Uhr: Hl. Messe Abtei St. Severin zum Adventsmarkt

Wer nicht gegen uns ist für uns!

Welch eine großzügige Gelassenheit, welch souveräne Freiheit spricht aus diesem Jesuswort. Keine Spur von Berührungsängsten. Auch der fremde Heiler und Exorzist, der sich auf Jesu Namen beruft, ohne zu seinen Jüngern zu zählen, lässt Jesus gewähren. Rivalität denen gegenüber, die wie ER menschliches Leid lindern, kennt Jesus nicht. Jesus plädiert für ein gelassenes Nebeneinander. Jesus sondert keinen aus. Jesus sieht seine Botschaft dadurch nicht gefährdet. ER „reißt nicht mit dem Unkraut den Weizen aus“. Wir Christen – welche Epoche und welche Kirche auch immer – haben uns von dieser Freiheit Jesu wenig anstecken lassen, weder die Kirchenleitungen noch die christlichen Gemeinden.

Wenn aber dann doch geschieht, dass der Geist Gruppenzwänge und vorgegebene Rollen aufbricht, ist das Wunder umso größer!

Diakon Fritz Hartmann

Pater Gerhards Termine im November

Samstag, 4. November,      14°° Uhr: 14°° Uhr: Kräuterwanderung. Ebenweilers Flur entdecken. Der „Rest vom Schützenfest“. Treffpunkt: Brunnenhof.

Mittwoch, 8. November,     19°° Uhr: „Heilsame Pflanzen für unser Herz“. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler.

Dienstag, 14. November,   19°°  Uhr: „Eure Lebensmittel seien eure Heilmittel“. Heilmächtige Lebensmittel stehen im Mittelpunkt einer Erkundung der besonderen Art, zu der Pater Gerhard Seidler herzlich einlädt. Neben der Vermittlung neuester Erkenntnisse und einem kurzen Blick in die Geschichte stellt Pater Gerhard seine Liste der „besten Nahrungsmittel“ vor. Vortrag im Brunnenhof.

Donnerstag, 16. November,          18°° Uhr: „Naturkosmetik selbst herstellen.“ Vortrag samt praktischem Üben. Langasthof zur Sonne in Leupolz. Anmeldung direkt dort unter: 07506-9516940.

23.-26. November,   auf dem Adventsmarkt in der Abtei St. Severin

Donnerstag, 30. November,          19°° Uhr: „Kräuter aus Asien und der Neuen Welt“ stehen bei diesem Vortrag Pater Gerhards im Blickpunkt des Interesses. Immer wieder werden dort Heil- und Würzpflanzen von Kräuterkundlern „neu“ entdeckt, beschrieben und auch in unseren Lebenskreis eingefügt. Einige davon, wie das „Kraut der Unsterblichkeit“, „Gotu Kola“, Kapuzinerkresse und Zitronenverbene … stellt der „Kräuterpater“ an diesem Abend vor. Dazu sind Sie herzlich eingeladen. Lassen Sie sich überraschen! Vortrag in der  Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung: 07576-1854.