Etwas Neues

zum Beginn der Fastenzeit 2018 –  dem Beginn der neuen Gemeindestruktur in unserer Kirche!

Mit einem Lied aus meiner Pfadfinderzeit will ich Sie zum Mittun einladen:„Freunde, wir fangen an: kommt lasst uns bauen, die Stadt auf der Höh‘, seht doch die neue Stadt beginnt zu leuchten, wenn wir uns versteht. Und viele kommen von überall her. Sie werden Freunde, weil alle in der Liebe sich immer neu begegnen in dieser Stadt. Es ist ihr Wesen und kommt aus ihrer Mitte, so dass wir alle spüren: Hier ist der Herr!“                                                   (Melodie: Mancuso; Text: Zapalla)

Bischof Roald hat uns, die Gemeinden St. Barbara (Saarbrücken), St. Patrick (Karlstadt), St. Andreas (Ebenweiler) und die Abtei St. Severin (Kaufbeuren) mit dem Fest „Darstellung des Herrn“(„Lichtmess“) zum Aufbau einer Gemeindestruktur in Deutschland aufgerufen.

Weit verstreut lebt „unsere kleine Herde St. Andreas“: Die Schweiz, Baden-Württemberg, das südliche Bayern, Österreich und Ungarn bilden unser Gemeindegebiet. Und wir sollen gemeinsam die Strukturen der neuen Pfarrei mit Leben erfüllen. Nicht mehr und nicht weniger.“ (Für wen die Wege nach Ebenweiler zu weit sind, stehen selbstverständlich auch alle bisherigen Gottesdienstorte und Priester zur Verfügung.)

Unsere erste Aufgabe wird sein, einen Kirchenvorstand – für unsere Pfarrei St. Andreas sollen das vier bis fünf Gemeindemitglieder sein – zu wählen und eine/n Synodale/n zu bestimmen. Der Kirchenvorstand kümmert sich um die Belange vor Ort (dem Aufbau eines funktionieren Gemeindelebens sowie dessen Erhalt) und der Synodalabgeordnete vertritt die Gemeinde in der Gesamtversammlung (Synode) der deutschen Kirche.

Ihr seid zum Mittun eingeladen!

Herzlichst und Gott befohlen

Euer Pfarrer P. Gerhard

Gottesdienste im März

Freitag,         02. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst und Krankensalbung, Brunnenhof

3.Fastensonntag, 04. März, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin

Freitag,         9. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst, Brunnenhof

4.Fastensonntag, Laetare, 11. März, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute

In dieser Woche kein ökumenischer Vespergottesdienst

 Unser Bischof Roald besucht die neue Gemeinde St. Barbara in Saarbrücken vom 16.-18. März. Wir werden dabei sein und Pfarrer Oliver van Meeren und den Gläubigen dort die süddeutschen Willkommensgrüße übermitteln.

5.Fastensonntag,  18. März, 11°° Uhr: Hl. Messe, Abtei St. Severin, Ostermarkt

Freitag,         23. März, 18°° Uhr: ökumenischer Vesper-Gottesdienst, Brunnenhof

Palmsonntag, 25. März, 10:30 Uhr: Hl. Messe, Ragenreute.Beginn der Heiligen Woche.

Gründonnerstag, 29. März, 19°° Uhr: Feier des Pessach im Brunnenhof

Karfreitag,    30. März, 15°° Uhr: Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi, Hofkapelle Ragenreute

Karsamstag, 31. März, 21°° Uhr, Feier der Osternacht in der Abtei St. Severin

Ostersonntag, 01. April,  Die Feier des Osterfests in der Abtei St. Severin

Ostermontag,  02. April, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum Osterfest, Hofkapelle Ragenreute

 Eine Bitte: wer an der Feier des Pessach am Donnerstag, 29. März, 19°° Uhr, teilnehmen will, melde sich doch bitte bis zum Palmsonntag bei uns an!

„Der wahre Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Verzichten“

„Der wahre Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Verzichten“ (nach Karl Rahner)

„damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet: denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte“ Mt 5,45

Ganz spontan finde ich mich bei den Guten und Gerechten wieder und halte es für ausgesprochen ungerecht, wenn den Bösen das gleiche widerfahren soll. Ohne Ansehen der Person. Nur der Mensch in seiner Bedürftigkeit als einzige Motivation. Keine Verdienste zählen, keine Schuld hindert. Der Vater schenkt Sonne und Regen, eröffnet Wachstum und Verwandlung. Die Söhne erfahren das Böse auch im eigenen Herzen, danken für Sonne und Regen und wachsen der Verwandlung entgegen.   Diese Weite, diese Offenheit, diese Rücksicht und Vorsicht, ja diese Barmherzigkeit – mit mir und meinen Geschwistern- ermöglicht erst Leben und lässt mich um dieses Leben, um Toleranz bitten.

Toleranz hat eine Freundlichkeit um sich.

Toleranz ist nie fertig mit dem anderen.

Toleranz ist die Suche nach der Wahrheit von Liebe durchdrungen.

Die Toleranz Gottes aber ist die Annahme des Unannehmbaren.

Die Toleranz Gottes hebt die Härte jeder Grenze, die ich setze, auf.

Gottes Toleranz beschämt.

Sie deckt meine geheimen Intoleranzen auf.

Es bedrückt, unter Christen den Blick lauernder Intoleranz zu sehen.

Als sei da eine Lust,

dem Gegenüber einen Mangel

an rechtem Glauben nachzuweisen.

So bitten wir:

Ich toleriere dich. Du bist mir erträglich.

Ich ertrage dich. Ich trage dich mit.

Was du sagst ist mir unerträglich.

Das kann ich nicht mittragen.

Aber, dass du es sagen kannst,

das trage ich mit.

Ich toleriere dich. Ich dulde dich nicht nur.

Ich interessiere mich für dich.

Ich freue mich, dass du da bist.

Deine Vorliebe ist nicht meine Vorliebe.

Du siehst, hörst, schmeckst

und denkst anders.

Du bist du.

Als DU toleriere ich dich.

Durch die Zone hindurch,

in der es mir schwer wird dich zu bejahen,

sage ich ja zu dir.

Dazu helfe uns der allmächtige Gott.

Amen.

Diakon Fritz Hartmann

Pater Gerhards Termine im März

Thema des Monats: „Heilmächtiges aus den Wäldern

Brunnenhof: 7.3.: „Vom rechten Fasten“, 19°° Uhr

OSTERMARKT in der Abtei St. Severin, 17./18.3.

Mi., 21.3.        Gasthof Adler, 19°° Uhr

Do., 22.3.      Weinstube Kernler, 19°° Uhr

Brunnenhof, 29.3. „Die Feier des Pessach“, 19°° Uhr

Mein Kraut des Monats: Galgant

Der ursprünglich aus Südostasien stammende Echte Galgant (Alpinia officinarum) – auch als „Kleiner Galgant“ oder „Fieberwurzel“ bekannt – zählt wie der Ingwer (Zingiber officinale) zu den Ingwergewächsen. Auch rein optisch ähnelt der Galgant dem Ingwer sehr stark. In beiden Fällen ist es die Wurzel (das Rhizom), die sowohl in der Küche als auch in der Heilkunde Anwendung findet. Doch während der gelbe Ingwer heutzutage auf der ganzen Welt vielfach als Heil- und Gewürzpflanze eingesetzt wird, ist der rötliche Galgant in unseren Breiten unberechtigterweise etwas ins Hintertreffen geraten. Im chinesischen Arzneibuch „Sammlung von Rezepten berühmter Ärzte“ aus dem 5. Jahrhundert wurde die Wirkung der Wurzel des Echten Galgants (Gāo liáng jiāng) erstmals beschrieben. Wegen ihres scharfen Geschmacks und wegen ihrer starken Wärmewirkung wurde sie zur Behandlung von „kühlen“ Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Die aktuell gültigen chinesischen Arzneibücher empfehlen die Droge zur Behandlung folgender Erkrankungen: Kühle-Schmerz im Bauch, Magen-Kälte und Erbrechen, Aufstoßen und Sodbrennen. Vermutlich waren es die Araber, die den Galgant im 8. Jahrhundert hoch zu Ross bis zu uns gebracht haben. Dabei sind nicht nur die Menschen in den Genuss der feurigen Pflanze gekommen, sondern auch die Pferde. Die edlen Tiere wurden mit Galgant gefüttert, um ihnen eine besondere Kraft und Ausdauer zu verleihen. Im Cordoba des  10. Jh. verfasste der Medizinhistoriker Ibn Dschuldschul  eine „Ergänzung zur Materia medica des Dioskurides“. Darin nannte er den Galgant „Hūlanğān“: „Hūlanğān. Eine indische Droge, warm und feucht. Sie steigert die Potenz, ist dem kalten Magen bekömmlich, von angenehmem Geruch, kräftigt den Magen, die kalte Leber und die inneren Organe.“ Die hellsichtige Äbtissin Hildegard, deren riesige Folianten, vollgeschrieben sind mit heilsamen Empfehlungen, bezeichnet den Galgant als „Gewürz des Lebens“. Im 13 Kapitel ihrer Physika heißt es: „De Galan ist ganze warm … und heilkräftig. Einer, der ein hitziges Fieber in sich hat, pulverisiere Galan und trinke dies mit Quellwasser, und es wird das hitzige Fieber löschen. Und wer im Rücken oder in der Seite wegen üblen Säften Schmerzen hat, der siede Galan in Wein und trinke ihn oft warm, und der Schmerz wird aufhören. Und wer Herzweh hat und wer im Herz schwach ist, der esse bald genügend Galan, und es wird im besser gehen.“  Nun, der Galgant kann tatsächlich zum Retter in der Not werden, vor allem, wenn es um das wichtigste Organ, das Herz, geht. Auch die gefürchtete Angina pectoris hat wenige Überlebenschancen, wenn der Galgant naht. Dennoch versteht es sich natürlich von selbst, dass man bei größeren Herzproblemen den Arzt aufsuchen sollte. Ob dieser einem allerdings Auskunft geben kann über die Kraft des Galgant, dürfte bezweifelt werden. Der Galgant wird seit Tausenden Jahren als Gewürz und Medizin verwendet – und das nicht ohne Grund! Ob der Magen schmerzt, die Verdauung zu Problemen führt, eine Erkältung naht, der Appetit zu wünschen übrig lässt oder das Reisefieber für Unwohlsein sorgt: Auf den Galgant ist Verlass. Neben der Anregung der Verdauung wirken die Inhaltsstoffe krampflösend sowie bakterien- und entzündungs-hemmend. Dadurch bietet sich eine Verwendung bei Appetitlosigkeit, Verdauungs-beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich an. Galgant wirkt euphorisierend und aphrodisierend, stimmungs-aufhellend, anregend, motivierend und wirkt so gegen Niedergeschlagenheit, Schlappheit, Frühjahrsmüdigkeit und verwandte Beschwerden, auch gegen Appetitlosigkeit. Allerdings hat Galgant auch eine psychoaktive Wirkung, die zu veränderter visueller Wahrnehmung und bei übermäßigem Verzehr sogar zu leichten Halluzinationen führen kann. Durch Galgant werden die Blutzirkulation und das zentrale Nervensystem angeregt. Dies hat auch eine positive Auswirkung auf die Konzentrationsfähigkeit und das Denkvermögen. Auch die sexuelle Leidenschaft soll dadurch beflügelt werden, und es heißt, dass ein im Mund behaltenes Stück Galgantwurzel eine besonders starke Erektion ermögliche. Da ist es kein Wunder, dass sich neuerdings auch die westliche Forschung für die heilsame Wurzel interessiert: Wissenschaftlichen Studien zufolge wirkt der Galgant gegen Entzündungen und rückt sogar dem Krebs zu Leibe. Das bis zu einen Meter lange Rhizom wird als Speisegewürz verwendet. Es riecht würzig und schmeckt bitter aromatisch sowie schwach brennend, erinnert etwas an Ingwer. Galgant ist Bestandteil von Gewürzmischungen (zum Beispiel Curry oder Leberwurstgewürz) und wird auch bei der Herstellung von Kräuterlikören geschätzt. Im 19. Jh. war die Wurzel des Echten Galgants Bestandteil der Tinctura aromatica – der Aromatischen Tinktur. „Nimm: Zimmtcassie zwei Unzen [16 Gramm], kleine Kardamomen, Gewürznelken, Galgantwurzel, Ingwerwurzel von jedem eine halbe Unze [4 Gramm]. Pulvere sie gröblich, und gieße darauf rektifizierten Weingeist zwei Pfund. Mazeriere acht Tage in einem verschlossenen häufig zu schüttelnden Gefäße, dann presse aus und filtriere. Sie sei von rothbrauner Farbe.“, schreibt Karl Friedrich Mohr in seinem „Commentar zur Preussischen Pharmakopoe“.

So ist Galgant rund um gesund ein Gewürz des Lebens und der Liebe.