„begeistert!“

Im Wissen, dass wir „begeistert“ sind feiern wir das Fest der „Begeisterung“, feiern wir das Fest des Geistes und der Wahrheit, feiern wir Pfingsten.IMG_0948 Gottes Geist ist es, der Ostern in uns, in der Kirche, in der Welt, in seiner ganzen Schöpfung perfekt macht.Er ist es, der das Oster-Ereignis andauern lässt, der es wirksam macht für uns und der es weiterführt in alle Zukunft, die Gott uns schenkt. Der Heilige Geist, der Beistand, kennt keine Schranken, er ist und wirkt grenzenlos.

Nichts und niemand ist vor ihm sicher. Er weht wo er will. Der Geist ist es, der seine Gnadengaben verteilt und sonst niemand. Er schenkt seine Gaben, damit sie mir selbst und anderen zum Heil, zum „Nutzen“ gereichen.

Bekenntnis, Einheit in der Vielfalt und der Einsatz zum Wohl der ganzen Schöpfung gehören zusammen, sie sind eins, sie sind sozusagen der „Ausweis“ des Heiligen Geistes, wie Paulus bekennt. Und der Geist ist es, der uns drängt den anderen vom unserer Begeisterung zu erzählen, ohne dabei aufdringlich zu werden. Mehr noch:

Der Geist ermöglicht es uns, diese Begeisterung zu leben. Friede, Freude und Versöhnung haben hier ihren Ursprung. Der Beistand senkt uns die Liebe ins Herz,macht uns liebenswürdig und fähig zur Liebe.

Dies lässt uns auch erfahren, dass Gott auf der Seite der „Gebeutelten“ steht und sie erhebt. Nicht Ansehen oder Leistung zählen, sondern es ist das freie, unerzwingbare und geschenkte Entgegenkommen. Je größer nun meine eigene Liebe wird – das ist die Folge von dem bislang Gesagten – , umso weniger muss ich mich selbst behaupten. Der Geist wird es schaffen, davon bin ich überzeugt, dass das Christentum, die Form also wie wir uns Gott annähern, dass unsere Gemeinschaft liebenswert und lebenswert wird. Das wird geschehen, wenn wir echt und authentisch leben und den verkündigen, der das einzig wahre Glück verheißt.

Geistgewirkt hat Bischof Roald bei seinem Besuch hier bei uns gesagt:

„Die Zukunft kann nicht in der Verlängerung der Vergangenheit liegen!“  Er sieht eine Chance in der Rückkehr zu christlichen Grundwerten; zu verwirklichen in kleinen, in ihrem Streben nach Frieden und Geborgenheit verbundenen, familienähnlich überschaubaren Keimzellen, die, getragen von der Achtung des Nächsten, Rücksicht, Hilfsbereitschaft und Toleranz, ihr Christsein mit Leben erfüllen. Das klingt utopisch; ein Rückblick in die Geschichte zeigt indes: immer wieder stand am Anfang notwendiger, später mehr oder auch weniger segensreicher  Neuanfänge eine zunächst utopische Idee stand das Wehen und Wirken des Geistes und der Wahrheit. (unterdrückter Teil eines Zeitungsberichts von Brigitte Zirn)

 Dieser Geist kommt nicht, das dürfen wir nicht vergessen, weil wir beten, sondern ganz einfach, weil Gott uns eben liebt. Dieser Geist beseelt uns nicht weil wir gut sind, sondern, weil Gott einfach lieben will.

So lasst uns nun begeistert das Fest der Begeisterung feiern! Frohe Pfingsten!

Herzlichst Euer Pater Gerhard

Spiel des Lebens

SPIEL DES SCHÖPFERS

Nimm diesen Frühlingstag – ganz zeitig am Morgen

Grün leuchtet auf in unzählbaren Varianten und Nuancen.

Lebensenergie macht sich breit.

Leben bricht aus vermeintlich Totem hervor und macht mich lebensfroh

Nimm einen Sommertag, ganz in der Frühe.

Die Nacht verschenkt Tautropfen.

Die Blüten fragen, ob es Zeit ist sich zu verduften.

Die ersten Sonnenstrahlen kosen wärmend Haut und Haar.

Nimm einen Herbsttag, ganz in der Frühe.

Nebelschwaden schwängern die Fluren.

Die Blätter verschwenden ihre Farben.

Der Wald duftet –

und angesichts des Vergehens ist Ernte angesagt.

Die Früchte der Erde sind reif.

Nimm einen Wintertag, ganz in der Frühe.

Nacht und Tod tanzen den Reigen des Schöpfers.

Tief drinnen erahnt man

was das wortlose Kind der Mutter erzählt.

Das Amen wird geboren.

So ist es.

Sprich es aus.

Nimm einen Frühlingstag …                                     (Pater Gerhard)

Der „Tau des Meeres“ – Rosmarin: ein mediterraner Kräuterriese

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Es ist schon seltsam, dass eines unserer heute am bekanntesten mediterranen Kräuter, eben der Rosmarin, erst recht spät hoch geachtet wurde. Und das trotz der Reichsgüterverordnung Karls des Großen, der die Kultivierung von „Rosmarius officinalis“ in den Klostergärten seines Reiches angeordnet hat. Erst im 13./14. Jahrhundert wird seine Würzkraft entdeckt. Gerade einmal fünf Rezepte nennt das italienische Kochbuch (Liber de Coquina).

Hildegard von Bingen verschweigt ihn. Die Quellen der Klostermedizin sprudeln nicht. Wir Heutigen müssen uns ob dieses Sachverhalts die Augen reiben.

Ein betörender Duft entströmt dem „TAU DES MEERES“, der sich wohlfühlt in bewegter, feuchter Luft, der die Sonne liebt und wasserdurchlässige Böden: die Küsten des „Mare nostrum“, das sich derzeit aus menschengemachten Gründen negativ in den Medien wieder findet. Seit der Antike wird überliefert, dass Segler auf dem Mittelmeer, noch ehe sie es sehen konnten, die Nähe des Landes riechen konnten, wenn ihnen der ablandige Wind den Rosmarinduft zutrug. Das ist seine Heimat – da ist er zu Haus und nicht bei uns, im Gebiet nördlich der Alpen mit seinen festen Lehmböden und seinem ganz anderen Klima. Nichts zu spüren von Leichtigkeit. Ich habe noch keinen Rosmarin „gut über den Winter gebracht“.

Weit bekannter als seine Heilwirkung oder seine Verwendung als Würzmittel war seine magisch mythische Bedeutung. So findet sich die Überlieferung: „Der Brautkranz gewunden aus Rosmarin, erhält die Liebe ewig grün.“ Aber auch der Text von Georg Trakl: „Der ihn befeuchtet, rosig hängt ein Tropfen Tau // Im Rosmarin hinfließt ein Hauch von Grabgerüchen. // Spitäler wirr erfüllt von Fieberschrein und Flüchen. Gebein steigt aus dem Erdbegräbnis morsch und grau.“ Shakespeare lässt in Hamlet Ophelia zum Besten geben: „… lieber Herr, gedenke meiner. Und da ist Rosmarin, das ist für die Treue.“  Leben, Liebe, Treue und Tod – alles ist vom Rosmarin umgarnt, umkränzt.

„Ungarisch Wasser“, aus Rosmarinblüten und Alkohol destilliert, versprach ewige Jugend. Alle Falten und Runzeln wurden durch dies Elixier glattgebügelt. „Klosterfrau Melissengeist“ ist ohne Rosmarin nur die Hälfte wert.

Vom Stiefkind der Klosterheilkunde hat sich Rosmarin zu einem der Hauptakteure der Phytotherapie entwickelt. Rosmarin hilft, in vielerlei Art und Weise, das Leben zu erleichtern. Er verleiht unseren Mahlzeiten einen guten Geschmack. Aber er kann bedeutend mehr.

Die Alzheimerforschung hat Wirkstoffe ausgemacht die hilfreich sein können, um das Leiden zu lindern. Bakterien und Viren und … und … sind nicht gut gelitten, wenn unser Körper dank dieses Kräutlein gestärkt und gegen sie gefeit ist. Es zentriert, beruhigt, hält uns wach und hilft unserem Herzen. Rosmarin verhindert den Abbau von Acetylcholin, einem Neurotransmitter, der im Gehirn für die Vermittlung von Botschaften notwendig ist und hält uns damit geistig rege. Rosmarin ist hochwirksamer „Rostschutz“ für unser Leitungssystem. Darüber hinaus steigert er den Blutdruck und stimuliert unseren Kreislauf. Stimmungsfördernd und belebend sind die kleinen feinen Blätter. Rosmarinwein (150 g in einem Liter gutem Rotwein; 14 Tage zum Ausziehen angesetzt) stärkt das Herz und das allgemeine Wohlbefinden. Und eine Kur damit: pflanzliches Viagra pur! Dieser „Druiden-Trunk“ hat es in sich! Ätherisches Rosmarin-Öl verhindert das Umkippen, Ranzig-werden von Ölen und Salben. Aber Achtung: dieses Öl wirkt in der Schwangerschaft abortiv.

Und in der Küche: Rosmarin-Bratkartoffel mit einem Lorbeerblatt – ein Genuss! Auf los geht’s los!

Rozmarin

Kraut des Monats: Die „Von Lauch“!

Pater-Gerhard-Kurse2 aus dieser wahrhaft „adligen“ Familie will ich Ihnen heute näher bringen. Die beiden finden sich ganz oben auf meiner pflanzlichen Wirksamkeitliste der heilsamen Nahrungsmittel. Es sind die „Edlen“ mit den Vornamen „Knob-“ und „Bär-„. Allium sativum und Allium ursinum. Es ist nun überall so weit. Das zarte Grün des Bärlauchs ist durch das alte Laub der Buchen gestoßen. Eine wahre Fülle an gesundem Kraut ist nun da. Für uns da. Der typische Lauchduft weht erst dann durch die Botanik, wenn ich mit der Ernte beginne. Und mit diesem heimischen wilden Lauch lassen sich wirklich Bärenkräfte wecken, die in einem stecken. Wer an Eisenmangel leidet hat mit diesem Kraut einen wirkmächtigen Einschleuser gefunden. Dieser Nutzen findet sich auch in der Kulturvariante Knoblauch, der aus Asien und dem Mittelmeerraum zu uns gekommen ist. Beide schützen zudem unser Herz, forcieren unsere Abwehrkräfte und wirken antiseptisch und beugen unerwünschten Kalkablagerungen vor. Und nicht zu vergessen: Sie verschaffen uns allen Platz in Masse! Je mehr diese Kräutlein duften – stinken – desto wirksamer sind sie für uns! Grüner Tee, Milch, Petersilie und Koriander haben die Fähigkeit diesen Geruch zumindest ein wenig zu unterdrücken.  Nun aber guten Appetit und gesunden Genuss.

Gott befohlen und herzlichst, Ihr Pater Gerhard

„Du führst mich hinaus ins Weite …“

ZU MEINER PERSON: Pater Gerhard, Jahrgang 1955 – ein „guter Jahrgang“. Fachkaufmann für Organisation, Theologe, geprägt durch die Zeit als Pfadfinder und als Soldat auf Zeit. Ehedem Versandleiter einer Brauerei im Allgäu.

Pater-Gerhard-Kurse

Seit 1999 ehrenamtliche Mitarbeit im „Brunnenhof“ Ebenweiler, einer Kräuterey in Oberschwaben Kräuterkundler als Autodidakt, eingewiesen durch Abt Klaus. Zusammen mit Br. Friedrich Hartmann Mönch in der Welt. Als dieser bin ich Mitglied einer ökumenischen Zisterzienserkongregation, dem Orden von Port Royal (OPR) und Priester der Christ-Katholischen Kirche in Deutschland, die der altkatholischen Kirchenunion von Scranton angehört. Erdverbunden und dennoch himmelwärtsstrebend versuche ich, eine Ahnung vom Reich Gottes, das meint die Achtung vor der Wunderwelt seiner Schöpfung, seine Weite, Freiheit und Barmherzigkeit und den Nutzen der uns daraus erwächst ansatzweise Wirklichkeit werden zu lassen.