Mein Dezemberkraut: Kamille

An Sophie, als sie die Kamille besungen wissen wollte, Dresden 1808, Heinrich von Kleist.

Das Blümchen, das, dem Tal entblüht, / Dir Ruhe gibt und Stille,

Wenn Krampf dir durch die Nerve glüht, / Das nennst du die Kamille.

Du, die, wenn Krampf das Herz umstrickt, / O Freundin, aus der Fülle

Der Brust, mir so viel Stärkung schickt, / Du bist mir die Kamille.

Karl Heinrich Waggerl hat ein humorvolles Gedicht über die Kamille geschrieben, die wohl als Inbegriff der Heilpflanze gilt.

„Die Kraft, das Weh im Leib zu stillen, / verlieh der Schöpfer den Kamillen.

Sie blühn und warten unverzagt / auf jemand, den das Bauchweh plagt.

Der Mensch jedoch in seiner Pein / Glaubt nicht an das, was allgemein

zu haben ist. Er schreit nach Pillen. / Verschont mich, sagt er, mit Kamillen, / um Gottes willen.“

Dieses Kraut – Matricaria recutita / chamomilla – ist eine der allerbeliebtesten Heilpflanzen in Europa. Zu Recht verwenden viele Großmütter die Kamille für alle Arten von Beschwerden, denn sie kann als wahrer Tausendsassa eingesetzt werden. Leider ist sie in der freien Natur kaum noch anzutreffen, weil sie die Nähe von Getreide liebt, dort aber bekämpft wird. Sie gehört zur Familie der Korbblütler. Im englischen Sprachraum wird sie „Chamomile“ genannt. Der Gattungsname Matricaria ist hergeleitet vom Wort „mater“, das meint „Mutter“, weil die Pflanze früher oft bei Erkrankungen im Wochenbett verwendet wurde. Mundartliche Bezeichnungen für die Kamille waren früher auch „Kamelle“ und auch Apfelkraut. Sie wächst auf sandig, lehmigem Boden, an Äckern, Wegen und auf Brachland. Die Pflanze ist fast in ganz Europa heimisch und gedeiht bis zu einer Höhe von 1600 m. Zur Gattung Kamille gehören einige Arten, von denen die Echte Kamille am wirksamsten ist. Man erkennt  sie an ihrem starken typischen Geruch. Sie duftet nach grünem Apfel. Äußerlich empfiehlt sich die Pflanze bei Wunden, Geschwüren und Entzündungen, insbesondere im Mund- und Rachenbereich. Sie ist auch ein gutes Mittel zur Behandlung von chronischem Schnupfen, recht bekannt ist ihre Wirkung als Dampfbad bei Nebenhöhlen-entzündungen. Innerlich angewendet empfiehlt sich die Kamille als krampflösendes und beruhigendes Mittel bei Koliken und Schmerzen im Magen- Darmbereich. Interessant ist, dass Kamille bei Infektionen Bakterien (wie Staphylokokken und Streptokokken) unschädlich machen kann. Diese Tatsache war schon in der alten Volksheilkunde bekannt und ist heute wissenschaftlich untermauert worden. Kamillenextrakte finden auch Anwendung in Kosmetika. Wen wundert es, dass diese hervorragende Heilpflanze schon im Altertum ihre Anwendung fand. Schon die arabische Medizin kannte Kamillenöl. Der Apotheker Tabernaemontanus (1520 – 1590) beschreibt die Wirkung des Kamillenöls wie folgt: „Das Chamillenöl erweichet Beulen und Knollen/stillet Schmerzen/und legt nieder alle Geschwulst/…/Es erzeigt wunderbarliche Hülff (Hilfe) in den Wunden der Nerven/…/Es stillet den Schmerzen des Magens und des Darms.“

Eine zweite Art sei hier nun noch erwähnt: Die alten Ägypter weihten die „Römische Kamille“ dem Sonnengott Ra. So nimmt es nicht Wunder, dass auch in der europäischen Volksheilkunde die Römische Kamille schon immer eine sehr wichtige Heilpflanze war. Tee wurde bei Trotzanfällen bei Kindern eingesetzt. Das Kraut – auch es duftet nach grünem Apfel –  soll andere Pflanzen heilen, daher hat man es früher neben kranke Pflanze gesetzt. Ursprünglich aus Nordafrika zu Hause ist sie nun in Westeuropa und rund ums Mittelmeer heimisch. Selten in der freien Natur zu finden, meist nur in Kulturen, Gärten oder um Siedlungen. Sie wächst bevorzugt auf Grasfluren und an Gebüschen.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

Fragwürdig – Das Christentum ohne Kreuz?

Vor einigen Wochen pilgerten evangelische und katholische Bischöfe ins Heilige Land. Der Redakteur Jan Fleischhauer schreibt auf „Spiegel on-line“ dazu: „Bilder zeigen den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und den Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, vor dem Felsendom in Jerusalem.“ Beide Kirchenvertreter tragen Kleidung, die sie als Männer des Glaubens ausweist. Aber wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass das Kreuz fehlt, das sie sonst um den Hals tragen. Das ist kein Zufall, wie man erfährt, wenn man die Geschichte zu dem Foto liest. „In der Mitte gibt es einen dritten Herren, den ich zu erwähnen vergaß: Scheich Omar Awadallah Kiswani. Die muslimischen Autoritäten hatten die Bischöfe gebeten, das Symbol ihres Glaubens abzulegen, als sie die heilige Stätte betraten; eine Aufforderung, der die beiden umstandslos nachkamen … Wie soll man es anderes nennen als eine Verleugnung des Glaubens, wenn zwei wichtige Repräsentanten des Christentums bei einer Pilgerreise aus Rücksicht auf die Reizbarkeit muslimischer Glaubensvertreter ihr Kreuz ablegen? Es sind in der Geschichte des Christentums eine Menge Leute gestorben, weil sie genau das abgelehnt haben. Man kann das unvernünftig oder verbohrt finden, in den Kirchen werden sie heute als Heilige und Blutzeugen verehrt. So ist das nun einmal mit dem Glauben: den Gläubigen imponiert Standfestigkeit, nicht die Kapitulation vor fremden Mächten … Die Demutsgeste der Bischöfe fällt in eine Zeit, in der es für Christen in vielen Ländern der Erde wohl noch nie so gefährlich war, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Was sich im Nahen und Mittleren Osten unter den Augen der muslimischen Geistlichkeit abspielt, ist eine Tragödie, anders kann man es nicht sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Verzicht auf das Kreuz viele Christen, die trotz Verfolgung und Diskriminierung standhalten, mit Trauer und Ratlosigkeit erfüllt.“

Unsere Gottesdienste im November

Dienstag,      01. November, 10°° Uhr Allerheiligen Feier, Friedhof Vöhringen

Donnerstag, 03. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Pastoralkonferenz unserer Kirche in Dachau vom 4.-6. November in Dachau

Freitag,         11. November, 18°° Uhr: Martini-Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       13. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,         18. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      20. November, 11°° Uhr: Hl. Messe zum Adventmarkt in der Abtei

Freitag,         25. November, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       27. November, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum 1. Advent in Ragenreute

Infos zum Fest Maria Tempelgang

Der Gedenktag „Unserer Lieben Frauen in Jerusalem“ erinnert an die Erzählung im apokryphen Jakobus-Evangelium, wonach Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern, Joachim und Anna, in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, wo sie unter den Tempeljungfrauen erzogen werden sollte. Der Tag war ursprünglich der Gedenktag der am 21. November 543 in Jerusalem unter Kaiser Justinian erfolgten Weihe der Kirche Sancta Maria Nova, die in der Nähe des jüdischen Tempels erbaut wurde. Unter Patriarch Germanus I. wurde Anfang des 8. Jahrhunderts der Tag in Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul – bereits als Mariengedenktag begangen. Durch die Kreuzfahrer kam der Tag ab dem 11. Jahrhundert ins Abendland, im 12. Jahrhundert wurde er in England, im 14. Jahrhundert in Frankreich bekannt, 1371 unter Papst Gregor XI. erstmals in der päpstlichen Kapelle in Avignon begangen. 1472 wurde er von Papst Sixtus IV. für die gesamte katholische Kirche als Mariä Opferung festgeschrieben. In der evangelischen Kirche erhielt der Tag als Buß- und Bettag eine neue Bedeutung.

Bauernregeln: Die Witterung an diesem Tag verkündet den Charakter des kommenden Winters: er wird trocken oder nass, je nach diesem Tag.

Mariä Opferung klar und hell / naht ein strenger Winter schnell.

Mariä Opferung klar und hell, / gibt’s im Winter Wolfsgebell.

Ist Mariä Opfer‘ das Wetter schön bestellt, / so dass die Biene Ausflug hält, / dann ist das nächste Jahr fürwahr / ein böses, teures Hungerjahr.

 

Pater Gerhards Aktivitäten im November

Mittwoch,       2. November, 18°° Uhr: Hildegards Kräuterwelt. Vortrag im Berggasthof Höchsten. Anmeldung dort: 07555-92100.

Donnerstag, 3. November, 19°° Uhr: Kräuterrezepte für den Hausgebrauch. Vortrag im Brunnenhof.

Mittwoch,       9. November, 19°° Uhr: Die Kraft des Räuchens. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Donnerstag, 10. November, 19°° Uhr: Von Wurzeln und Rinden wollen wir künden. Vortrag im Brunnenhof.

Dienstag,      15. Oktober, 19°°Uhr: Schmieren und Salben hilft allenthalben. Balsame selbst fertigen im Brunnenhof.

Donnerstag, 17. November, 18°° Uhr: Atem Gottes und Botschaft an den Himmel. Vom Räuchern. Landgasthof Zur Sonne, Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07505-9516940

Dienstag, 22. – Mittwoch 23. November: Zeit für mein Leben. „Dem Ende entgegen gehen!“ Impulse, Stille und Bewegung. Kurzexerzitien. Sie bezahlen € 60,00 einschließlich einem einfachen Mittagessen. Dazu kommen Übernachtung, Frühstück und Abendessen im Gasthof Adler. Anmeldung bis 10. November.

Donnerstag, 24. November, 19°° Uhr: Die Kraft des Räucherns. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Das Kraut für den November: Cistrose

Cistus, Cystus auch Cistrose oder Zistrose genannt. Schon wieder mal die „alten Ägypter“ und die Griechen! Seit Jahrtausenden wird dort die „Cistrose“ als Heilpflanze, zum Räuchern, als edle Duftessenz und als Schönheitsmittel verwendet. Es sind stark verzweigte, buschige Sträucher oder Zwergsträucher mit aromatischem Harz, dem Labdanum. 24 Arten sind bekannt. In unserer Betrachtung konzentrieren wir uns auf die „Kretische“ oder „Graubehaarte Zistrose“ (Cistus creticus, Cistus incanus).  Auf dem Olymp, so erzählt man sich, kam es über die Zistrose zum Streit. Die Götter konnten sich nicht über ihre Heilwirkung einigen. Beinahe der erste „Grexit“ in der Geschichte! Die weibliche Fraktion im Götterhimmel beanspruchte das Pflänzchen wegen ihrer schönen Blüten und des wunderbaren Duftes. Ares, Kriegsgott im Götterreigen, wollte das Harz der Pflanze als Heilmittel bei Verletzungen aller Art in seinen Tornister packen. Da meldete sich Cistus, die „Griechische Bergrose“ zu Wort und versprach beides zu leisten! Übrigens: Das Holz des Strauchs schützt seit jener Zeit auch vor dem „Bösen Blick“.

Die Menschen im Umfeld der Cistrose brauen sich seit vielen Jahrhunderten aus den Blättern dieser Pflanze einen wohlschmeckenden Tee und trinken diesen zur Stärkung der Abwehrkräfte. Zur Gewinnung des Harzes wurden früher Ziegen durch die Zistrose-Pflanzen getrieben. An den Haaren des Fells blieb das Harz kleben. Das Fell wurde dann gestutzt und die Haare ausgekocht. Im abgekühlten Wasser fand sich dann das Harz. Wenn das Fell nicht geschnitten werden sollte, wurde das Harz stattdessen herausgekämmt. Sogar gegen Borreliose sollen die Wirkstoffe der Rose helfen. Während sich Tee aus dieser Pflanze bis ins Mittelalter hinein großer Beliebtheit erfreute, geriet er danach zunehmend in Vergessenheit. 1999 wurde dieser kleine Strauch aus der Macchia der griechischen Halbinsel Chalkidiki von der wissenschaftlichen Institution Herba Historica als „Pflanze des Jahres” gekürt. Heutzutage bezeichnet man die Zistrose mit Fug und Recht als „Super-Kraut“. Wie schön, dass man nicht erst zum Alkoholiker werden muss, um die positiven Wirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem, für die sonst Rotwein bekannt ist, zu erreichen! Bis vor kurzem galten nämlich noch grüner Tee und Rotwein als die polyphenolreichsten Mittel überhaupt. Jetzt wurde herausgefunden, das Cistus dreimal mehr Polyphenole enthält! Doch was sind Polyphenole? Früher wurden diese vitaminähnlichen Stoffe auch Vitamin P genannt. Berühmt geworden sind sie durch ihre starke antioxidative Wirkung; diese ist wesentlich ausgeprägter als bei allen anderen heute bekannten Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, und Carotin. Das macht die Zistrose auch verantwortlich für eine Vielzahl positiver Wirkungen, sowohl innerlich wie äußerlich. Hier eine kleine Auflistung der Anwendungsformen: Die Abkochung wird als Tee, Sud und Gurgelmittel für den inneren Gebrauch, sowie  für  Bäder und  Waschungen und zur Herstellung von  Hautpflegeprodukten verwendet. Äußerlich hilft Cistus bei: Candida, Infektionen, Mykosen, Viruserkrankungen, Akne, Neurodermitis, Mandelentzündungen, Schleimhautreizungen, zur Karies- und Parodontose-prophylaxe sowie bei Gingivitis einer gravierenden Zahnfleischentzündung. Innerlich hilft die Zistrose zum Epithelschutz im Darmbereich, bei Darmkrebs, Krebs, zur Darmsanierung, bei Grippe-Virusbefall und als Anti-Aging-„Gedöns“. Allgemein schützt der „kleine Grieche“ den Zellstoffwechsel. Er stabilisiert unser Herz und den Kreislauf, er erhöht die Knochendichte, bringt die Darmflora ins Gleichgewicht, stärkt unsere Abwehrkräfte, schwemmt Schwermetalle aus und bewahrt unsere Haut vor vorzeitiger Alterung. Der tägliche Genuss von nur einer Tasse Tee soll angeblich eine erhebliche Verbesserung der Abwehrkräfte und der Darmflora sowie eine deutliche zellschützende Wirkung mit sich bringen. Eine bessere Abwehr gegen freie Radikale soll helfen eine Zellschädigung zu verhindern und somit der Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten vorbeugen. Auch zur Entgiftung des Körpers von Schwermetallen empfehlen manche Ärzte den Zistrosentee. Was ist CYSTUS052? Bekannt wurde der Pflanzenextras Cystus052 durch Experimente mit Grippeviren an der Uni Münster, bei denen sich herausgestellt hat, das Cistus Incanus Grippezellen daran hindert, in Körperzellen einzudringen. Weiterhin wird angenommen, dass einige der Pflanzenstoffe in der Lage sind auch Viren, Bakterien und Pilze zu bekämpfen. Meine Empfehlung: mit Salbei und Cistrose können wir der Influenza wirkungsvoll vorbeugen. Und hier noch das Beste: Es sind keine Nebenwirkung bekannt! Cystus kann als wohlschmeckender Tee (getrocknet ca.10 Gramm pro Liter, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Sud (gleiche Menge ca. 10 Minuten kochen) getrunken werden. Die schönen rosa Blüten können genauso wie die ledrigen Blätter verwendet werden. Das Pflänzchen verträgt ca. -15°C Frost. Überwinterung sollte daher am besten an einem hellen kühlen Ort im Haus oder Wintergarten erfolgen. Cistus ist robust und leicht zu ziehen. Mit etwas Winterschutz ist das griechische Pflänzchen sogar in Deutschland winterhart.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

 

Mein Kraut des Monats: Die Pfefferminze!

Griechenlands Sonne geht auf über Gerechte und Ungerechte. In der Zeit der antiken Götter – in sie will ich Sie entführen -, und in der heutigem des Fluchtgetümmels auf der Balkanrouter, dem einst drohenden „Grexit“ und dessen heillosem Durcheinander. Es gibt eben nichts Neues unter der Sonne. Von Ovid ist folgende Geschichte überliefert: Pluton (Hades), der „Herr der Unterwelt“, war, ähnlich wie Göttervater Zeus, obwohl mehr oder weniger glücklich mit einer Göttin (hier nun Persephone) verehelicht, erotischen Abenteuern nicht abgeneigt. Mit der Nymphe Minthe war er besonders glücklich.  Ertappt bei ihrem „Techtel“ und ihrem „Mechtel“, war die gehörnte Ehegöttin kurz davor diesem Nymphchen den Garaus zu machen. Schnips! Mit einem Fingerschnips Plutons wird aus der lieblichen Minthe die betörend duftende Pflanze Mentha. Persephone, war von ihrem Duft so bezaubert, dass sie ihrem Galan all seine Seitensprünge verziehen hat. So oder so ähnlich mag es sich zugetragen haben. Heute kennen wir nur noch Mentha – samt einer Vielzahl von Varianten – und ihren berauschenden Duft, die Minze. Die Nymphe Minthe hat sich sozusagen verduftet. So weit so gut. Ihre Inhaltsstoffe Menthol samt Kampfer sind es, die uns umgarnen. In der Pfefferminze, der Mentha piperita, sind sie besonders ausgeprägt.

Zeitsprung. Ein Waschplatz auf dem Lande an einem sonnigen Tag. Nach dem Waschen und dem Ratschen, dem Austausch der letzten Neuigkeiten, wird die Wäsche auf dem dort angelegten Feld von Minze zum Trocknen ausgebreitet. Die Kraft der Sonne löst das Menthol aus dem Grün und lässt es in die Bettlaken steigen. Wohl beduftet sind sie nun und so können sie das  lästige Ungeziefer – Wanzen, Läuse, Flöhe und Co. – fernhalten, die allgegenwärtig waren (sind?). Frühmorgens im benachbarten Städtchen, das sich mit festen Mauern gegen alles Fremde wehrt: Bevor das Tageswerk beginnt, öffnen sich allerorten die Fenster, ein Topf erscheint und ausgeleert wird die übelriechende Brühe in die Gosse. So entsorgte man im Mittelalter die Verdauungshinterlassenschaften. 2000 Einwohner in der Stadt sorgten für einen gehörigen „Duft“. Um diesen Gestank in den Häusern der Edlen des Volks und in den öffentlichen und kirchlichen Räumen zu mindern, wurde unter anderem auch Minze als Streukraut eingesetzt. Durch Schritt und Tritt entwichen dem frischen Grün wohlriechende flüchtige Stoffe. Auch lästige kleine Nager wurden so vertrieben.

Zurück in unsere Zeit. Wir kennen Pfefferminze als ein bewährtes Heilmittel bei Kopfschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Verstimmungen. Ihre Anwendung ist denkbar einfach: Pfefferminzblätter, frisch oder als Absud, helfen gegen das Reizdarm-Syndrom, das ätherische Pfefferminzöl gegen Kopfschmerz und eine Pfefferminz-Inhalation bei verstopften Atemwegen. Ein Pfefferminztee wärmt im Winter und im Sommer erfrischt die aromatische Pflanze mit einem köstlichen Pfefferminz-Smoothie. Selbst heute, in unserer doch etwas naturfremden Welt, erkennen die meisten von uns – wenn auch vielleicht nicht mehr die Pflanze selbst – so zumindest ihren typisch frisch-würzigen Minzeduft. Zu Heilzwecken werden die Blätter der Pflanze verwendet. Aus den Drüsenschuppen an der Blattoberfläche entweicht bereits durch einfaches Zerreiben mit den Fingern das vielseitig verwendbare ätherische Pfefferminzöl. Dieses hat unter anderem eine antimikrobielle, antivirale und geistig anregende Wirkung. Gleichzeitig wirkt die Pfefferminze auf die glatte Muskulatur des Magendarmtrakts krampflösend, während sie die Gallenblase beruhigt und insgesamt die Verdauung fördert beziehungsweise sie vielmehr reguliert. Wenn eine Mahlzeit schwer im Magen liegt, wenn Verdauungsprozesse ins Stocken geraten sind sowie bei Übelkeit und Blähungen können die neutralisierenden Effekte der Pfefferminze helfen, alles wieder ins Lot zu bringen. Auch bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und der Gallenwege fördert die Pfefferminze die Produktion von Gallensäften und sorgt für deren problemlosen Abfluss. Im Magen regt die Pfefferminze die Magensaftsekretion an, wodurch die Magenentleerung beschleunigt und der Appetit angeregt wird – eine Wirkung, die besonders bei Kindern oder auch bei Menschen in der Rekonvaleszenz sehr geschätzt ist. Bei Erkältungen verhilft das ätherische Pfefferminzöl durch seine sekretfördernden und antibakteriellen Eigenschaften im Nu zu freien Atemwegen. Auch bei Muskelschmerzen ist dieses Kräutlein hilfreich und es vertreibt, wie durch Studien erwiesen, zuverlässig Kopfschmerzen und Migräne. Das Pfefferminzöl hat sich  auch wissenschaftlich in seiner Wirksamkeit gegenüber herkömmlichen Medikamenten als mindestens ebenbürtig erwiesen und stellt für künftige Kopfschmerzpatienten eine leicht zugängliche, gut verträgliche und kostengünstige Alternative dar. Greifen Sie bei Kopfschmerzen daher zuerst zu Pfefferminzöl oder trinken Sie in Ruhe einen Pfefferminztee. Und wenn der Hammel, den es als Irish Stew zubereitet morgen geben soll, doch schon sehr alt war. Minze verleiht diesem Gericht die notwendige Frische und vertreibt den „bockeligen“ Geschmack.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

Betrachtungen zu einem besonderen Heiligen

BIOGRAPHISCHE NOTIZEN … Jean Duvergier de Hauranne,

auch Du Vergier, nach seinem Abtstitel (seit 1620) Saint-Cyran“ (* 1581 in Bayonne; † 11. Oktober 1643 in Paris), war ein französischer katholischer Priester und Theologe. Gedenktag im Orden von Port Royal: 11. Oktober. Er hatte entscheidenden Anteil an der Ausbreitung des Jansenismus in Frankreich. Duvergier studierte Philosophie an der Pariser Sorbonne und Theologie am Jesuiten-Kolleg in Löwen, wo er seine Studien 1604 mit Auszeichnung abschloss. In Löwen begegnete er dem vier Jahre jüngeren Cornelius Jansen. Mit ihm vertiefte er sich, zunächst in Paris und 1611–13 in Bayonne, intensiv in die Schriften der Kirchenväter, besonders des Augustinus, wobei sie sich immer mehr der calvinischen Prädestinations– und Gnadenlehre annäherten und damit in Gegensatz zur kirchlichen Bußpraxis, besonders zur kasuistischen Morallehre der Jesuiten gerieten. Duvergier hielt die Kirche seiner Zeit für zutiefst reformbedürftig und glaubte sich selbst zu dieser Reform beauftragt.  1617 wurde er vom Bischof von Poitiers in Dienst gestellt, der ihm 1620 Würde und Einkünfte eines Kommendatarabts von Saint-Cyran verlieh. Duvergier hielt sich jedoch vorwiegend in Paris auf, wo er mit Pierre de Bérulle und Robert Arnauld d’Andilly Freundschaft schloss. Durch die Familie Arnauld bekam er 1623 Kontakt zum Zisterzienserinnenkloster Port-Royal und war ab 1635 geistlicher Führer der Äbtissin Angélique Arnauld und weiterer Schwestern sowie der „Einsiedler von Port Royal“. Unter dem Eindruck der spirituellen und asketischen Persönlichkeit Duvergiers wurde Port-Royal zum Zentrum des Jansenismus, während sich gleichzeitig die päpstliche Verurteilung jansenistischer Lehrsätze (1643) anbahnte. Kardinal Richelieu, ursprünglich ein Freund Duvergiers, sah den Jansenismus jetzt als reichs- und kirchenpolitisch gefährlich an. Er ließ Duvergier am 15. Mai 1638 verhaften und in den Donjon von Vincennes bringen. Bis zu Richelieus Tod wurde er dort gefangen gehalten, konnte jedoch Kontakt mit Weggefährten halten und an der Vollendung von Cornelius Jansens Werk über die Gnadenlehre Augustins teilnehmen. Nach dem Tod Richelieus wurde Duvergier im Februar 1643 auf Bemühen seiner Anhänger freigelassen, starb jedoch noch im selben Jahr an den Folgen der fast fünfjährigen Haft. Er wurde in der Kirche St-Jacques-du-Haut-Pas in Paris beigesetzt.

Pater Gerhards Aktivitäten im Oktober

Mittwoch,       5. Oktober, 19°° Uhr:

Von Wurzeln und Rinden wollen wir künden. Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Samstag,       8. Oktober, 14°° Uhr:

Herbstwanderung durch die Ebenweiler Flur. Treffpunkt Brunnenhof

Donnerstag, 13. Oktober, 19:30 Uhr:

Rosmarin, Lorbeer, Salbei und Thymian: Die beiden bei uns nicht winterharten Mittelmeerkräuter – der „Tau des Meeres“ und der „Noble von Laurus“ – spielen die ersten Geigen beim Kräuterreigen in Ostrach. Zwei winterharte Vertreter der Klosterheilkunde – Salbei und Thymian runden diesen Vortrag ab. Bildungswerk Ostrach.

14.-16. Oktober: Klosterfest und Herbstmarkt im Kloster und der Kaiserpfalz Memleben, in der Saale-Unstrut-Region im Herzen Deutschlands.

Mittwoch,       19. Oktober, 18°° Uhr:

Führung durch den Kräutergarten im „Kreuz“ zu Mattenhaus, mit anschließendem Kräutermenü zum Kraut des Monats: ROSMARIN. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07524-97570

Mittwoch,       26. Oktober, 19°° Uhr:

Vom Räuchern und Verduften – Begegnungen mit der feinstofflichen Welt. Ein Vortrag im Brunnenhof.

Donnerstag, 27. Oktober, 19°° Uhr:

Salbei trifft Majoran & Co. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Unsere Gottesdienste im Oktober

Kirchliche Nachrichten der
Christ-katholische Kirche in Deutschland,

Filiatur St. Andreas im Orden von Port Royal
Brunnenhof, Kornstraße 61, 88370 Ebenweiler, Tel./Fax: 07584 – 3233

Montag,         03. Oktober, 10:30 Uhr: Hl Messe in der Hofkapelle Ragenreute.

Freitag,          07. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof mit Krankensalbung

Sonntag,       09. Oktober, 10:30 Uhr: Hl. Messe zum Erntedank in der Hofkapelle Ragenreute

Dienstag,      11. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof mit Gästen aus Norwegen

Freitag,          14. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       16. Oktober, 18°° Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          21. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,      23. Oktober, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          28. Oktober, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       30. Oktober, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Email: brunnenhof-kraeuter-und-mehr@t-online.de

Mein Kraut des Monats: Die Schafgarbe

Nahezu überall wartet das sonnenhungrige Allerwelts-Pflänzchen darauf uns seine Kräfte zu schenken. Schmucke Körbchen sind die Blüten der Schafgarben (Achillea millefolium). So nimmt es nicht wunder, dass sie zur  Familie der Korbblütler gehören. Achillea, so ihr botanischer Name, verweist  uns auf den griechischen Helden Achilles. Obwohl er von einem Zentauren von der wundheilenden und blutstillenden Wirkung dieses Kräutleins wusste, half es ihm letztendlich nicht. (Ilias, 11. Gesang, Vers 822ff.) „Millefolium“, das heißt „Tausendblatt“ spielt auf die vielen, fein zerteilten Blattspreiten an. Nicht nur griechische Helden, nein, auch Germanen, Indianer und Chinesen nutzen diese Pflanze und die alten Römer wussten von seiner Kraft. Sie nannten die Schafgarbe „Soldatenkraut“, weil es die bösen Wunden der Herumschlachterei schließen sollte. Andere Namen zielen in die gleiche Richtung: „Heil der Welt“, Blutstillkraut“, „Gotteshand“…

Was Schafen und Ziegen gut tut wird auch uns helfen – und zwar in vielfältiger Weise: Schafgarbe regt den Stoffwechsel an, ist krampf- und schmerzstillend, entspannt als Badezusatz und reinigt die Haut. Die blühenden Schafgarben werden als  Bitter-Tonikum bei Verdauungsstörungen und Koliken verwendet. Frische Triebe und Blätter werden als Beigabe zu Salaten verwendet, und die ätherischen Öle wirken schleimlösend. Zubereitungen aus Schafgarbenkraut wirken gallenflussanregend, antibakteriell, zusammenziehend  und krampflösend. Innerlich wird Schafgarbenkraut vorwiegend bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden verwendet, das meint bei Völlegefühl, krampfartigen Erscheinungen im Magen-Darm-Trakt und Blähungen). Weitere Anwendungsgebiete sind schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau. Hierzu werden aus dem Schafgarbenkraut Sitzbäder bereitet. Gesichert gilt die leberschützende Eigenschaft von Achillea millefolium und deren Extrakte.

Galen charakterisierte im 1. Jahrhundert nach der Zeitenwende „millefolium“ kurz als trocknend und wundheilend. Pseudo-Apuleius nannte im 4. Jahrhundert folgende Anwendungen: Die Wurzel gegen Zahnschmerz. Das Kraut in Fett zertrieben als Auflage zur Heilung von Schnitt- und Stichwunden („vulnera de ferro facta„). Das Kraut mit Butter zerrieben als Auflage gegen Schwellungen („tumores“). Das Kraut mit Essig getrunken gegen Probleme beim Wasserlassen („urinae difficultates“).

Hildegard von Bingen übernahm in ihrer Physica (Heilkraft der Natur, Cap. 1-113)  die Angaben früherer Autoren zur Wundheilung und notiert: „De Garwa, ist etwas warm und trocken und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. In Wasser gekochte Schafgarbe nimmt Wunden die Fäulnis und die Schwären, das heißt das Geschwür, und sie heilt die Wunde. Wer aber im Körperinneren eine Wunde erhielt, … der pulverisiere diese Schafgarbe, und er trinke jenes Pulver in warmem Wasser. Und wenn es ihm besser geht, dann nehme er dieses Pulver in warmem Wein, bis er geheilt wird. Und ein Mensch, den das Dreitagesfieber plagt, der koche Schafgarbe und zweimal so viel Engelsüß in mildem und gutem Wein, und er seihe es durch ein Tuch, und beim Herannahen des Fiebers trinke er diesen Wein. Und ein Mensch, der vom Vergießen der Tränen in den Augen verdunkelt ist, der zerstoße mäßig Schafgarbe und er lege sie abends auf die Augen, indem er achtgibt, dass sie die Augen innen nicht berührt und so lasse er es bis ungefähr Mitternacht und dann nehme er sie weg. Dann umstreiche er die Wimpern mit bestem und reinstem Wein, und so werden die Augen geheilt.“ Im 17. und 18. Jh. wurde die Schafgarbe von den Hallenser Klinikern Georg Ernst Stahl und Friedrich Hoffmann als Allheilmittel betrachtet, das sie insbesondere bei „nervöser Atonie“, bei Koliken mit Blähungen und bei Bleichsucht  einsetzten.

Das „Heil der Welt“ stärkt seine Nachbarpflanzen, es verhindert Schädlingsbefall und verstärkt deren Duft und Geschmack. In früheren Zeiten ist Schafgarbe zum gelb färben von Wolle verwendet worden. Dazu verwendete man getrocknete Blätter, Stängel und Blüten. Die Wolle musste vor dem Gelbfärben mit Alaun gebeizt werden.

Unser Heil, das Heil der Welt vom Wegesrand –

Gott befohlen und herzlichst –

Ihr Pater Gerhard.

Pater Gerhards Angebot im September

Montag,         5. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100. Themenschwerpunkt: Kapuzinerkresse.

Dienstag,      6. September, 18°° Uhr: Kräuterführung in der Gärtnerei Negrassus in Überlingen, Rauensteinstraße 140

Mittwoch,       7. September, 19°° Uhr: Kapuzinerkresse und andere Exoten. Ein Vortrag im Gasthof Adler, Ebenweiler

Donnerstag, 8. September, 19°° Uhr: Kräuterernte und-Verarbeitung zum Ende des Frauendreißigers. Vortrag im Brunnenhof

Montag,         12. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Donnerstag, 15. September, 19°° Uhr: Von saftigen Früchten.  Eine beerige Sach! Vortrag im Brunnenhof

Montag,         19. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Dienstag,      20. September, 18°° Uhr: Kräuterführung in der Gärtnerei Negrassus in Überlingen, Rauensteinstraße 140

Mittwoch,       21. September, 18°° Uhr: 18°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten im „Kreuz“ zu Mattenhaus, mit anschließendem Kräutermenü zum Kraut des Monats: Minze. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07524-97570

Donnerstag, 22. September, 18°° Uhr: Herbstzauber im Kräutergarten. Ein Vortrag im, Landgasthof „Zur Sonne“ in Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07506-9516940

Montag,         26. September, 18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Donnerstag, 29. September, 19°° Uhr: Kapuzinerkresse und manches Exotisches mehr. Vortrag in der Weinstube Kernler, Krauchenwies. Anmeldung direkt unter: 07576-1854

Freitag,          30. September, 19°° Uhr: Aus unendlichen Quellen schöpfen. Spiritualität und Mystik im Alltag. Vortrag im Brunnenhof

Auch für die Termine in Ebenweiler (Gasthof Adler / Brunnenhof) gilt: bitte anmelden! (07584 – 3233)

Biblisches

Überlegungen zu Exodus 32,7-14 und Lukas 15,1-32

 Immer wieder neu – uralt und doch neu – erfahren wir, dass Gnade und Umkehr die bestimmenden Werte und Verhaltensmuster unseres Lebens sind, dass sie unser Leben bestimmen. Wir hören heute und wissen schon längst, dass Gott treu ist, dass er sich freut an uns, an jedem, der die Umkehr wagt. Wir hören und wissen schon längst, dass ER alle Facetten, Stimmungen und Launen unseres Lebens kennt. Er kennt mich, denn ich bin sein Eigen!

Ich erfahre, dass er der Urgrund allen Lebens ist. Er ist der Ursprung. Er ist die Fülle. Er hat Geduld mit uns – mit dir und mit mir. Er ist die Liebe „schlechthin“ – eigentlich müsste es besser „gut-hin“ heißen.

In der Zusammenschau meint dies: Gott ist treu und er weiß um unsere Defizite, unsere Untreue in allen möglichen und unmöglichen Lebensvollzügen. Er achtet die höchste Gabe, die er uns als seine Mitschöpfer in der Welt geschenkt hat: unsere Freiheit. Er achtet und beachtet meine Entscheidung, auch dann, wenn sie gegen ihn gerichtet ist. Er ist der „Trotz-Allem-Treue-Gott“.

Und – er wartet auf mich – auf dich – auf uns alle!

Selbst als zorniger Gott, der alles Widerstrebende – also dich und mich – vernichten will, zeigt er sich barmherzig und großzügig. Er lässt den Kelch an uns vorüber gehen und mutet ihn seinem Sohn, dem Eingeborenen zu, der in die Welt gekommen ist, um uns die Schuldigen und Schwachen zu retten, damit sie reif werden für das Reich Gottes. Denn er ist der treue Gott, der Heimat uns verheißt! Er ist auch ein Gott, der lernt, der erkennt, dass sein Volk – mit Freiheit begnadet – nicht einfach seinen Geboten und Weisungen folgt. Und wir, die wir sein Volk sind, müssen immer wieder neu erkennen wie er NICHT ist. Uns wird auch klar werden, wenn wir uns darauf einlassen, dass die Geschichte Gottes mit uns Heilsgeschichte ist, eine dynamische Beziehung, die der Wandlung und dem Neuwerden unterworfen ist, und nicht eine bloße Erzählung, ein Märchen, eine Sage aus der Urzeit. Mich zu retten, mir Schuldigem und Sünder – ich mag dieses Wort nicht besonders – also mir wieder neu Heimat zu verheißen, dazu ist Jesus Mensch geworden in der Mitte der Zeit. Drei Gleichnisse rufen uns das in Erinnerung: das vom wiedergefundenen Schaf – es ist nicht abwegig jedwede Kirche zu meinen, das vom wiedergefundenen Geldstück und das vom heimgekehrten Sohn und vom barmherzigen Vater. Nur ein unendlich gütiger, gnädiger und guter Gott mag sich in unserer Zeit darüber freuen. Versuchen wir ihm nachzueifern. Wir werden sehen es geht… Tertullian (*nach 150 / + nach 220), ein wortgewaltiger frühchristlicher Schriftsteller und Denker, der am Ende seiner Tage mit der amtlich verfassten Kirche haderte und sie verließ, schrieb: „Wer ist dieser Vater, der den verlorenen Sohn aufnimmt? Offenbar Gott selbst. Niemand ist Vater wie er. Niemand fühlt so zart wie er. Du bist sein Sohn, sein Kind, selbst dann, wenn du vielleicht alles vergeudet hast, was er dir gab; selbst wenn du mit nichts zurückkommst. Er wird sich über deine Rückkehr freuen und dir ein Freudenmahl bereiten. …“ (Tertullian, Über die Buße 8).

Lasst uns also als freie Kinder Gottes dessen Güte, Gnade und Barmherzigkeit wiederspiegeln in unserer Zeit, in unserem Leben, jetzt, hier und heute.

Pater Gerhard

Unser Dank

Das internationale Treffen der Christ-Katholischen Kirche hier in Ebenweiler ist Vergangenheit. Ein Treffen fröhlicher Christenmenschen ist Geschichte. Glaube wurde gelebt. „Reich Gottes“ wurde erfahrbar.

Wir sind unendlich dankbar, dankbar für die Begegnungen, für die vielfältigen Bestärkungen, für Hilfen und Zuspruch. Römisch katholische Glaubensgeschwister aus dem Bayrischen Wald, aus Westfalen, Österreich, der Schweiz und unserer Region haben sich zu Hause gefühlt und mit uns Gottesdienst gefeiert. Es war ein Beispiel, wie ökumenische Begegnung frei von Vorurteilen und in gegenseitigem Respekt gelingen kann. Diese Vision ist uns Ansporn, in unserem Einsatz nicht nachzulassen. Begeistert hat uns alle der Gesang der Mönchsschola aus der Benediktinerabtei St. Mauritius in Niederaltaich unter der Leitung von Pater Romanos. Wir danken vor allem unserem Bischof Roald, der durch seinen Besuch und die gespendeten Weihen Ebenweiler wertgeschätzt hat. Der Theologenschar aus Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien und aus Deutschland gilt unser Dank. Froh waren wir auch, dass wir zusammen mit unseren Ordensbrüdern diese Tage erleben durften. Stütze und Halt waren neben dem „Freundeskreis Bildwiesen“, der das Bildwiesenfest parallel dazu im Brunnenhof feierte auch all diejenigen, die sich mit uns regelmäßig zum Beten treffen. Wir danken Bürgermeister Stefan Obermeier für die Nutzung des Gemeindesaals im Sonnenhof, dem Bläserquintett des Musikvereins Ebenweiler für das Ständchen bei der Priesterweihe, Altbürgermeister Hermann Heigle, unserem künftigen Gemeindeoberhaupt Tobias Brändle und dem Gemeinderat Herrn Lupberger für ihren Besuch, denen, die uns durch Spenden unterstützt haben, Heidi Baumgärtel für die Gestaltung der Primizkerzen, Brigitte Zirn für Quartier, Fahrdienste und Berichterstattung, Franz und Frederike Schömer für das Fleisch am Samstagabend, Familie Schiedner, die das Grillen, die Essensausgabe und den Abwasch übernahm und leckeren Kartoffelsalat anbot, Ella Walser für den Blumenschmuck, den Wirtsleuten vom Gasthof Adler  für das Salatbüffet, all denen, die für uns Kuchen gebacken haben, Familie Walser für die Hilfe bei den Aufräumarbeiten und allen die uns mit ihren Gebeten und guten Gedanken begleitet haben.

Gott befohlen und herzlichst

Euer Diakon Bruder Friedrich und Euer Pater Gerhard

Unsere Gottesdienste im September

Freitag,          02. September, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       04. September, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          09. September, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       11. September, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          16. September, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Samstag,       17. September: KIRCHENWALLFAHRT NACH VIERZEHNHEILIGEN.

Sonntag,       18. September, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Vom 23.-26. September sind wir auf dem Klostermarkt in Walkenried

Freitag,          30. September, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Der Höhepunkt im September:

 

WALLFAHRT unserer Kirche nach „14-Heiligen“ am Samstag, den 17.9.

Unter dem Leitmotiv: „Bringe deine Worte auf den Weg“  pilgern wir von Eggenbach über Staffelstein und Wolfsdorf nach Vierzehnheiligen.

Abmarsch um 7.45 Uhr,

Ankunft um 12°° Uhr. Wallfahrtsgottesdienst um 14:30 Uhr. Dann geselliges

Beisammensein und Heimreise.

Für die Teilnehmer aus Oberschwaben gilt: Abfahrt um 4°° Uhr im Brunnenhof.

Christ-Katholische Kirchentage in Ebenweiler

Herzliche Einladung

zur Priesterweihe und Primiz in Ebenweiler am 13. und 14. August.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

 Unser Bischof Dr. Roald Nicolai Flemestad wird am 13. August im Sonnenhof zu Ebenweiler die Priesteramtskandidaten der Christ-Katholischen Kirche in Deutschland Dr. Daniel Gerte (Warstein), rechts im Bild,  und Klaus Klein (Bogen) zu Priestern weihen. Dr. Daniel Gerte promovierte, nach seinem Theologiestudium in Paderborn, an der Hochschule der Jesuiten St. Georgen in Frankfurt und arbeitet heute als Lehrer an einem Gymnasium in NRW. Er wird zukünftig für den Gemeinde-aufbau in Westfalen zuständig sein. Klaus Klein begann seine theologischen Studien mit dem Würzburger Fernkurs und bildete sich über Seminare in Notfallseelsorge (Freising), am altkatholischen Seminar der Universität Bonn, sowie durch ein religionswissenschaftliches Masterstudium der Universität Salzburg weiter. Er leitet eine Firma für Rettungstechnik und ist als Notfallseelsorger beim BRK für die Bezirke Niederbayern und Oberpfalz zuständig.

 Die Feierlichkeiten begleitet eine internationale Theologenbegegnung der „Union von Scranton“ (inklusive Ausflug zum Bodensee) mit Gästen aus Norwegen, Schweden, Italien und Frankreich. Die Primizmesse der beiden fällt mit dem „Bildwiesenfest“ zusammen und wird im Brunnenhof / St. Andreas stattfinden.

Nachfolgend finden Sie das Programm dieser drei Tage, wir laden Sie ein, daran teilzunehmen.

Gott befohlen und herzlichst  Ihr Diakon Br. Friedrich Hartmann & Ihr P. Gerhard Seidler

 PROGRAMM des Kirchentreffens 2016 in Ebenweiler

Freitag, 12. August:

  • 9°° Uhr Morgenlob – Laudes im Brunnenhof
  • 11:30 Uhr: kleiner Imbiss (Brezeln & Wüstchen) im Brunnenhof
  • 12 Uhr: Ausfahrt an den Bodensee: Birnau, Wallfahrtskirche und Barockjuwel; Kaffee und Kuchen im Berggasthof „Höchsten“
  • 17°° Uhr: eucharistische Anbetung im Brunnenhof
  • 19°° Uhr: Diakonenweihe im Sonnenhof – anschließend Imbiss im Gasthof Adler: Wurst-Salat-Variationen

Samstag, 13. August:

  • 9°° Uhr Morgenlob – Laudes im Brunnenhof, Gespräche …
  • 12°° Uhr: Priesterweihe im Sonnenhof – anschließend

Imbiss im Gasthof Adler: Gulasch-Suppe und Minestrone

  • Nachmittags: Gespräche, Rekreation …
  • Ab 16°° Möglichkeit zur Teilnahme am Programm zum Bildwiesenfest im Brunnenhof: Kräuterbuschen-Binden
  • 18°°: Vesper-Gottesdienst im Brunnenhof
  • Danach, ab 19°° Uhr, gemeinsames Fest: Grillen und Entspannen. Unterhaltung mit dem Barden „Arno von der Biegenburg“.

Sonntag, 14. August:

  • 9°° Uhr Morgenlob – Laudes im Brunnenhof
  • 10°° Uhr: Primiz-Gottesdienst mit Kräuterweihe im Brunnenhof
  • gemeinsamer Mittagstisch vom Freundeskreis Bildwiesen angeboten; Zeit für Gespräche, zum Austausch,
  • Möglichkeit zur Teilnahme an Pater Gerhards Kräuterexkursionen, Kaffee und Kuchen, Bier, Wein und Limonade
  • Ende der Veranstaltung gegen 17°° Uhr.

Um besser planen zu können, bitten wir: Teilen Sie uns mit an welchen Programmpunkten, an welcher gemeinsamen Mahlzeit Sie teilnehmen wollen.

AUS DER TEILNEHMERLISTE

Aus Norwegen: Bischof Dr. Roald Nicolai Flemestad und seine Frau Kirsten,  Fr. Ottar Mykael Myrseth. Aus Schweden: Dr. Magnus Sterner, P. Franciscus Urban. Aus Frankreich: Abbé Alexandre Nevejans. Aus Italien: Davide Mosenta. Nahezu der gesamte Klerus der Christ-Katholischen Kirche in Deutschland: Generalvikar und Pfarrer Klaus Mass, Dr. Thomas Doell, Dr. Frederik Herzberg, Abt Michael Maier OPR, Diakon Dietholf Schröder, Diakon Franz Schömer, die Mitbrüder aus der Abtei St. Severin: Br. Georg und Br. Maximilien. Die Angehörigen, Freunde und Bekannten der Weihekandidaten: Familie Gerte aus Warstein, Familie Klein aus Bogen. Der Bürgermeister der Stadt Bogen und Vizepräsident des Bezirkstags Franz Schedelbauer. Vertreter des Bayrischen Roten Kreuzes (Jürgen Zosel und Dieter Hauenstein). Der Bundespolizeiseelsorger Pater Dr. Gabriel Wolf OPraem, und manche mehr …

Unsere Gottesdienste im August

Freitag,               05. August, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,             07. August, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der

Hofkapelle Ragenreute

12.-14. August: KIRCHENTAGE IN EBENWEILER

mit Bischof Dr. Roald Flemestad und Teilnehmern aus Norwegen, Frankreich, Italien, Ungarn und aus allen christ-katholischen Gemeinden Deutschlands und BILDWIESEN.KRÄUTERFEST zu Maria Entschlafung:

  • Freitag, August, 9°° Uhr:
    • Morgenlob – Laudes im Brunnenhof
  • Freitag,     August, 17°° Uhr:
    • Eucharistische Anbetung im Brunnenhof
  • Freitag,       August, 19°° Uhr:

Diakonenweihe im Sonnenhof

  • Samstag, August, 9°° Uhr:

Morgenlob – Laudes im Brunnenhof

  • Samstag, August, 12:00 Uhr:
    • Priesterweihe der beiden Kandidaten im Sonnenhof
  • Samstag,
    • August, 18°° Uhr: Vesper im Brunnenhof
  • Sonntag, August, 9°° Uhr:
    • Morgenlob – Laudes im Brunnenhof
  • Sonntag, August, 10:00 Uhr:
    • Priminzgottesdienst der beiden Kandidaten mit Primiz- und Kräutersegen im Brunnenhof

Samstag,        20. August:

Hochzeitmesse Rosi Wohlhüter und Gerhard Wagner in Heiligkreuz am Großglockner

Vom 24.-29. August sind wir auf dem Klostermarkt in Dalheim,

dort werden wir zum zweiten Mal das Marktgeschehen mit geistlichen Impulsen anreichern.

Pater Gerhards Termine im August

Montag,    1. August,  18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100. Themenschwerpunkt: Verveine – ein Sommernachtstraum!

Mittwoch, 3. August, 19°° Uhr: Die „Hohe Zeit“ der Kräuterente. Der Frauendreißiger. Vortrag im Gasthof Adler.

Montag,    8. August,  18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

BILDWIESENFEST IN EBENWEILER

Samstag, 13. August, 16°° Uhr: Das Brauchtum rund um den Kräuterbuschen zu Maria Entschlafung,

Sonntag, 14. August, 13°° Uhr, stündlich bis 17°° Uhr. Kräuterexkursionen.

Montag,    15. August,  18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Mittwoch,  17. August, 18°° Uhr: 18°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten im „Kreuz“ zu Mattenhaus, mit anschließendem Kräutermenü zum Kraut des Monats: Lavendel. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07524-97570

Donnerstag, 18. August, 18°° Uhr: Die „Hohe Zeit“ der Kräuterente.

Der Frauendreißiger. Ein Vortrag im, Landgasthof „Zur Sonne“ in Leupolz. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07506-9516940

Montag,    22. August,  18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Dienstag,  23. August, 17°° Uhr: Kräuterführung in der Gärtnerei Negrassus in Überlingen, Rauensteinstraße 140

Montag,    29. August,  18°° und 19°° Uhr: Führung durch den Kräutergarten auf dem Höchsten mit anschließendem Kräuterbuffet. Notwendige Anmeldung direkt unter: 07555-92100.

Kraut des Monats: die Karde

Wild und bewehrt kommt sie uns entgegen, die „Wilde Karde“ (Dipsacus fullonum / Dipsacus sylvestris). Der Name „Dipsacus“ kommt aus dem griechischen „dipsa“ und meint „Durst“. Nach einem Regenguss sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter Wasser. Eine Labsal für Vögel oder durstige Wanderer.

Zweijährig ist diese krautige Pflanze. Mannshoch mit stachligen Stängel und über und über mit spitzen, wehrhaften Spitzen übersät – so prägt sie sich uns ein. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet. Die kreuzgegenständigen Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt.

Die „Weber-Karde“ enthält, für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen, das Glykosid Scabiosid, Terpene, Kaffeesäureverbindungen, organische Säuren, Glucoside und Saponine.

In der Antike und im Mittelalter wurden Zubereitungen aus der Wurzel der Karde äußerlich bei Schrunden und Warzen verwendet. Das Wasser, das die Karde zum Wohl der Wanderer in ihren Blattkelchen sammelt, galt als Schönheits-Elixier erster Wahl! Die Frau von Welt nutzte es äußerlich als Wundertonikum für eine glatte Haut.  In der Volksheilkunde wird die Wurzel gegen Gelbsucht und Leberbeschwerden, Magenkrankheiten, kleine Wunden, Gerstenkörner, Fisteln, Hautflechten und Nagelgeschwüre empfohlen. Nicht nur die Wurzel, nein, auch die wehrhaften Blätter wurden bei einer Vielzahl von Beschwerden verwendet. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurden Kardenblätter zusammen mit Essig auf den Bauch gelegt, um Durchfälle zu behandeln. Außerdem wurde es bei Gelbsucht („Es heylet und vertreibet auch alle gelbe / braune Flecken unter den Augen“) und bei Mundfäule verwendet.

Getrocknete Pflanzen liefern einen wasserlöslichen Farbstoff, der als Ersatz für Indigo galt.

Die stacheligen Blütenköpfe wurden in der „guten alten Zeit“ von Webern zum Aufrauen von Wollstoffen benutzt. Heutzutage kennen wir die getrockneten Blütenköpfe vor allem als floristische Zutat von Allerheiligen-Gestecken.

Und doch: auch heute werden Blätter und Wurzeln sowohl bei inneren als auch äußeren Beschwerden verwendet. Hauptsächliche Anwendungsbereiche sind Erkrankungen und Beschwerden der Verdauungsorgane und die Wundheilung. In der Signaturlehre wurde das derbe Blatt wird zum Symbol für unreine Haut mit allen nur denkbaren Krankheitsbildern. So wird die zur Paste verarbeitete stachlige Grünmasse zum Segen bei diverse Hautkrankheiten wie Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis und Co.

Viele der Krankheiten und Beschwerden, für die die Karde in der Volksmedizin von Bedeutung war, sind wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht worden, so dass konkrete schulmedizinische Beweise für deren Wirksamkeit ausbleiben. Nachvollziehbar ist es jedoch, dass die wilde Karde aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entzündungshemmende, harntreibende, schweißtreibende und antioxidative Eigenschaften aufweist.

Die Kardenwurzel kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotika-Behandlung. Dazu sollte sich dann eine „Überhitzungstherapie“ gesellen: Zweimal wöchentlich muss der geschundene Körper ein künstliches Fieber über sich ergehen lassen. Sechs Monate dauert diese Prozedur.  Der Einsatzzweck der Karde gegen Borreliose ist hochinteressant, denn naturheilkundliche Methoden gegen diese Krankheit sind rar und selbst Antibiotika können oft nicht helfen.

Die Kardenwurzel soll auch generell eine Stärkung des Immunsystems bewirken.

Ein gesunder Lebenswandel, ein Leben aus der inneren Mitte heraus ist ganz allgemein förderlich für alles, was uns aus „Gottes grüner Apotheke“ zukommt, zuwächst.

Gott befohlen und herzlichst – Ihr Pater Gerhard.

Unsere Gottesdienste im Juli

Freitag,          08. Juli, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Freitag,          15. Juli, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Samstag,       16. Juli, 19°° Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

Freitag,          22. Juli, 19°° Uhr: Vesper im Brunnenhof

Sonntag,       24. Juli, 11°° Uhr: Hl. Messe in der Abtei St. Severin

Freitag,          29. Juli, 19°° Uhr: Vesper mit Krankensalbung im Brunnenhof

Sonntag,       31. Juli, 10:30 Uhr: Hl. Messe in der Hofkapelle Ragenreute

ZUM VORMERKEN:

 1) „KIRCHENTREFFEN IN EBENWEILER“

 Vom 12.-14. August werden unser Bischof, Dr. Roald Nicolai Flemestad, seine Frau und Kirchenmitglieder aus Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien und der Christ-Katholischen Kirche in Deutschland, insgesamt so um die 40 Personen, bei uns in Ebenweiler zu Gast sein. Unser Bischof wird Dr. Daniel Gerte aus Warstein und Klaus Klein aus Bogen im Dorfgemeinschaftshaus „Sonnenhof“ zu Diakonen und zu Priestern weihen.

Am Sonntag, den 14. August werden die beiden Neupriester ihren Primiz-Gottesdienst im Rahmen des Bildwiesenfestes mit Kräuterweihe im Brunnenhof feiern. Schon heute seid Ihr alle recht herzlich dazu eingeladen. Wir freuen uns über Kuchenspenden und Eure aktive Teilnahme. Das genaue Programm werden wir Anfang August veröffentlichen.

2) WALLFAHRT unserer Kirche nach „14-Heiligen“ am Samstag, den 17.9.